Bezirksstadtrat fordert gesetzliches Mitspracherecht

34 Bäume am Schloss Charlottenburg sollen für neues Besucherzentrum fallen

Für den Bau eines neuen Besucherzentrums am Schloss Charlottenburg sollen 34 Bäume gefällt werden. Der Bezirk kritisiert, dass er an der Entscheidung nicht beteiligt wurde, und verlangt strengere gesetzliche Vorgaben für öffentliche Bauherren.

Von Sebastian Krüger 1 Min. Lesezeit

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Die Pläne für ein neues Besucherzentrum am Schloss Charlottenburg lösen einen Streit über Baumschutz und die Beteiligung des Bezirks aus. Für das Bauvorhaben westlich des Ehrenhofvorplatzes sollen insgesamt 34 Bäume gefällt werden.

Verantwortlich für das Projekt ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Nach Angaben des Bezirksamtes sind als Ausgleich für die vorgesehenen Fällungen 20 neue Bäume geplant. Damit würde die Zahl der Ersatzpflanzungen deutlich unter der Zahl der beseitigten Bäume liegen.

Bezirk sieht gesetzliche Regelungslücke

Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Straßen und Grünflächen, Oliver Schruoffeneger, fordert eine gesetzlich verbindliche Beteiligung der Bezirke. Diese müsse auch dann gelten, wenn Landes- oder Bundesinstitutionen eigene Bau- und Genehmigungsverfahren durchführen.

Der Bezirk sei zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mit umfangreichen Fällplanungen einer öffentlichen Institution konfrontiert worden, ohne die Entscheidung beeinflussen zu können. Nach Auffassung des Bezirks wird dadurch eine Lücke im Berliner Baumschutzrecht sichtbar.

Kritik an fehlendem Ausgleich

Schruoffeneger verweist auf das Berliner Klimaanpassungsgesetz und die europäische Wiederherstellungsverordnung. Danach dürfe sich die Überschirmung von Flächen durch Baumkronen gegenüber dem Stand von 2025 nicht verringern.

Würden öffentliche Bauherren weniger Ersatzbäume pflanzen, müsse der Bezirk den fehlenden Ausgleich an anderer Stelle schaffen. Gleichzeitig verliere der Stadtteil schattenspendende und kühlende Grünflächen.

Besucherzentrum soll Schlossbesuch neu ordnen

Das geplante Gebäude soll westlich des Ehrenhofvorplatzes entstehen und künftig zentrale Funktionen für Besucher des Schlosses übernehmen. Einzelheiten zum Zeitplan, zu den Baukosten und zum Beginn der Fällarbeiten wurden in der aktuellen Mitteilung des Bezirks nicht genannt.

Offen ist auch, ob die Stiftung ihre Planung nach der Kritik noch einmal verändert oder zusätzliche Ersatzpflanzungen vorsieht.

Quellen

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf: „Bezirksstadtrat fordert Beteiligung der Bezirke bei Baumfällungen durch Landes- oder Bundeseinrichtungen“, veröffentlicht am 5. August 2026

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Planungen für das Besucherzentrum am Schloss Charlottenburg

Themen: KlimaanpassungBesucherzentrumCharlottenburgSchloss CharlottenburgBaumfällungenBaumschutz

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