Pritzwalk investiert vier Millionen Euro in neues Kulturhausumfeld
Mit einem Spatenstich durch zehn Kinder der Kita Kinderland hat Pritzwalk die Neugestaltung des Kulturhausumfeldes eingeläutet. Auf 2,7 Hektar entstehen Grünflächen, ein Spielplatz und neue Wege. Der Bund fördert das rund vier Millionen Euro teure Vorhaben mit 2,6 Millionen Euro.
Pritzwalk. Zehn Kinder der Kita Kinderland haben am Dienstag, dem 3. November 2026, den symbolischen Spatenstich für die Neugestaltung des Kulturhausumfeldes übernommen. Mit kleinen Schaufeln eröffneten sie auf der Wiese am Kulturhausanbau eines der größten Bauvorhaben der kommenden Jahre in Pritzwalk. Am Montag, dem 9. November, beginnen die Arbeiten mit der Einrichtung der Baustelle.
Rund vier Millionen Euro sind für das Projekt „Kultur- und Bildungspark – Neugestaltung der Außenanlagen und Freiflächen“ vorgesehen. Davon übernimmt der Bund etwa 2,6 Millionen Euro über das Förderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“.
Planungen reichen bis ins Jahr 2018 zurück
Der Baubeginn ist das Ergebnis jahrelanger Vorbereitungen. Bereits im März 2018 wurde mit der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes eine Grundlage für das Vorhaben geschaffen.
Bürgermeister Dr. Ronald Thiel erinnerte beim Spatenstich an diesen langen Planungsprozess. Er dankte insbesondere den Stadtverordneten, die das Projekt über drei Wahlperioden hinweg unterstützt haben.
Auch Landrat Christian Müller und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Frank Schröder, nahmen an der Veranstaltung teil. Eingeladen waren außerdem Anwohner, Vertreter der beteiligten Bauunternehmen, des Planungsbüros Neumann Gusenburger sowie verschiedener kommunaler Einrichtungen.
Müller bezeichnete das Pritzwalker Kulturhaus neben dem Kultur- und Festspielhaus in Wittenberge als einen der beiden kulturellen Schwerpunkte der Prignitz. Für Investitionen dieser Größenordnung seien Kommunen auf Fördermittel angewiesen, erklärte der Landrat.
84 neue Bäume und mehr als 1.000 Sträucher
Auf dem rund 2,7 Hektar großen Gelände soll ein Kultur- und Bildungspark entstehen. Die Stadt plant eine weitläufige Grünanlage mit artenreichen Wiesen, neuen Aufenthaltsbereichen und einem Spielplatz.
Der Spielplatz ist genau dort vorgesehen, wo die Kinder beim feierlichen Spatenstich ihre Schaufeln ansetzten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Insgesamt sollen 84 neue Bäume und mehr als 1.000 Sträucher gepflanzt werden.
Darüber hinaus sind die Entsiegelung bisher befestigter Flächen und der Bau einer Zisterne zur Speicherung von Regenwasser vorgesehen.
Andrea Asse, Sachbereichsleiterin für Planung und Investitionen, stellte beim Baustart die geplante Gestaltung vor. Die Stadt wolle einen Aufenthaltsraum schaffen, der unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt und zugleich mehr Natur in das Kulturhausumfeld bringt.
Neue Wege, Parkplätze und ruhige Aufenthaltsbereiche
Das Konzept gliedert sich in drei Bereiche. Zur technischen Infrastruktur gehören Parkplätze, Zufahrten und eine neue Beleuchtung.
Im hinteren Bereich des Kulturhauses bis zur Dömnitz sind ruhigere Aufenthaltsflächen geplant. Ergänzt werden sie durch naturnahe Bereiche mit Wiesen, Bäumen und Sträuchern.
So sollen die Außenanlagen künftig nicht nur den Zugang zu den bestehenden Einrichtungen verbessern, sondern auch Möglichkeiten zur Erholung bieten.
Die konkrete Umsetzung übernehmen drei regionale Unternehmen: die IBW GmbH aus Pritzwalk, die PST Baugesellschaft mbH aus Falkenhagen und die Meyenburger Elektrobau GmbH.
Kulturhaus und Bibliothek bleiben geöffnet
Während der Bauarbeiten sollen die Einrichtungen am Kulturhaus weiterhin nutzbar bleiben.
Das betrifft das Kulturhaus selbst, die Stadtbibliothek, die Bildungsgesellschaft und die Gaststätte. Besucher müssen sich allerdings auf Veränderungen im unmittelbaren Umfeld der Baustelle einstellen.
Mit dem Beginn der Arbeiten setzt Pritzwalk ein Stadtentwicklungsprojekt um, das über mehrere Jahre vorbereitet wurde. Nach der Fertigstellung soll der neue Kultur- und Bildungspark das Kulturhaus stärker mit den umliegenden Freiflächen verbinden und zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten für Einwohner und Besucher schaffen.
Einen konkreten Fertigstellungstermin nennt die Stadt in ihrer aktuellen Pressemitteilung noch nicht.