Pritzwalk – Starkregen kann innerhalb kurzer Zeit Straßen überfluten, Keller volllaufen lassen und wichtige Infrastruktur lahmlegen. Wie groß das Risiko in Pritzwalk ist und welche Bereiche besonders gefährdet sind, steht am Dienstag, 6. Oktober 2026, im Mittelpunkt einer öffentlichen Informationsveranstaltung.

Beginn ist um 17 Uhr im Pritzwalker Kulturhaus. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dort über den Umgang mit Starkregenereignissen und mögliche Vorsorgemaßnahmen informieren.

Neue Gefahrenkarte für Pritzwalk

Prof. Dr.-Ing. Heiko Sieker von der Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker aus Hoppegarten bei Berlin stellt eine Starkregengefahrenkarte für Pritzwalk vor.

Sie soll zeigen, an welchen Stellen sich bei extremen Niederschlägen Wasser sammeln kann und welche Bereiche besonders empfindlich sind.

Dabei stehen mehrere Fragen im Mittelpunkt: Wo befinden sich Senken im Stadtgebiet? Welche Straßen oder Grundstücke könnten besonders gefährdet sein? Und wo liegt kritische Infrastruktur, die im Ernstfall geschützt werden muss?

Hochwasser von 1993 bleibt in Erinnerung

Bei der Veranstaltung wird auch auf das Hochwasser von 1993 zurückgeblickt.

Damals war unter anderem die Havelberger Straße vollständig überspült. Solche Ereignisse zeigen, welche Folgen große Wassermengen für eine Stadt haben können.

Der Blick in die Vergangenheit soll deshalb helfen, heutige Risiken besser einzuschätzen.

Stadt arbeitet an Handlungskonzept

Ziel ist die Entwicklung eines umfassenden Handlungskonzeptes für Starkregenereignisse.

Geplant sind eine Bestandsanalyse, eine Gefährdungsanalyse sowie eine Risikoanalyse mit anschließender Risikobeurteilung.

Damit soll nicht nur festgestellt werden, wo Gefahren bestehen, sondern auch, welche Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind.

Erste Ergebnisse bereits im März vorgestellt

Ein erster Zwischenstand des Projekts war bereits im März 2026 im öffentlichen Teil der Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden.

Mit der Veranstaltung im Oktober soll nun auch die Bevölkerung stärker eingebunden und über den aktuellen Stand informiert werden.

Vorsorge wird wichtiger

Starkregen lässt sich nicht verhindern, seine Auswirkungen können jedoch durch Vorsorge reduziert werden.

Dazu können beispielsweise angepasste Entwässerungssysteme, Rückhalteflächen, baulicher Schutz an Gebäuden oder Maßnahmen an besonders gefährdeten Straßen gehören.

Welche Lösungen für Pritzwalk geeignet sind, soll das Handlungskonzept künftig genauer festlegen.