Restpostenhändler Repo insolvent: Mehr als 50 Märkte betroffen
Die Restpostenkette Repo ist insolvent. Betroffen sind drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe und mehr als 600 Beschäftigte. Die über 50 Märkte, darunter Standorte in Ostdeutschland, bleiben vorerst geöffnet. Wie es langfristig weitergeht, ist noch ungewiss.
Ilsede. Die deutsche Rest- und Sonderpostenkette Repo befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Gifhorn ordnete am 26. Oktober 2026 für drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe die vorläufige Insolvenzverwaltung an, während der Geschäftsbetrieb in den mehr als 50 Märkten zunächst weiterläuft.
Die Entwicklung betrifft auch Ostdeutschland. Das Unternehmen betreibt unter anderem Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Drei Gesellschaften von Insolvenz betroffen
Die Insolvenzverfahren betreffen die Repo-Markt Rest- und Sonderposten GmbH sowie die Repo-Markt Nord Rest- und Sonderposten GmbH und die Repo-Markt Süd Rest- und Sonderposten GmbH. Alle drei Gesellschaften haben ihren Sitz im niedersächsischen Ilsede.
Das Amtsgericht Gifhorn hat vorläufige Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmensvermögens angeordnet. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf bestellt. Sie wird von ihrem Kollegen Michael Schütte unterstützt.
Die gerichtlichen Verfahren werden unter den Aktenzeichen 35 IN 270/26, 35 IN 271/26 und 35 IN 272/26 geführt.
Die vorläufige Insolvenzverwaltung bedeutet noch nicht, dass die Märkte endgültig geschlossen werden. Zunächst wird geprüft, ob eine wirtschaftliche Sanierung möglich ist und unter welchen Voraussetzungen der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann.
Mehr als 600 Arbeitsplätze betroffen
Für die Beschäftigten beginnt eine Phase der Unsicherheit. Nach bisherigen Angaben sind mehr als 600 Mitarbeiter von der wirtschaftlichen Krise betroffen.
Ob sämtliche Arbeitsplätze erhalten werden können, ist derzeit offen. Konkrete Entscheidungen über Entlassungen oder die Schließung einzelner Filialen sind bislang nicht bestätigt.
Beschäftigte können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Insolvenzgeld erhalten. Dieses sichert ausstehende Lohnansprüche für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten ab.
Eine dauerhafte Arbeitsplatzgarantie ist damit allerdings nicht verbunden. Entscheidend wird sein, ob die Handelskette wirtschaftlich stabilisiert werden kann.
Repo-Märkte bleiben vorerst geöffnet
Für Kunden gibt es zunächst keine grundlegenden Veränderungen: Die Filialen setzen ihren Geschäftsbetrieb vorerst fort.
Repo gehört zu den bekannten deutschen Anbietern von Rest- und Sonderposten. Die Unternehmensgeschichte reicht bis 1985 zurück, als der erste Markt in Goslar eröffnet wurde.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich daraus eine überregionale Handelskette. Nach Unternehmensangaben umfasst das Filialnetz 54 Märkte mit einer gesamten Verkaufsfläche von mehr als 200.000 Quadratmetern.
Das Sortiment besteht aus über 25.000 Artikeln. Dazu gehören insbesondere Möbel, Bodenbeläge, Farben, Tapeten, Gardinen, Haushaltswaren und Gartenbedarf. Angeboten werden außerdem Lebensmittel, Drogerieprodukte, Textilien, Elektrogeräte und Tierbedarf.
Das Geschäftsmodell setzt auf den Verkauf von Restbeständen, Sonderposten und Waren zu günstigen Preisen.
Auch Standorte in Ostdeutschland betroffen
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben über den niedersächsischen Firmensitz hinaus Bedeutung.
Repo ist insbesondere in Nord- und Ostdeutschland vertreten. Damit sind auch Beschäftigte und Kunden in den ostdeutschen Bundesländern von der weiteren Entwicklung abhängig.
Ob es zu Standortschließungen kommen wird und welche Regionen möglicherweise besonders betroffen wären, lässt sich derzeit nicht abschätzen.
Auch die wirtschaftlichen Ursachen der Insolvenz sind bislang nicht umfassend öffentlich erläutert worden. Angaben über die Höhe der Verbindlichkeiten oder konkrete Sanierungsmaßnahmen liegen nicht gesichert vor.
Wie geht es mit der Handelskette weiter?
In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, welche Perspektiven die Repo-Gruppe hat. Im Rahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung werden die wirtschaftliche Situation untersucht und mögliche Lösungen für die Fortführung des Unternehmens geprüft.
Denkbar sind eine Sanierung der bestehenden Gesellschaften, die Beteiligung neuer Investoren oder eine Übertragung von Unternehmensteilen. Ob eine dieser Möglichkeiten tatsächlich verfolgt wird, ist noch offen.
Für die Beschäftigten und Kunden bleibt die wichtigste Nachricht vorerst, dass die Märkte weiterhin geöffnet sind.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Restpostenkette steht noch aus.