18. Sächsischer Rohstofftag in Dresden

Sachsen sucht neue Wege zur Sicherung wichtiger Rohstoffe

Lithium, Helium und Wasserstoff stehen im Mittelpunkt des 18. Sächsischen Rohstofftags am Donnerstag in Dresden. Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik beraten darüber, wie Deutschland seine Rohstoffversorgung sichern und internationale Abhängigkeiten verringern kann. Auch heimische Lagerstätten spielen dabei eine Rolle.

Von Christian Richter 3 Min. Lesezeit

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Schaufelradbagger im Abraumschnitt eines Braunkohlentagebaus
Schaufelradbagger im Abraumschnitt eines Braunkohlentagebaus Foto: © LAGB

Dresden. Wie zuverlässig kann die sächsische Industrie künftig mit wichtigen Rohstoffen versorgt werden? Diese Frage steht am Donnerstag, dem 5. November 2026, im Mittelpunkt des 18. Sächsischen Rohstofftags im Dresdner Rathaus. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutieren über internationale Lieferketten, heimische Rohstoffvorkommen und neue Technologien, die den Bedarf an knappen Materialien verringern könnten.

Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr im Großen Festsaal des Neuen Rathauses. Veranstalter ist das Geokompetenzzentrum Freiberg.

Unter dem Titel „Rohstoffsicherung neu denken – von geopolitischen Partnerschaften zu industrieller Transformation“ soll es darum gehen, wie Sachsen und Deutschland ihre industrielle Versorgung langfristig absichern können.

Lithium gewinnt für Sachsens Industrie an Bedeutung

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf Lithium. Der Rohstoff wird unter anderem für Batterien benötigt und spielt deshalb bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen und stationären Energiespeichern eine wichtige Rolle.

Die Versorgung mit Lithium ist für die Automobilindustrie von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Gerade in Sachsen, wo zahlreiche Fahrzeughersteller und Zulieferunternehmen tätig sind, können Veränderungen bei Rohstoffpreisen und Liefermöglichkeiten direkte Auswirkungen auf die Produktion haben.

Hinzu kommen internationale Abhängigkeiten bei der Förderung und Verarbeitung des Metalls. Der größte Teil der weltweiten Lithiumproduktion und insbesondere die Weiterverarbeitung konzentrieren sich bislang auf wenige Länder.

Deshalb wächst das Interesse an europäischen Rohstoffvorkommen.

Auch Sachsen verfügt über entsprechende geologische Potenziale. Die Frage, ob sich heimische Lagerstätten wirtschaftlich erschließen lassen, ist allerdings von zahlreichen Faktoren abhängig. Dazu gehören die Größe und Beschaffenheit der Vorkommen, technische Verfahren, Umweltauflagen und die Kosten der Gewinnung.

Eine mögliche Förderung bedeutet daher noch nicht, dass kurzfristig größere Mengen des Rohstoffs verfügbar wären.

Helium und natürlicher Wasserstoff auf der Tagesordnung

Neben Lithium beschäftigt sich der Rohstofftag mit Helium und sogenanntem weißem Wasserstoff.

Helium ist ein wichtiger Rohstoff für unterschiedliche industrielle und wissenschaftliche Anwendungen. Benötigt wird es unter anderem für besondere Kühlverfahren und bestimmte technische Produktionsprozesse.

Die Versorgung gilt als anspruchsvoll, weil Helium nur an geeigneten Lagerstätten gewonnen werden kann und sich nicht beliebig ersetzen lässt.

Weißer Wasserstoff bezeichnet natürlich vorkommenden Wasserstoff, der sich unter bestimmten geologischen Bedingungen im Untergrund bilden oder ansammeln kann.

Ob solche Vorkommen künftig wirtschaftlich genutzt werden können, ist Gegenstand wissenschaftlicher und technischer Untersuchungen.

Während bei herkömmlichem Wasserstoff die Energie für die Herstellung aufgebracht werden muss, wäre bei natürlichen Vorkommen vor allem entscheidend, ob sie sich zuverlässig und mit vertretbarem Aufwand erschließen lassen.

Für die Rohstoffwirtschaft eröffnet das zusätzliche Forschungsfragen.

Internationale Partnerschaften sollen Abhängigkeiten verringern

Auf dem Dresdner Rohstofftag geht es nicht ausschließlich um die Erschließung heimischer Lagerstätten.

Auch internationale Partnerschaften stehen auf dem Programm. Diskutiert werden unter anderem wirtschaftliche Beziehungen zu Staaten Zentralasiens sowie zu den südamerikanischen Mercosur-Ländern.

Für die deutsche Industrie stellt sich die Frage, wie bestehende Lieferketten widerstandsfähiger werden können. Politische Konflikte, Exportbeschränkungen und starke Preisveränderungen können die Versorgung mit wichtigen Materialien erheblich beeinträchtigen.

Mehrere Bezugsquellen könnten dazu beitragen, einzelne Abhängigkeiten zu verringern. Dabei müssen Unternehmen allerdings auch die Kosten und die Verlässlichkeit neuer Lieferbeziehungen berücksichtigen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind technische Entwicklungen, die den Rohstoffverbrauch senken können. Das betrifft unter anderem die Herstellung elektronischer Komponenten und die Entwicklung ressourcenschonender Computerhardware.

Freiberg bleibt ein wichtiger Forschungsstandort

Dass der Rohstofftag in Sachsen stattfindet, hängt eng mit der langen Bergbau- und Forschungstradition des Freistaates zusammen.

Insbesondere Freiberg ist seit Jahrhunderten mit der Gewinnung und wissenschaftlichen Untersuchung mineralischer Rohstoffe verbunden. Dort sind Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Fachleute tätig, die sich mit Lagerstätten, Geotechnik und industriellen Rohstoffkreisläufen beschäftigen.

Das Geokompetenzzentrum Freiberg will diese Kenntnisse nutzen, um Vertreter unterschiedlicher Branchen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Neben technischen Fragen geht es dabei auch um die Akzeptanz möglicher Rohstoffprojekte. Gerade neue Bergbauvorhaben können Auswirkungen auf Natur, Landschaft und betroffene Gemeinden haben.

Für die sächsische Wirtschaft bleibt entscheidend, welche neuen Liefermöglichkeiten und Technologien sich tatsächlich in industriellem Maßstab nutzen lassen.

Der 18. Sächsische Rohstofftag endet am Donnerstag gegen 17.15 Uhr. Konkrete Ergebnisse und Vereinbarungen müssen nach Abschluss der Veranstaltung bewertet werden.

Themen: SachsenDresdenWasserstoffIndustrieBergbauFreibergRohstoffeHeliumLithiumRohstoffversorgung

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