Restaurantkette mit dem Namen Steffen Hensslers in finanziellen Schwierigkeiten

Vier Ahoi-Restaurants insolvent: Was bedeutet das für den Standort Wismar?

Vier Restaurants der Kette „Ahoi Steffen Henssler“ befinden sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Rund 80 Beschäftigte sind betroffen. Auch in Wismar betreibt die Marke ein Restaurant direkt an der Hafenspitze. Für diesen Standort gibt es bislang jedoch keine Hinweise auf eine Insolvenz.

Von Henrik Clausen 4 Min. Lesezeit

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Ahoi Steffen Henssler - Otterndorf
Ahoi Steffen Henssler - Otterndorf Foto: Stadt Otterndorf

Wismar. Die Restaurantkette „Ahoi Steffen Henssler“ steht an mehreren Standorten vor einer ungewissen Zukunft. Die Betreibergesellschaft von vier Restaurants in Kiel, Marina Wendtorf, Bonn und Otterndorf hat einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Cuxhaven ordnete bereits am 19. Oktober 2026 vorläufige Sicherungsmaßnahmen an. Auch in der Hansestadt Wismar gibt es ein Restaurant der Marke, das nach bisherigem Kenntnisstand jedoch nicht von dem Verfahren betroffen ist.

Das Wismarer Ahoi befindet sich an der Stockholmer Straße 24 direkt an der Hafenspitze. Der Standort gehört zu den gastronomischen Angeboten im touristisch geprägten Hafenviertel. Auf der offiziellen Internetseite der Restaurantkette wird das Lokal weiterhin regulär geführt.

Vier Restaurants und 80 Beschäftigte betroffen

Der Insolvenzantrag betrifft die Elbterrassen GmbH & Co. KG mit Sitz im niedersächsischen Otterndorf. Das Unternehmen betreibt vier Restaurants unter der Marke „Ahoi Steffen Henssler“.

Betroffen sind die Standorte Kiel und Marina Wendtorf in Schleswig-Holstein, Otterndorf in Niedersachsen sowie Bonn in Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt geht es um rund 80 Arbeitsplätze. Die Beschäftigten erhalten nach den bislang veröffentlichten Angaben Insolvenzgeld.

Die vier Restaurants sollen zunächst geöffnet bleiben. Eine unmittelbare Schließung sämtlicher betroffener Betriebe ist nicht vorgesehen.

Geschäftsführer Martin Aye begründete die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit zu hohen Betriebskosten und zu geringen Umsätzen.

Im Rahmen des Verfahrens soll nun untersucht werden, welche der vier Standorte wirtschaftlich fortgeführt werden können.

Das Amtsgericht Cuxhaven bestellte einen vorläufigen Sachwalter. Die Geschäftsführung darf den Betrieb unter dessen Aufsicht zunächst selbst weiterführen.

Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 12 IN 125/26 geführt. Eine endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist nach den bisher zugänglichen amtlichen Bekanntmachungen noch nicht erfolgt.

Wismarer Restaurant gehört nicht zu den vier Insolvenzstandorten

Für Mecklenburg-Vorpommern ist insbesondere die Zukunft des Restaurants in Wismar von Interesse.

Die Hansestadt verfügt über den einzigen Ahoi-Standort der Marke im Bundesland. Das Restaurant liegt an der Hafenspitze und bietet unter anderem Fischgerichte, Burger und weitere Speisen an.

Nach Angaben der Restaurantkette ist das Lokal täglich von 12 bis 22 Uhr geöffnet. Die Küche schließt regulär um 21 Uhr.

Entscheidend ist die gesellschaftsrechtliche Zuordnung der betroffenen Restaurants.

Im offiziellen Impressum der Ahoi Franchise GmbH werden ausdrücklich die Standorte Kiel, Bonn, Marina Wendtorf und Otterndorf als Betriebe der Elbterrassen GmbH & Co. KG genannt.

Wismar gehört nicht zu dieser Aufstellung.

Damit gibt es derzeit keinen belegten Zusammenhang zwischen dem Insolvenzantrag der Elbterrassen GmbH & Co. KG und dem Wismarer Restaurantbetrieb.

Eine Garantie für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Wismarer Standorts lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Angaben über dessen aktuelle Ertragslage liegen nicht vor.

Steffen Henssler verkaufte Restaurantkette bereits 2024

Die Marke „Ahoi Steffen Henssler“ wurde 2017 vom bekannten Fernsehkoch Steffen Henssler und seinem Bruder Peter gegründet.

Das Konzept verbindet klassische Fischgerichte mit moderner Systemgastronomie. Neben Restaurants in Innenstädten gehören auch Standorte in touristisch geprägten Küstenorten dazu.

Ende 2024 trennten sich die Brüder von ihrer Beteiligung an der Ahoi Franchise GmbH.

Die Gesellschaft ging vollständig an die Jaclavis GmbH über. Damit endete die unternehmerische Beteiligung der beiden Gründer an der Restaurantkette.

Der Name Steffen Henssler blieb allerdings Bestandteil der Marke.

Die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der vier betroffenen Restaurants sind deshalb von den persönlichen Geschäftsaktivitäten des Fernsehkochs zu unterscheiden.

Wismar bleibt ein wichtiger Standort an der Ostseeküste

Das Ahoi-Restaurant in Wismar befindet sich in unmittelbarer Nähe des Alten Hafens und der touristisch stark frequentierten Hafenspitze.

Die Lage am Wasser macht das Restaurant sowohl für Urlauber als auch für Einheimische interessant.

Auf der offiziellen Internetseite können Gäste weiterhin Informationen zur Speisekarte abrufen und Reservierungen vornehmen.

Bereits nach dem Verkauf der Restaurantkette Ende 2024 war für Wismar angekündigt worden, dass der Betrieb unter dem bisherigen Namen fortgesetzt werden soll.

Auch die aktuelle Insolvenzmeldung betrifft nach den vorliegenden Informationen ausschließlich andere Betreibergesellschaften beziehungsweise Standorte.

Ob die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der gesamten Marke haben werden, bleibt abzuwarten.

Sanierungsmöglichkeiten werden geprüft

Für die vier insolvenzbetroffenen Restaurants steht zunächst die wirtschaftliche Neuordnung im Vordergrund.

Die Verantwortlichen müssen prüfen, ob sich die Betriebe durch Kostensenkungen, organisatorische Veränderungen oder andere Sanierungsmaßnahmen dauerhaft erhalten lassen.

Dabei spielen insbesondere die laufenden Betriebskosten und die erzielbaren Umsätze eine Rolle.

Die vorläufige Eigenverwaltung ermöglicht es der bisherigen Geschäftsführung, den Geschäftsbetrieb unter gerichtlicher Aufsicht fortzusetzen.

Für die rund 80 betroffenen Beschäftigten ist nun entscheidend, ob die Restaurants eine langfristige Perspektive erhalten.

Für den Standort Wismar besteht dagegen nach den bislang vorliegenden Informationen kein unmittelbarer Anlass, von einer bevorstehenden Schließung auszugehen.

Das Restaurant an der Hafenspitze wird weiterhin als regulärer Standort der Ahoi-Kette geführt. Ob und in welchem Umfang sich die wirtschaftliche Entwicklung der Marke künftig auch auf Wismar auswirkt, ist derzeit offen.

Themen: Mecklenburg-VorpommernWismarArbeitsplätzeGastronomieInsolvenzHafenRestaurantAhoi Steffen HensslerSteffen Henssler

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