33. REGWA-Symposium an der Hochschule Stralsund

Stralsund wird zum Treffpunkt internationaler Energieexperten

Energiewende im internationalen Austausch

Von Paul Berger 3 Min. Lesezeit

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Symposium für Regenerative Energien und Wasserstofftechnologien (REGWA) bringt vom 3. bis 5. November Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen – deutsch-polnischer OrgWaste2Fuel Day bildet besonderen Schwerpunkt
Symposium für Regenerative Energien und Wasserstofftechnologien (REGWA) bringt vom 3. bis 5. November Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen – deutsch-polnischer OrgWaste2Fuel Day bildet besonderen Schwerpunkt Foto: Hochschule Stralsund

Stralsund. Wie lassen sich erneuerbare Energien schneller ausbauen, Stromnetze stabilisieren und neue Kraftstoffe aus organischen Reststoffen gewinnen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich vom 3. bis 5. November 2026 das 33. Symposium für Regenerative Energien und Wasserstofftechnologien (REGWA) an der Hochschule Stralsund. Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kommunen kommen zusammen, um über technische Entwicklungen und die Herausforderungen einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung zu beraten.

Veranstaltet wird die dreitägige Konferenz vom Institut für Regenerative EnergieSysteme (IRES) der Hochschule Stralsund. Neben europäischen Fachleuten werden auch Referierende aus Kolumbien erwartet.

Energiewende braucht mehr als neue Windräder und Solaranlagen

Im Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums steht das Leitthema „Beschleunigung der Energiewende: Innovation, Integration und Resilienz“.

Dabei geht es nicht ausschließlich um den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Energiequellen, Speicher und Verbraucher zuverlässig miteinander zu verbinden.

„Die Erreichung der Klimaneutralität erfordert nicht nur den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch deren erfolgreiche Integration in zunehmend komplexe und vernetzte Energiesysteme“, erklärt Prof. Dr. Johannes Gulden, Leiter des IRES.

Die Teilnehmenden beschäftigen sich deshalb unter anderem mit Wasserstofftechnologien, Energiespeicherung und der Stabilität von Stromnetzen.

Auch alternative Kraftstoffe gehören zu den Schwerpunkten. Sie werden insbesondere für Anwendungen diskutiert, bei denen eine direkte Versorgung mit Strom technisch schwierig oder wirtschaftlich aufwendig ist.

Deutsch-polnischer Austausch über Kraftstoffe aus Reststoffen

Ein besonderer Programmpunkt ist der deutsch-polnisch ausgerichtete OrgWaste2Fuel Day am Donnerstag, 5. November.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich biogene Reststoffe zur Herstellung alternativer Kraft- und Brennstoffe nutzen lassen.

Dazu zählen organische Materialien, die beispielsweise bei industriellen oder landwirtschaftlichen Prozessen entstehen und für eine weitere energetische Nutzung infrage kommen.

Fachbeiträge befassen sich unter anderem mit der Methanisierung und der Herstellung von Methanol.

Die Methanisierung ermöglicht es, unter geeigneten technischen Bedingungen gasförmige Energieträger herzustellen. Methanol wiederum kann als chemischer Grundstoff und als Ausgangsprodukt für alternative Kraftstoffe genutzt werden.

Die Hochschule Stralsund will damit zeigen, welche Möglichkeiten bestehen, Reststoffe als Rohstoffe in künftige Energiesysteme einzubinden.

Einblicke in die Methanolsyntheseanlage der Hochschule

Das Symposium beschränkt sich nicht auf Vorträge und Fachgespräche.

Die Teilnehmenden erhalten auch Einblicke in die Methanolsyntheseanlage des Instituts für Regenerative EnergieSysteme.

Dort können sie sich mit technischen Verfahren zur Herstellung von Methanol beschäftigen.

Ein weiterer Programmpunkt führt zur Störtebeker Brauerei in Stralsund.

Bei einer Fachführung durch das Technikum und die Biotechnologie-Demonstrationsanlage erfahren die Gäste mehr über die Bierherstellung sowie über die Entstehung und Verwertung von Reststoffen.

Damit verbindet die Veranstaltung wissenschaftliche Fragestellungen mit praktischen Anwendungen aus einem regionalen Unternehmen.

Gerade diese Verbindung ist für die Energiewende von Bedeutung: Neue technische Verfahren müssen nicht nur im Labor funktionieren, sondern auch unter realen industriellen Bedingungen einsetzbar sein.

Wasserstoffkooperation im Ostseeraum

Neben den technologischen Fragen spielt die internationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.

Das European Enterprise Network Mecklenburg-Vorpommern organisiert einen Workshop zur Wasserstoffkooperation im Ostseeraum.

Dabei sollen Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der gemeinsamen Entwicklung von Projekten erörtert werden.

Darüber hinaus werden Beratungen zu europäischen Fördermöglichkeiten angeboten.

Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen kann der internationale Austausch insbesondere dann interessant sein, wenn neue Technologien gemeinsam entwickelt, erprobt oder in die wirtschaftliche Anwendung überführt werden sollen.

Zu den Kooperationspartnern des Symposiums gehören die Stadtwerke Stralsund und der Energieversorger E.DIS.

Hochschule Stralsund setzt auf internationale Vernetzung

Mit der 33. Ausgabe der REGWA setzt die Hochschule Stralsund ihre langjährige Veranstaltungsreihe zu erneuerbaren Energien und Wasserstofftechnologien fort.

Das Symposium bietet Wissenschaftlern, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit, aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren und Kontakte für gemeinsame Projekte aufzubauen.

Die internationale Beteiligung soll unterschiedliche Erfahrungen und Lösungsansätze zusammenbringen.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist dabei besonders die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern im Ostseeraum von Interesse.

Ob Wasserstofftechnologien, alternative Kraftstoffe oder die Integration erneuerbarer Energien: Viele der behandelten Fragen reichen über einzelne Regionen und nationale Grenzen hinaus.

Die dreitägige Veranstaltung soll deshalb nicht nur technische Entwicklungen vorstellen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft stärken.

Das vollständige Programm ist auf der Internetseite der Hochschule Stralsund unter www.hochschule-stralsund.de/regwa/ veröffentlicht.

Themen: Mecklenburg-VorpommernWasserstoffEnergiewendeErneuerbare EnergienWissenschaftOstseeraumHochschule StralsundREGWA 2026MethanolEnergiespeicherungOrgWaste2Fuel

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