Forschungsbündnis ArtIFARM zieht Bilanz

Stralsund: 13,85 Millionen Euro für künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft

KI verändert die Landwirtschaft

Von Paul Berger 3 Min. Lesezeit

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Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ArtIFARM-Klausurtagung 2025 an der Hochschule Stralsund. Das Forschungsbündnis beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien in der Landwirtschaft.
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ArtIFARM-Klausurtagung 2025 an der Hochschule Stralsund. Das Forschungsbündnis beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien in der Landwirtschaft. Foto: HOST - Hochschule Stralsund

Stralsund. Künstliche Intelligenz soll die Landwirtschaft effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher machen. Wie weit die Entwicklung bereits vorangeschritten ist, zeigt das Forschungsbündnis ArtIFARM am 6. November 2026 bei einer Klausurtagung in Stralsund. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 13,85 Millionen Euro geförderte Bündnis stellt zwölf laufende Forschungsprojekte vor und präsentiert Ergebnisse aus acht bereits abgeschlossenen Vorhaben.

Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Landwirtschaft

Ob autonome Feldmaschinen, intelligente Sensorsysteme oder die frühzeitige Erkennung von Schaderregern: Digitale Technologien eröffnen landwirtschaftlichen Betrieben neue Möglichkeiten.

Das Forschungsbündnis ArtIFARM, dessen Name für „Artificial Intelligence in Farming“ steht, beschäftigt sich seit mehr als vier Jahren mit der Entwicklung und praktischen Anwendung solcher Technologien.

Dabei arbeiten Hochschulen, landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen und Industriepartner zusammen. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in Lösungen zu überführen, die unter realen Bedingungen auf landwirtschaftlichen Flächen und in Betrieben eingesetzt werden können.

Bei der Klausurtagung am Freitag, 6. November, sollen die bisherigen Ergebnisse vorgestellt und weitere Entwicklungsschritte diskutiert werden.

KI erkennt Schaderreger in Kuhställen frühzeitig

Eines der Forschungsprojekte trägt den Namen AI-Biome. Dabei geht es um den Einsatz künstlicher Intelligenz zur frühzeitigen Erkennung von Schaderregern in Kuhställen.

Die Technologie soll helfen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und dadurch bessere Voraussetzungen für vorbeugende Maßnahmen zu schaffen.

Auch die Verarbeitung großer Datenmengen spielt eine wichtige Rolle.

In Projekten wie BData4AF, AMBROSIA und ArtIGROW wurden Verfahren entwickelt, mit denen Informationen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Anwendungen verarbeitet und nutzbar gemacht werden können.

Solche Daten bilden eine wichtige Grundlage für digitale Entscheidungsprozesse, etwa bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen oder beim Einsatz technischer Systeme.

Drohnen und autonome Maschinen für den Acker

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf modernen Maschinen und dem gezielten Einsatz von Drohnen.

Das Projekt SE4US-LW beschäftigt sich damit, wie Drohnentechnologie sinnvoll in landwirtschaftliche Abläufe integriert werden kann.

Parallel entwickeln weitere Projektgruppen Lösungen für autonome Feldmaschinen, Sensorsysteme und Softwareanwendungen.

Diese Technologien sollen landwirtschaftliche Arbeitsprozesse unterstützen und neue Formen der Automatisierung ermöglichen.

Welche Systeme bereits unter Praxisbedingungen eingesetzt werden können und welche noch weiterentwickelt werden müssen, gehört zu den Themen der bevorstehenden Tagung.

Acht Projekte abgeschlossen, zwölf weitere in Arbeit

Nach Angaben des Forschungsbündnisses wurden inzwischen acht Vorhaben erfolgreich abgeschlossen. Zwölf weitere Projekte befinden sich derzeit in der Umsetzung, zusätzliche sind in Planung.

Bündnissprecher Professor Mark Vehse sieht darin das Ergebnis einer mehrjährigen Zusammenarbeit von Forschung und Praxis.

„ArtIFARM hat in seinen mehr als vier Jahren der Forschung, der Entwicklung und der Umsetzung von neuen Ideen sehr viel erreicht“, erklärt der Wissenschaftler.

Die Bandbreite reiche von intelligenten Systemen zur Früherkennung von Schaderregern über Drohnentechnologie bis zur Verarbeitung umfangreicher landwirtschaftlicher Datenbestände.

Damit deckt das Bündnis unterschiedliche Bereiche der digitalen Landwirtschaft ab.

Neues Forschungsprojekt setzt auf Methanol

Über die bisherigen Vorhaben hinaus konnte das Bündnis ein zusätzliches Transferprojekt einwerben.

Es trägt den Namen „MERA – Methanol Energy for Robotic Agriculture“.

Das Projekt beschäftigt sich mit Methanol als Energieträger für robotergestützte landwirtschaftliche Anwendungen.

Damit wird neben künstlicher Intelligenz auch die Energieversorgung moderner Agrartechnik zum Gegenstand der Forschung.

Weitere Einzelheiten zu den technischen Lösungen und möglichen praktischen Einsatzgebieten sollen im Rahmen der Forschungsarbeit konkretisiert werden.

Mehr als 70 Teilnehmer zur Klausurtagung erwartet

Zur ArtIFARM-Klausurtagung werden mehr als 70 Teilnehmer erwartet.

Dazu zählen Landwirte, Unternehmer, Industriepartner und Vertreter regionaler Hochschulen, die an den Forschungsprojekten beteiligt sind.

Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Forschungsergebnisse kennenzulernen und mögliche Anwendungen in landwirtschaftlichen Betrieben zu diskutieren.

Die Tagung richtet sich ausdrücklich auch an weitere Interessierte, die sich mit der Digitalisierung der Landwirtschaft beschäftigen möchten.

Sie findet am Freitag, 6. November 2026, von 9 bis 15 Uhr statt.

Eine Anmeldung ist noch bis zum 2. November 2026 über die Internetseite des Forschungsbündnisses ArtIFARM möglich.

Mit der Tagung möchte das Bündnis nicht nur seine bisherigen Forschungsergebnisse präsentieren, sondern auch Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft und regionaler Wirtschaft eröffnen.

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