Neubrandenburg: Große Wollweberstraße nach zwei Jahren Bauzeit wieder frei
Neue Fahrbahn, Radwege und Linden
Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist die Große Wollweberstraße in Neubrandenburg wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Oberbürgermeister Nico Klose und Mecklenburg-Vorpommerns Baustaatssekretärin Ina-Maria Ulbrich eröffneten die rund 320 Meter lange Innenstadtverbindung am Freitag, 30. Oktober 2026. Die Sanierung umfasste neben der Fahrbahn und den Gehwegen auch zahlreiche Versorgungsleitungen. Insgesamt wurden rund 5,17 Millionen Euro investiert.
Die Straße verbindet den Friedrich-Engels-Ring mit dem Bereich An der Marienkirche. Während der Bauarbeiten mussten Anwohner, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmer erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Nun sind sämtliche Bauabschnitte abgeschlossen.
Rund 5,17 Millionen Euro in Straße und Versorgungsleitungen investiert
Die Bauarbeiten begannen im August 2024 und wurden in zwei Abschnitten ausgeführt. Ziel war die grundlegende Erneuerung der Verkehrsflächen und der unterirdischen Infrastruktur.
Die Investitionen in die städtischen Verkehrsflächen und die Beleuchtung belaufen sich auf rund 3,17 Millionen Euro. Davon wurden etwa 2,04 Millionen Euro durch Städtebaufördermittel finanziert.
Zusätzlich investierten die Neubrandenburger Wasserbetriebe und die Neubrandenburger Stadtwerke rund zwei Millionen Euro in die Ver- und Entsorgungsleitungen.
Erneuert wurden unter anderem Regen- und Schmutzwasserleitungen sowie Leitungen für Trinkwasser, Gas, Strom und Fernwärme.
Die Arbeiten gehören zur städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Altstadt/Vor dem Treptower Tor“.
Neue Radwege und 32 zusätzliche Linden
Mit der Sanierung hat sich auch das Straßenbild verändert. Die Große Wollweberstraße erhielt eine neue Fahrbahn, erneuerte Gehwege und zusätzliche Begrünung.
Erstmals wurden in diesem Straßenabschnitt nicht benutzungspflichtige Radwege in die Gehwegbereiche integriert. Radfahrer können diese Wege nutzen, sind jedoch nicht grundsätzlich dazu verpflichtet.
Reflektierende Markierungssteine kennzeichnen die unterschiedlichen Verkehrsflächen und sollen zur besseren Orientierung beitragen.
Entlang der Straße wurden außerdem 20 neue Linden gepflanzt und zusätzliche Pflanzbeete angelegt. Weitere zwölf Linden kamen als Ausgleichspflanzungen in der Carlshöher Straße hinzu.
Auch der Platz vor der Kunstsammlung wurde neu gestaltet.
Damit beschränkten sich die Arbeiten nicht auf die technische Erneuerung der Straße. Die Stadt wollte zugleich die Aufenthaltsqualität im historischen Zentrum verbessern.
Archäologische Funde während der Bauarbeiten
Die Lage innerhalb der historischen Innenstadt stellte besondere Anforderungen an das Bauprojekt.
Wegen des Denkmalschutzes wurden die Erdarbeiten archäologisch begleitet. Dabei kamen zahlreiche Funde zum Vorschein. Welche Gegenstände oder baulichen Überreste genau entdeckt wurden, teilte die Stadt zunächst nicht mit.
Auch historische Regeneinläufe wurden im Zuge der Arbeiten wiederhergestellt.
Hinzu kamen die beengten Platzverhältnisse und die umfangreichen Leitungsarbeiten. Diese erschwerten die Bauausführung und erforderten eine genaue Abstimmung zwischen den beteiligten Unternehmen und Versorgungsträgern.
Während des ersten Bauabschnitts zwischen Friedrich-Engels-Ring und Dümperstraße blieb der stadtauswärts führende Verkehr über eine provisorische Fahrspur möglich.
Der zweite Abschnitt zwischen Dümperstraße und der Straße An der Marienkirche musste dagegen vollständig gesperrt werden.
Oberbürgermeister dankt Anwohnern und Gewerbetreibenden
Bei der offiziellen Freigabe würdigte Oberbürgermeister Nico Klose die Geduld der Betroffenen.
„Wir wissen, dass die vergangenen zwei Jahre für viele Menschen mit erheblichen Einschränkungen verbunden waren“, erklärte Klose.
Baustellen unmittelbar vor der eigenen Haustür oder dem Geschäft hätten den Alltag erschwert. Dafür bedankte er sich ausdrücklich bei Anwohnern und Gewerbetreibenden.
Auch den beteiligten Bauunternehmen, Planern und Mitarbeitern der Verwaltung sprach der Oberbürgermeister seinen Dank aus.
Klose sieht in der fertiggestellten Straße einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Innenstadt. Neben der Erreichbarkeit seien insbesondere Verkehrssicherheit, Begrünung und Aufenthaltsqualität gestärkt worden.
Land sieht Städtebauförderung als wichtige Unterstützung
Baustaatssekretärin Ina-Maria Ulbrich bezeichnete die Große Wollweberstraße bei der Einweihung als Beispiel dafür, welche Veränderungen durch Städtebauförderung möglich seien.
Die Straße verbinde moderne Anforderungen an den Verkehr mit dem historischen Stadtbild.
Nach Auffassung des Landes stärkt die Investition außerdem die Bedeutung der Innenstadt als Wohn-, Wirtschafts- und Aufenthaltsort.
Die Stadtvertretung Neubrandenburg hatte das Projekt über die Planungs- und Bauphase hinweg durch Beschlüsse und die Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel unterstützt.
Innenstadtverbindung wieder vollständig nutzbar
Mit der Verkehrsfreigabe am 30. Oktober endet eines der größeren innerstädtischen Straßenbauprojekte Neubrandenburgs der vergangenen Jahre.
Die erneuerte Verbindung zwischen dem Friedrich-Engels-Ring und dem Bereich An der Marienkirche steht Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern wieder zur Verfügung.
Nach gut zwei Jahren mit Baustellen und Sperrungen können auch die anliegenden Geschäfte wieder ohne die bisherigen baubedingten Einschränkungen erreicht werden.
Ob sich die Neugestaltung langfristig auf die Besucherzahlen und die wirtschaftliche Entwicklung der angrenzenden Geschäfte auswirkt, bleibt abzuwarten.