452 Menschen in Schwerin eingebürgert – 862 Anträge noch offen
In Schwerin haben 2025 insgesamt 452 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Weitere 862 Einbürgerungsanträge warten auf ihre Bearbeitung. Bei einer Feierstunde im Rathaus begrüßten Stadtpräsidentin Mandy Pfeifer und Oberbürgermeister Sebastian Ehlers die neuen Staatsbürger.
Schwerin. Insgesamt 452 Menschen haben im Jahr 2025 in der Landeshauptstadt Schwerin die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Der Wunsch nach Einbürgerung bleibt auch 2026 hoch, während die zuständige Behörde noch 862 Anträge bearbeiten muss.
Bei der traditionellen Einbürgerungsfeier im Demmlersaal des Schweriner Rathauses wurden Menschen gewürdigt, die das Einbürgerungsverfahren bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Stadtpräsidentin Mandy Pfeifer und Oberbürgermeister Sebastian Ehlers begrüßten Eingebürgerte aus dem zweiten Halbjahr 2025 und dem ersten Halbjahr 2026. Viele Gäste waren gemeinsam mit ihren Familien gekommen.
Eingebürgerte stammen aus 54 Staaten
Von den 452 Menschen, die 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten, waren 243 Frauen und 209 Männer. Sie stammten aus insgesamt 54 Staaten.
Die größte Gruppe bildeten Menschen aus Syrien mit 175 Einbürgerungen. Es folgten die Russische Föderation mit 41, die Ukraine mit 35, Afghanistan mit 17 und der Iran mit 16 Einbürgerungen.
Auch Menschen aus Brasilien, Ägypten, Armenien, dem Irak, der Türkei und Bulgarien erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit.
Die Altersunterschiede waren erheblich. Die älteste eingebürgerte Person war 86 Jahre alt und besaß zuvor die türkische und US-amerikanische Staatsangehörigkeit. Der jüngste neue deutsche Staatsbürger war erst neun Monate alt. Er wurde als Kind mit syrischer Staatsangehörigkeit in Schwerin geboren.
Im laufenden Jahr 2026 wurden nach Angaben der Stadt bislang 185 Menschen eingebürgert. Gleichzeitig sind noch 862 Anträge offen.
In Schwerin leben derzeit insgesamt 12.068 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
Oberbürgermeister betont Bedeutung ausländischer Fachkräfte
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers ging in seiner Festrede auf die unterschiedlichen Gründe ein, aus denen Menschen nach Deutschland kommen.
Neben Krieg und politischer Unsicherheit spiele zunehmend auch die Suche nach Arbeit und einer langfristigen beruflichen Perspektive eine wichtige Rolle.
Insbesondere das Gesundheitswesen, die Pflege, die Gastronomie und die Logistik seien auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen.
Viele Zugewanderte arbeiteten in Schwerin, absolvierten eine Ausbildung oder studierten. Andere gründeten Familien und bauten sich in der Landeshauptstadt eine neue Existenz auf.
Die Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit sei nach Auffassung des Oberbürgermeisters ein Bekenntnis zu den gesellschaftlichen und demokratischen Werten des Landes. Gleichzeitig erhielten Eingebürgerte damit die Möglichkeit zur vollständigen politischen Teilhabe, insbesondere durch das Wahlrecht.
Einbürgerungsrecht beeinflusst Zahl der Anträge
Die Leiterin der Schweriner Ausländerbehörde, Conny Schwentner, führt das gestiegene Interesse an der deutschen Staatsangehörigkeit auch auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts vom 27. Juni 2024 zurück.
Mit der damaligen Gesetzesänderung wurde die reguläre Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung auf fünf Jahre verkürzt. Zudem wurde die Beibehaltung einer bisherigen Staatsangehörigkeit grundsätzlich erleichtert.
Beide Veränderungen hätten nach Einschätzung der Behördenleiterin dazu beigetragen, dass sich mehr Menschen für eine Einbürgerung entscheiden.
Die deutsche Staatsbürgerschaft wird allerdings nicht automatisch nach einer bestimmten Aufenthaltsdauer verliehen.
Antragsteller müssen weitere Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören grundsätzlich ausreichende Deutschkenntnisse, Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Anerkennung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Auch die Sicherung des Lebensunterhalts und mögliche strafrechtliche Verurteilungen spielen bei der Entscheidung eine Rolle.
Die hohe Zahl noch unbearbeiteter Anträge zeigt zugleich, dass die Einbürgerungsverfahren für die Schweriner Verwaltung weiterhin einen erheblichen Arbeitsumfang bedeuten.
Persönliche Geschichte und Musik im Mittelpunkt
Neben den statistischen Angaben standen bei der Feier vor allem die Lebensgeschichten der neuen Staatsbürger im Mittelpunkt.
Der ursprünglich aus Mauretanien stammende Informatiker Diagana berichtete in seiner Festrede über seinen Weg nach Deutschland, sein Ankommen in Schwerin und seine persönlichen Erfahrungen während des Einbürgerungsverfahrens.
Heute arbeitet er für ein Schweriner Unternehmen, das Sicherheitskonzepte zum Schutz von Solarparks entwickelt. Die Projekte werden nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern und weltweit umgesetzt.
Seine Geschichte zeigte beispielhaft, wie Menschen aus dem Ausland berufliche und persönliche Perspektiven in Schwerin finden können.
Für die musikalische Gestaltung der Veranstaltung sorgten der Schülerchor der Astrid-Lindgren-Schule und der Musiker Eyad Mahfoud, der auf der Oud, einer traditionellen orientalischen Laute, spielte.
Mit der jährlichen Feier möchte die Landeshauptstadt den Weg zur deutschen Staatsangehörigkeit würdigen. Die Eingeladenen hatten ihre Einbürgerungsurkunden bereits zuvor im Stadthaus erhalten.
Die Veranstaltung soll ihnen darüber hinaus eine öffentliche Anerkennung entgegenbringen und ihre Zugehörigkeit zur Stadtgesellschaft unterstreichen.