Teterow will Traditionsgaststätte „Wendenkrug“ für 300.000 Euro zurückkaufen
Die Stadt Teterow will die Traditionsgaststätte „Wendenkrug“ auf der Burgwallinsel zurückkaufen. Für den Eigentumswechsel steht ein Betrag von rund 300.000 Euro im Raum. Die Finanzierung soll über einen Kredit erfolgen. Gleichzeitig sucht die Stadt einen Pächter, der das Restaurant und die Gästezimmer wieder dauerhaft betreibt.
Teterow. Die Traditionsgaststätte „Wendenkrug“ auf der Burgwallinsel im Teterower See soll wieder eine Zukunft bekommen. Die Stadt Teterow arbeitet daran, die Immobilie von den Stadtwerken zurückzukaufen und anschließend an einen neuen Betreiber zu verpachten. Für den Eigentumswechsel wird ein Betrag von rund 300.000 Euro genannt. Da die Stadt den Erwerb nicht aus laufenden Haushaltsmitteln finanzieren kann, soll dafür ein Darlehen aufgenommen werden.
Mit dem geplanten Rückkauf endet eine jahrzehntelange Zuständigkeit der Stadtwerke für die Gaststätte. Gleichzeitig beginnt für die Stadt die Suche nach einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept, das den gastronomischen Betrieb auf der Burgwallinsel langfristig sichert.
Stadtwerke wollen sich von der Gaststätte trennen
Die Stadtwerke Teterow befinden sich seit einiger Zeit in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Das kommunale Unternehmen will sich deshalb stärker auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren: die Versorgung mit Strom, Gas und Fernwärme.
Geschäftsbereiche, die dauerhaft Verluste verursachen, stehen auf dem Prüfstand. Dazu gehört auch die Bewirtschaftung der Burgwallinsel.
Die Traditionsgaststätte „Wendenkrug“ war über Jahrzehnte mit den Stadtwerken verbunden. Nach Angaben aus dem Unternehmen ließ sich der Betrieb jedoch nicht dauerhaft wirtschaftlich führen.
Die Stadt will die Immobilie deshalb wieder selbst übernehmen.
Bürgermeister Robert Straßburg hatte Ende Oktober in der Stadtvertretung erklärt, dass für den Rückkauf ein Kredit benötigt werde.
Im Verwaltungsbericht vom 29. Oktober teilte die Stadt mit, dass die Kaufpreise für den Rückkauf des Erbbaurechts am „Wendenkrug“ und den Erwerb weiterer landwirtschaftlicher Flächen inzwischen notariell fällig gestellt worden seien.
Die benötigten Darlehen wurden über eine bundesweite Plattform zur Kreditvermittlung ausgeschrieben. Damit möchte die Verwaltung Angebote mehrerer Banken einholen und möglichst günstige Zinskonditionen erreichen.
Restaurant mit Terrasse und Gästezimmern
Der „Wendenkrug“ liegt auf der Burgwallinsel im Teterower See. Die Insel gehört zu den bekannten Ausflugszielen der Mecklenburgischen Schweiz und ist nur über den Wasserweg erreichbar.
Besucher gelangen mit der Burgwallfähre, dem Fahrgastschiff „Regulus“ oder eigenen Booten auf die Insel. Kraftfahrzeuge sind dort nicht zugelassen.
Die Gaststätte verfügt über Restaurant- und Veranstaltungsräume sowie eine große Außenterrasse mit Blick auf den See.
Zum Gebäude gehören außerdem mehrere Gästezimmer, die künftig wieder touristisch genutzt werden könnten.
Nach Angaben der Stadt umfasst die für eine Verpachtung vorgesehene Grundstücksfläche rund 1.325 Quadratmeter. Die Nutzfläche des Gaststättengebäudes beträgt etwa 295 Quadratmeter.
Derzeit wird dort lediglich eine einfache Imbissversorgung angeboten. Ein regulärer Restaurant- und Beherbergungsbetrieb besteht nicht.
Neuer Pächter soll den Wendenkrug wiederbeleben
Bereits im Frühjahr hatten Stadt und Stadtwerke nach Interessenten für eine langfristige Pacht gesucht.
Bewerber sollten ihre Erfahrungen in der Gastronomie, ein Betriebskonzept sowie Vorstellungen zur Finanzierung und Organisation vorlegen.
Eine besondere Herausforderung stellt die Lage auf der autofreien Insel dar. Lebensmittel, Getränke und andere Waren müssen über den Wasserweg transportiert werden.
Auch Personal, Gäste und Dienstleister sind auf die vorhandenen Fähr- und Bootsverbindungen angewiesen.
Hinzu kommen Anforderungen des Natur- und Landschaftsschutzes. Die Burgwallinsel ist nicht nur touristisch bedeutsam, sondern auch ein kulturhistorisch wertvoller Standort.
Das Interessenbekundungsverfahren endete am 31. August 2026. Anschließend begannen die Stadtwerke mit der Sichtung der eingegangenen Bewerbungen.
Zu den Interessenten gehört der bisherige Imbissbetreiber Alexander Erlewein. Er hatte bereits öffentlich erklärt, die Gaststätte einschließlich der Pensionszimmer künftig übernehmen zu wollen.
Eine abschließende Entscheidung über die Vergabe des Pachtvertrags ist bislang nicht bestätigt.
Wiedereröffnung könnte 2027 erfolgen
Die Stadt verfolgt das Ziel, den „Wendenkrug“ wieder als reguläre Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten zu betreiben.
Ein neuer Pächter müsste dafür nicht nur ein gastronomisches Angebot entwickeln, sondern auch die besonderen Bedingungen des Inselstandortes berücksichtigen.
Noch offen sind unter anderem der Umfang möglicherweise notwendiger baulicher Arbeiten, die endgültigen Vertragsbedingungen und die Organisation der Versorgung über den Wasserweg.
Auch die Finanzierung des Rückkaufs muss abgeschlossen werden.
Die Stadt hatte ursprünglich angekündigt, möglichst 2027 wieder einen regulären Gaststättenbetrieb anbieten zu wollen.
Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hängt vom Abschluss des Eigentumswechsels, der Auswahl eines geeigneten Betreibers und den notwendigen Genehmigungen ab.
Für Teterow wäre die Wiedereröffnung ein wichtiger Schritt zur touristischen Nutzung der Burgwallinsel. Die Gaststätte könnte wieder zu einem festen Anlaufpunkt für Einheimische, Tagesausflügler und Urlauber werden.