Vogelzug im Landkreis Bautzen: Tausende Wasservögel rasten in der Oberlausitz
Im Landkreis Bautzen sind derzeit zahlreiche Zugvögel auf dem Weg in ihre Winterquartiere zu beobachten. Besonders die Talsperre Bautzen, das Dubringer Moor und die Teichgebiete bei Neschwitz und Kamenz bieten wichtige Rastplätze. An der Talsperre werden im Verlauf einer durchschnittlichen Saison mindestens 10.000 Wasservögel erfasst.
Bautzen. Mit dem Herbstzug sammeln sich im Landkreis Bautzen wieder zahlreiche Wasservögel an Seen, Teichen und Talsperren. Gänse, Kraniche, Enten und Schwäne nutzen die Gewässer der Oberlausitz als Rastplätze, bevor sie ihre Reise in die Winterquartiere fortsetzen oder in der Region überwintern. Besonders an der Talsperre Bautzen können Naturfreunde im November größere Ansammlungen beobachten, wobei die Tiere vor allem in den Abendstunden zu ihren Schlafplätzen zurückkehren.
Die Oberlausitz bietet Zugvögeln unterschiedliche Lebensräume. Neben größeren Wasserflächen spielen Moore, Teichgebiete, ehemalige Tagebauseen und offene Felder eine wichtige Rolle.
Talsperre Bautzen zählt zu den wichtigsten Rastgebieten
Ein besonders bedeutender Rastplatz ist die Talsperre Bautzen. Dort erreichen die Bestände rastender Wasservögel in den Wintermonaten regelmäßig hohe Zahlen.
Auswertungen von Vogelzählungen zwischen 2009 und 2019 zeigen, dass die größten Ansammlungen üblicherweise zwischen November und Februar auftreten.
In einer durchschnittlichen Saison werden an der Talsperre mindestens 10.000 Wasservögel erfasst. Dabei handelt es sich um die Gesamtzahl der während der Saison registrierten Tiere und nicht um einen Bestand, der gleichzeitig auf dem Gewässer anzutreffen ist.
Die offenen Wasserflächen bieten den Vögeln geeignete Bedingungen, um sich auszuruhen und nachts vor Störungen geschützt zu sein.
Neben der Talsperre gehören das Dubringer Moor sowie die Teichlandschaften bei Neschwitz und Kamenz zu den wichtigen Rastgebieten im Landkreis.
Gänse und Kraniche nutzen unterschiedliche Schlafplätze
Die verschiedenen Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Rastgebiete.
Gänse übernachten häufig auf größeren offenen Wasserflächen. Tagsüber suchen sie auf Wiesen und abgeernteten Feldern nach Nahrung.
Dabei können sie auch größere Entfernungen zwischen ihren Schlafgewässern und den Futterplätzen zurücklegen.
Kraniche bevorzugen dagegen flache und möglichst störungsarme Gewässer als Schlafplätze. Während des Tages sind sie häufig auf Äckern und Grünflächen zu beobachten.
Auch verschiedene Enten- und Schwanenarten nutzen die Gewässer der Oberlausitz.
Besonders eindrucksvoll ist der abendliche Einflug größerer Gänsegruppen. Die Tiere kehren dann aus ihren Nahrungsgebieten zu den Wasserflächen zurück, auf denen sie die Nacht verbringen.
Warum die Oberlausitz für Zugvögel wichtig ist
Der Landkreis Bautzen verfügt über eine vielfältige Landschaft, die für zahlreiche Vogelarten geeignete Rast- und Nahrungsmöglichkeiten bietet.
Teiche und Seen dienen als Schlaf- und Ruheplätze. Auf den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen finden die Tiere Nahrung.
Auch Moore und renaturierte Bergbaufolgelandschaften tragen zur Vielfalt der Lebensräume bei.
Im Frühjahr nutzen viele Zugvögel die Region auf dem Weg in ihre Brutgebiete. Im Spätsommer und Herbst sammeln sich andere Arten vor dem Weiterflug in südlichere oder westlich gelegene Winterquartiere.
Nicht alle Vögel verlassen die Oberlausitz vollständig. Abhängig von der Art und den Witterungsbedingungen bleiben einige Wasservögel während der Wintermonate in der Region.
Naturzentrale bittet um Rücksicht bei der Beobachtung
Wer den Vogelzug erleben möchte, sollte ein Fernglas oder ein Spektiv mitbringen. Damit lassen sich die Tiere auch aus größerer Entfernung gut beobachten.
Die Naturzentrale des Landkreises Bautzen empfiehlt, ausschließlich ausgewiesene Wege und Aussichtspunkte zu nutzen.
Rastende Vögel reagieren empfindlich auf Störungen. Werden sie aufgeschreckt, verbrauchen sie zusätzliche Energie, die sie für den Weiterflug oder das Überstehen der Wintermonate benötigen.
Deshalb sollten Besucher ausreichend Abstand halten und die Rastgebiete nicht betreten.
Auch Hunde müssen angeleint bleiben. Felder und andere Nahrungsflächen sollten nicht betreten werden, damit die Tiere ungestört fressen können.
Mit etwas Geduld lassen sich besonders in den Abendstunden größere Vogelschwärme beobachten, ohne in ihre Lebensräume einzugreifen.
Die Naturzentrale mit Sitz in Neschwitz koordiniert die Zusammenarbeit mehrerer Naturschutzeinrichtungen im Landkreis Bautzen. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung regionaler Naturschutzprojekte.