Jubiläumsfeier und Tag der offenen Tür am 6. und 7. November

25 Jahre Förderverein Cruciskirche: Wie Sondershausen eine Kirchenruine rettete

Vor 25 Jahren stand die Cruciskirche in Sondershausen vor dem Verfall. Heute finden in dem historischen Gebäude Konzerte, Lesungen und Feiern statt. Am 6. November begeht der Förderverein sein Jubiläum. Einen Tag später können Besucher das Bürgerzentrum beim Tag der offenen Tür kennenlernen.

Von Christian Weigand 3 Min. Lesezeit

Teilen
Die Cruciskirche blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Dank des Fördervereins wurde die einstige Ruine zu einem modernen Bürgerzentrum inmitten der Stadt Sondershausen aufgebaut.
Die Cruciskirche blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Dank des Fördervereins wurde die einstige Ruine zu einem modernen Bürgerzentrum inmitten der Stadt Sondershausen aufgebaut. Foto: Janine Skara

Sondershausen. Aus einer verfallenen Kirche ist ein viel genutztes Bürgerzentrum geworden. Am Freitag, dem 6. November 2026, feiert der Förderverein Cruciskirche Sondershausen sein 25-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 haben Vereinsmitglieder, Unternehmen und zahlreiche Unterstützer das historische Gebäude schrittweise saniert und für Veranstaltungen geöffnet. Am Samstag lädt der Verein von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

Die Geschichte des Bürgerzentrums begann mit einer Gruppe engagierter Sondershäuser, die verhindern wollte, dass die ehemalige Kirche weiter verfällt. Ihr Vorhaben war anspruchsvoll: Das historische Gebäude sollte nicht nur erhalten bleiben, sondern eine neue Aufgabe im öffentlichen Leben der Stadt erhalten.

Fünf Bauabschnitte bis zur Fertigstellung 2017

Am 6. November 2001 wurde der Förderverein Cruciskirche Sondershausen gegründet. Unter dem Motto „Wir bringen Leben in alte Gemäuer“ begannen die Mitglieder, Pläne für die Sanierung und spätere Nutzung zu entwickeln.

An der Spitze stand von Beginn an Wolfgang Wytrieckus. Gemeinsam mit dem damaligen Vorstand, dem Beirat und den beteiligten Ingenieur- und Baubüros wurden die notwendigen Arbeiten vorbereitet.

Die Umsetzung erfolgte in fünf Bauabschnitten. Dabei mussten nicht nur bauliche Probleme gelöst, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel beschafft werden.

Unterstützung kam aus Förderprogrammen des Bundes und des Freistaates Thüringen. Hinzu kamen Spenden, ehrenamtliche Arbeitsstunden und Beiträge örtlicher Unternehmen.

Eine besondere Möglichkeit zur Beteiligung waren die Fensterpatenschaften. Bürger konnten damit gezielt die Wiederherstellung historischer Fenster unterstützen.

Zeitweise gehörten dem Förderverein zwischen 70 und 90 Mitglieder an. 2017 konnten die Bauarbeiten schließlich abgeschlossen werden.

Engagement mehrfach ausgezeichnet

Die Rettung der Cruciskirche fand auch über Sondershausen hinaus Anerkennung.

Bereits 2009 erhielt das Projekt einen Ehrenpreis beim Nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur. Die Auszeichnung wurde in der Kategorie „Engagiert für die Stadt“ vergeben.

Drei Jahre später folgte der Thüringische Denkmalschutzpreis.

Auch die persönliche Arbeit der Vereinsmitglieder wurde gewürdigt. Der langjährige Vorsitzende Wolfgang Wytrieckus erhielt 2013 für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die Auszeichnungen stehen für eine Sanierung, die ohne den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher kaum möglich gewesen wäre.

Heute finden Konzerte, Lesungen und Feiern statt

Inzwischen gehört die Cruciskirche zu den Veranstaltungsorten in Sondershausen.

Regelmäßig werden dort Konzerte, Buchlesungen, Ausstellungen und Fachvorträge organisiert. Auch Unternehmen, Vereine und Institutionen nutzen das Gebäude für Veranstaltungen.

Daneben können die Räume für private Feiern gebucht werden. Dazu gehören Hochzeiten, Jugendweihen und Schuleinführungen.

Damit hat sich die ursprüngliche Vorstellung des Fördervereins erfüllt. Die ehemalige Kirche ist heute nicht nur ein erhaltenes Baudenkmal, sondern ein Ort, den Menschen für unterschiedliche Anlässe nutzen können.

Die Verbindung von Denkmalschutz und öffentlicher Nutzung war bereits bei der Gründung eines der wichtigsten Ziele.

Verein sucht weiterhin Unterstützer

Auch nach Abschluss der Sanierung bleibt die Arbeit des Fördervereins notwendig. Das Gebäude muss betreut, Veranstaltungen müssen organisiert und die laufenden Aufgaben finanziert werden.

Der Vorstand besteht aus Wolfgang Wytrieckus, Edith Baars und Walter Steuerwald. Gemeinsam kümmern sie sich um die Belange des Vereins und des Bürgerzentrums.

Neue Mitglieder und Unterstützer sind ausdrücklich willkommen.

Das Jubiläum soll deshalb nicht nur an die vergangenen 25 Jahre erinnern, sondern auch Menschen ansprechen, die sich künftig für die Cruciskirche engagieren möchten.

Tag der offenen Tür am 7. November

Die Jubiläumsfeier findet am Freitag, dem 6. November, in der Cruciskirche statt. Dazu sind nach Angaben der Stadtverwaltung alle Interessierten eingeladen.

Am Samstag, dem 7. November, folgt ein Tag der offenen Tür. Zwischen 10 und 16 Uhr können Besucher das Bürgerzentrum besichtigen und seine Nutzungsmöglichkeiten kennenlernen.

Der Förderverein möchte damit zeigen, was in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten entstanden ist.

Die Cruciskirche steht heute für ein Stück Sondershäuser Stadtgeschichte, das durch das Engagement vieler Menschen erhalten geblieben ist. Ohne den Verein und seine Unterstützer wäre aus der einstigen Ruine kaum das heutige Veranstaltungszentrum geworden.

Themen: DenkmalschutzEhrenamtStadtgeschichteFördervereinKyffhäuserkreisSondershausenBürgerzentrumCruciskirche

Teilen

Lesen Sie als Nächstes

Informationsabend am Klinikum Südstadt Rostock sucht ehrenamtliche Hospizbegleiter für schwerkranke Menschen Zeit schenken und Angehörige entlasten

Ihre Meinung

Schreiben Sie uns einen Leserbrief an leserbriefe@ostdeutsche-zeitung.de. Bitte mit vollständigem Namen und Anschrift; veröffentlicht werden nur Name und Wohnort.

Meistgelesen

Lokales

Alle Beiträge