Landkreis Görlitz schließt grenzüberschreitendes Umweltbildungsprojekt ab

1.100 Kinder aus Sachsen und Tschechien lernen, wie Bioabfall zu Kompost wird

Mit Regenwurm Rudi und Assel Schredderfix haben Kinder aus dem Landkreis Görlitz und Tschechien gelernt, wie aus Bioabfällen wertvolle Erde entsteht. Rund 1.100 Mädchen und Jungen nahmen an dem deutsch-tschechischen Umweltbildungsprojekt teil. Nun ist das Vorhaben nach drei Jahren abgeschlossen.

Von Robert Neumann 3 Min. Lesezeit

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Im Rahmen des deutsch-tschechischen Projekts „Bioabfall ist kein Abfall!“ beschäftigten sich rund 1.100 Kinder mit Kompostierung, Bodenlebewesen und Mülltrennung. Das Naturschutzzentrum „Zittauer Gebirge“ führte die Veranstaltungen im Landkreis Görlitz durch.
Symbolbild (KI-generiert)

Görlitz. Insgesamt 1.102 Kinder aus Deutschland und Tschechien haben beim Umweltbildungsprojekt „Bioabfall ist kein Abfall!“ gelernt, wie wichtig Kompostierung und richtige Mülltrennung für die Umwelt sind. Zwischen 2024 und 2026 beteiligten sich im Landkreis Görlitz 548 Kindergarten- und Grundschulkinder an den Veranstaltungen, auf tschechischer Seite kamen weitere 554 Kinder hinzu. Das grenzüberschreitende Projekt wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

Federführend beteiligt war die Abteilung Abfallwirtschaft des Landkreises Görlitz. Als tschechischer Partner wirkte die Umweltbildungseinrichtung Střevlík mit. Die Veranstaltungen im Landkreis Görlitz übernahm das Naturschutzzentrum „Zittauer Gebirge“ gGmbH.

Regenwurm Rudi erklärt die Kompostierung

Wie wird aus Küchen- und Gartenabfällen wieder fruchtbare Erde? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Umweltbildung.

Den Einstieg bildete ein Puppentheaterstück mit drei ungewöhnlichen Hauptfiguren: Regenwurm Rudi, Assel Schredderfix und Springschwanz Brunhilde.

Die kleinen Bodenbewohner erklärten den Kindern, was mit organischen Abfällen geschieht, wenn diese richtig kompostiert werden.

Dabei erfuhren die jungen Teilnehmer, dass zahlreiche Lebewesen an der Zersetzung von Pflanzenresten beteiligt sind. Gemeinsam mit Mikroorganismen tragen sie dazu bei, dass aus organischem Material nährstoffreicher Kompost entsteht.

Nach dem Theaterstück konnten die Kinder selbst auf Entdeckungsreise gehen. Mit Becherlupen und Binokularen untersuchten sie kleine Bodenbewohner und lernten deren Bedeutung für ein funktionierendes Ökosystem kennen.

Kinder bauen eigenen Kompost am Modell

Anschließend wurde es praktisch. Die Kinder übten anhand eines Modells, wie ein Kompost richtig aufgebaut wird.

Dabei beschäftigten sie sich mit den unterschiedlichen Materialien, die sich zur Kompostierung eignen, und erfuhren, weshalb eine gute Mischung aus organischen Abfällen wichtig ist.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Zusammenhang zwischen Bodenqualität und Klimaschutz.

Experimente verdeutlichten, welche Bedeutung gesunde Böden für die Speicherung und Aufnahme von Wasser haben. So konnten die Kinder beobachten, weshalb die Beschaffenheit des Bodens für Pflanzen und den natürlichen Wasserhaushalt wichtig ist.

Die Veranstalter wollten damit zeigen, dass Bioabfälle nicht einfach weggeworfen werden müssen, sondern als wertvolle Ressource genutzt werden können.

Warum Plastik nicht in die Biotonne gehört

Neben der Kompostierung spielte die richtige Abfalltrennung eine wichtige Rolle.

Die Kinder lernten, welche Abfälle in die Biotonne gehören und welche Materialien dort nichts zu suchen haben.

Besonders ging es um Plastik und andere Fremdstoffe. Diese können die Qualität des entstehenden Komposts beeinträchtigen und dazu führen, dass unerwünschte Stoffe in die Böden gelangen.

Anhand praktischer Beispiele übten die Teilnehmer, verschiedene Abfälle richtig zuzuordnen.

Damit sollten die Kinder nicht nur Wissen für den Unterricht erwerben, sondern auch Anregungen für den Alltag zu Hause erhalten.

Deutsche und tschechische Kinder treffen sich digital

Eine Besonderheit des Projekts war die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Jede Veranstaltung endete mit einem digitalen Treffen zwischen den deutschen und tschechischen Kindergruppen.

Die Grundschulkinder traten dabei in einem gemeinsamen Wissensquiz gegeneinander an. Die jüngeren Kindergartenkinder beschäftigten sich spielerisch mit der Zuordnung verschiedener Abfälle zu den richtigen Mülltonnen.

Trotz unterschiedlicher Sprachen konnten sich die Teilnehmer verständigen. Mit einfachen tschechischen und deutschen Wörtern, Gesten und viel Applaus entstand ein gemeinsames Erlebnis über die Landesgrenze hinweg.

So verband das Projekt Umweltbildung mit der Begegnung zwischen Kindern aus Sachsen und Tschechien.

Europäische Union unterstützt Umweltbildung

Nach Abschluss der Veranstaltungen erhielten die teilnehmenden Kinder ein Zertifikat als „Bioabfallprofi“.

Insgesamt wurden damit 1.102 Kinder aus der deutsch-tschechischen Grenzregion ausgezeichnet.

Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben durch die Europäische Union. Die Förderung erfolgte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms Interreg Sachsen – Tschechien 2021–2027.

Das Programm unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Organisationen beiderseits der Grenze.

Mit dem Abschluss des Projekts endet eine dreijährige Zusammenarbeit, bei der Umweltwissen und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt standen. Die Kinder wissen nun, welche Aufgaben Regenwürmer, Asseln und andere Bodenlebewesen übernehmen – und warum aus vermeintlichem Abfall wertvolle Komposterde entstehen kann.

Themen: TschechienNaturschutzInterregLandkreis GörlitzUmweltbildungZittauer GebirgeBioabfallKompostierungMülltrennung

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