Ergebnisse der Gesundheitskonferenz

Lausitz: 278 Vorschläge für eine bessere Gesundheitsversorgung ausgewertet

Bürger wollen mitentscheiden

Von Robert Neumann 3 Min. Lesezeit

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Moderator Holger Thomas und die Koordinatorin vom Netzwerk Gesunde-Lausitz, Desirée Steinborn, präsentieren erste Ergebnisse der 2. Lausitzer Gesundheitskonferenz.
Moderator Holger Thomas und die Koordinatorin vom Netzwerk Gesunde-Lausitz, Desirée Steinborn, präsentieren erste Ergebnisse der 2. Lausitzer Gesundheitskonferenz. Foto: MUL – CT

Das Netzwerk Gesunde-Lausitz hat die Ergebnisse der zweiten Lausitzer Gesundheitskonferenz veröffentlicht. Rund 80 Menschen hatten am 11. September 2026 in der Kulturfabrik Schönbach über die Gesundheitsversorgung in ihrer Region diskutiert. Der jetzt vorgestellte Bericht zeigt, unter welchen Bedingungen Bürger ihre Erfahrungen einbringen können und was sie von einer Beteiligung an gesundheitspolitischen Entscheidungen erwarten.

In neun Arbeitsgruppen wurden insgesamt 278 Beiträge gesammelt und ausgewertet. Besonders wichtig war den Teilnehmern, dass ihre Vorschläge nicht nur angehört werden, sondern auch nachvollziehbar in die weitere Arbeit einfließen.

Bürger erwarten konkrete Ergebnisse

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage, wie die Gesundheitsversorgung in der Lausitz gemeinsam mit den Menschen vor Ort verbessert werden kann.

Die Teilnehmer beschäftigten sich damit, wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen erreicht werden können und welche Voraussetzungen für offene Gespräche notwendig sind.

Die Auswertung nennt drei wesentliche Bedingungen: Vertrauen, verständliche Kommunikation und geeignete Orte für den persönlichen Austausch.

Ebenso wichtig ist die Transparenz nach einer Beteiligungsveranstaltung. Menschen möchten erfahren, welche ihrer Vorschläge aufgegriffen werden und weshalb bestimmte Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.

„Beteiligung endet nicht mit dem Gespräch. Menschen möchten nicht nur gehört werden, sondern auch erkennen können, was aus ihren Beiträgen entsteht“, erklärte Desirée Steinborn, Koordinatorin des Netzwerks Gesunde-Lausitz.

Der Bericht beschreibt damit vor allem, wie Bürgerbeteiligung funktionieren kann. Konkrete Beschlüsse über neue medizinische Einrichtungen oder zusätzliche Versorgungsangebote enthält die veröffentlichte Zusammenfassung nicht.

278 Beiträge aus neun Arbeitsgruppen

Die Konferenz fand am 11. September in Schönbach im Landkreis Görlitz statt. Zu Beginn sprachen der Gesundheitskoordinator des Landkreises, Markus Cording, und Professorin Kristina Barczik vom WIR!-Bündnis „ZukunfTAlter“.

Anschließend arbeiteten die Teilnehmer in einem Beteiligungsformat unter dem Titel „Gesundheitsgespräche sichtbar machen“.

Dieses wurde gemeinsam mit dem Projekt INSOLA des Sozialen Netzwerks Lausitz umgesetzt.

Die Arbeitsgruppen beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, welche Menschen durch bestehende Gesprächsangebote bislang nur schwer erreicht werden und wie ein Austausch über Gesundheitsfragen verständlicher gestaltet werden kann.

Die 278 dokumentierten Beiträge bilden unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen ab. Das Netzwerk weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine repräsentative Befragung handelt.

Aus den Ergebnissen lassen sich deshalb keine Aussagen darüber ableiten, wie die gesamte Bevölkerung der Lausitz bestimmte gesundheitspolitische Fragen bewertet.

Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Das Netzwerk Gesunde-Lausitz beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle. Dabei geht es insbesondere darum, medizinische und pflegerische Angebote besser miteinander zu verbinden und auch außerhalb größerer Städte erreichbar zu halten.

Mehr als 160 Partner aus Medizin, Pflege, Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Gesellschaft arbeiten nach Netzwerkangaben zusammen.

Die Beteiligung der Bevölkerung soll dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und neue Angebote stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort auszurichten.

Dabei können Erfahrungen von Patienten, pflegenden Angehörigen und medizinischem Personal unterschiedliche Schwierigkeiten sichtbar machen.

Die Gesundheitskonferenz sollte deshalb nicht allein Fachleute zusammenbringen, sondern auch Menschen einbeziehen, die medizinische Versorgung im Alltag nutzen.

Medizinische Universität Lausitz beteiligt sich

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle spielt die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus.

Sie wurde am 1. Juli 2024 gegründet und ist die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs. Bund und Land stellen für ihren Aufbau bis 2038 insgesamt 3,7 Milliarden Euro bereit.

Die Universität beschäftigt sich unter anderem mit Gesundheitssystemforschung und der Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Zum Wintersemester 2026/2027 haben dort die ersten 38 Studierenden ihr Humanmedizinstudium aufgenommen.

Die Universität ist mit der Modellregion Gesundheit Lausitz verbunden, in der neue Formen der medizinischen Versorgung entwickelt und erprobt werden sollen.

Wie geht es nach der Gesundheitskonferenz weiter?

Der veröffentlichte Ergebnisbericht soll als Grundlage für künftige Beteiligungsangebote dienen. Er enthält Anregungen dazu, wie Gesundheitsgespräche vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet werden können.

Entscheidend wird sein, ob die beteiligten Einrichtungen diese Erkenntnisse bei weiteren Projekten berücksichtigen und die Bevölkerung über den Umgang mit ihren Vorschlägen informieren.

Welche konkreten Maßnahmen aus den 278 Beiträgen entstehen und wann diese umgesetzt werden könnten, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

Der vollständige Ergebnisbericht ist auf der Website des Netzwerks Gesunde-Lausitz im Bereich „Wissen“ veröffentlicht.

Themen: LausitzCottbusGesundheitsversorgungBürgerbeteiligungMedizinische Universität LausitzLandkreis GörlitzSchönbachGesundheitskonferenzNetzwerk Gesunde-Lausitz

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