Medizinische Versorgung in Vorpommern

Demmin: Kreiskrankenhaus verstärkt Endoskopie mit neuer Pflegeleitung und Oberarzt

Erfahrene Fachkräfte übernehmen Verantwortung

Von Jan-Hendrik Peters 3 Min. Lesezeit

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Starkes Team – die Endoskopie im KKH Demmin ist gut aufgestellt, hier mit Chefärztin Fleur Müller
Starkes Team – die Endoskopie im KKH Demmin ist gut aufgestellt, hier mit Chefärztin Fleur Müller Foto: KKH Demmin

Das Kreiskrankenhaus Demmin hat zwei wichtige Positionen in der Endoskopie und Inneren Medizin neu besetzt. Seit dem 1. Oktober 2026 leitet der 37-jährige Markus Sartowski den Pflegebereich der Endoskopie. Gleichzeitig ist der erfahrene Internist Dr. Jan Möhring als Leitender Oberarzt an das Krankenhaus zurückgekehrt.

Mit den Personalentscheidungen will das Krankenhaus die Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Gallenwege langfristig sichern. Besonders angesichts des Fachkräftemangels sieht Chefärztin Fleur Müller darin eine wichtige Entwicklung für den Standort.

Gebürtiger Demminer übernimmt die Pflegeleitung

Markus Sartowski stammt aus Demmin und kennt das Kreiskrankenhaus bereits aus früheren Tätigkeiten. Nach seiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger in Stralsund arbeitete er an verschiedenen Krankenhausstandorten, darunter Bad Doberan, Greifswald und Demmin. Weitere Berufserfahrung sammelte er bei einem Medizinprodukteunternehmen.

Von 2019 bis 2021 leitete Sartowski bereits eine Endoskopieabteilung. Zusätzlich absolvierte er eine zweijährige berufsbegleitende Fachweiterbildung für Endoskopie. Seit September 2025 arbeitet er erneut am Kreiskrankenhaus Demmin.

Er folgt auf Regina Brümmer, die nach 41 Berufsjahren am Krankenhaus in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Auch auf ärztlicher Seite gibt es Veränderungen. Dr. Jan Möhring übernimmt die Position des Leitenden Oberarztes in der Klinik für Innere Medizin II. Der 44-Jährige war bereits zwischen September 2023 und März 2024 in Demmin tätig und wechselte anschließend an das Hanseklinikum Stralsund.

Zu seinen medizinischen Schwerpunkten gehören die Ultraschalldiagnostik und die Palliativmedizin. Darüber hinaus engagiert er sich in der Ausbildung junger Ärzte. Ergänzend wurde die Internistin Zeljka Markovic aus dem bestehenden Ärzteteam für die Endoskopie eingearbeitet.

Rund 2.000 Magen- und Darmspiegelungen jährlich

Die Endoskopie zählt zu den wichtigen Behandlungsbereichen der Klinik für Innere Medizin II. Mit flexiblen Untersuchungsinstrumenten können Ärzte den Verdauungstrakt untersuchen und zahlreiche Erkrankungen bereits während eines Eingriffs behandeln.

Am Kreiskrankenhaus Demmin werden jährlich jeweils nahezu 1.000 Magen- und Darmspiegelungen durchgeführt. Hinzu kommen durchschnittlich 130 Untersuchungen der Gallenwege.

Bei diesen Eingriffen können unter anderem Gewebeproben entnommen, Polypen entfernt oder innere Blutungen gestillt werden. Auch die Behandlung bestimmter Gallenwegserkrankungen gehört zum Leistungsspektrum.

Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Endosonographie. Dabei wird eine endoskopische Untersuchung mit Ultraschall kombiniert, um beispielsweise Veränderungen an Organen oder Tumorerkrankungen genauer beurteilen zu können.

Das Team besteht derzeit aus drei Ärzten, sechs Pflegekräften und einer Mitarbeiterin, die für die fachgerechte Aufbereitung der medizinischen Instrumente verantwortlich ist. Die Terminkoordination übernimmt Susan Thüne im Sekretariat.

Chefärztin möchte Patienten die Angst vor Untersuchungen nehmen

Viele Menschen empfinden insbesondere eine Magen- oder Darmspiegelung als unangenehm und schieben notwendige Untersuchungen deshalb auf. Die Chefärztin der Klinik für Innere Medizin II, Fleur Müller, möchte solchen Vorbehalten entgegenwirken.

„Niemand sollte notwendige Untersuchungen aus Sorge vor Schmerzen aufschieben“, erklärte Müller. Moderne Verfahren ermöglichten es, endoskopische Untersuchungen schmerzfrei durchzuführen.

Gerade bei Erkrankungen des Verdauungstraktes könne eine frühzeitige Diagnose entscheidend für die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen sein.

Das Krankenhaus möchte deshalb stärker über die Bedeutung der Vorsorge informieren. Insbesondere Darmspiegelungen können dazu beitragen, Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls bereits während der Untersuchung zu entfernen.

Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen

Die Endoskopie arbeitet eng mit weiteren medizinischen Bereichen des Krankenhauses zusammen. Dazu gehören die Kardiologie, Chirurgie und die radiologische Gemeinschaftspraxis von Dr. Frank Rosenbaum und Albert Benovsky.

Bei Patienten mit Tumorerkrankungen werden die Befunde regelmäßig in fachübergreifenden Konferenzen besprochen. Auch niedergelassene Ärzte und umliegende Krankenhäuser sind in die Zusammenarbeit eingebunden.

Chefärztin Fleur Müller kennt das Kreiskrankenhaus seit fast zwei Jahrzehnten. Sie begann dort 2007 ihre ärztliche Ausbildung und kehrte nach einer sechsjährigen Tätigkeit an der Universitätsmedizin Greifswald 2016 nach Demmin zurück.

Seit April 2024 leitet sie die Klinik für Innere Medizin II. Im Jahr 2025 erwarb sie zusätzlich die Facharztanerkennung für Gastroenterologie.

Mit der neuen Pflegeleitung und dem zurückgekehrten Oberarzt sieht sich die Abteilung für die weitere Entwicklung gut aufgestellt. Ziel bleibt eine wohnortnahe Versorgung, damit Patienten aus Demmin und dem Umland für spezialisierte Untersuchungen nicht auf weiter entfernte Krankenhäuser ausweichen müssen.

Themen: GesundheitsversorgungDemminKreiskrankenhaus DemminEndoskopieInnere MedizinMarkus SartowskiJan MöhringFleur Müller

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