Greifswald ist vom 21. bis 23. Oktober 2026 Gastgeber einer internationalen Konferenz der Union der Baltischen Städte (UBC). Vertreter verschiedener Ostseestädte beraten über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, nachhaltige Stadtentwicklung und die Zukunft des Städtenetzwerks. Während der Vorstandstagung wurde die mecklenburg-vorpommersche Stadt Demmin als neues Mitglied aufgenommen. Für 2027 sind weitere internationale Beratungen in Greifswald vorgesehen.
Internationale Vertreter treffen sich in Greifswald
Drei Tage lang steht die Universitäts- und Hansestadt Greifswald im Mittelpunkt der kommunalen Zusammenarbeit im Ostseeraum.
Vom 21. bis 23. Oktober tagt der Vorstand der Union der Baltischen Städte in der Stadt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskommunen beschäftigen sich dabei mit aktuellen Herausforderungen des internationalen Städtenetzwerks.
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem organisatorische Fragen und Entscheidungen über die Aufnahme neuer Mitglieder.
Ein konkretes Ergebnis der Beratungen steht bereits fest: Die Stadt Demmin wurde in die Union der Baltischen Städte aufgenommen.
Damit erhält eine weitere Kommune aus Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, sich an internationalen Projekten und dem fachlichen Austausch zwischen Städten im Ostseeraum zu beteiligen.
Rund 100 Städte aus zehn Ländern arbeiten zusammen
Die Union der Baltischen Städte ist ein internationales Netzwerk kommunaler Verwaltungen.
Ihr gehören nach Angaben der Stadt Greifswald rund 100 Städte aus zehn Ländern an.
Vertreten sind Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden und die Ukraine.
Ziel des Zusammenschlusses ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame Lösungen für kommunale Herausforderungen zu entwickeln.
Dabei geht es insbesondere um wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung sowie um nachhaltiges und umweltfreundliches Wachstum.
Die Mitgliedskommunen können Erfahrungen austauschen, gemeinsame Interessen vertreten und voneinander lernen.
Gerade im Ostseeraum spielen dabei internationale Verkehrsverbindungen, wirtschaftliche Beziehungen und die Entwicklung von Küsten- und Hafenregionen eine wichtige Rolle.
Greifswald gehört seit 1999 zum Städtenetzwerk
Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald ist bereits seit 1999 Mitglied der Union der Baltischen Städte.
Die Stadt beteiligt sich damit seit mehr als 25 Jahren an der internationalen kommunalen Zusammenarbeit.
Die jetzige Vorstandstagung bietet Greifswald die Gelegenheit, den Mitgliedern des Netzwerks eigene Entwicklungen und Besonderheiten vorzustellen.
Neben den offiziellen Beratungen steht deshalb auch ein kulturelles und historisches Begleitprogramm auf dem Plan.
Die internationalen Gäste besuchen unter anderem das Pommersche Landesmuseum und die Universität Greifswald.
Dabei erfahren sie mehr über die Geschichte der Stadt und ihre Beziehungen zum Ostseeraum.
Caspar David Friedrich und die schwedische Vergangenheit
Ein Schwerpunkt des Besuchsprogramms liegt auf der kulturellen Identität Greifswalds.
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Maler Caspar David Friedrich, der 1774 in Greifswald geboren wurde und zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Romantik gehört.
Darüber hinaus wird die schwedische Vergangenheit der Stadt thematisiert.
Greifswald und große Teile Vorpommerns standen über einen langen Zeitraum unter schwedischer Herrschaft. Die historischen Verbindungen prägen die regionale Geschichte bis heute.
Auch die maritime Seite der Hansestadt wird den Gästen vorgestellt.
Eine gemeinsame Schiffsausfahrt soll Einblicke in die Lage Greifswalds am Wasser und seine Bedeutung innerhalb der Ostseeregion vermitteln.
Gemeinsame Lösungen für Verkehr und Klimaschutz
Die Union der Baltischen Städte organisiert ihre Zusammenarbeit in verschiedenen Fachkommissionen.
Dort beschäftigen sich Vertreter der Mitgliedskommunen mit konkreten Fragen der Stadtentwicklung.
Zu den Themen gehören Verkehr und Mobilität, Stadtplanung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz sowie Kultur und Bildung.
Die beteiligten Städte können dabei Erfahrungen aus eigenen Projekten einbringen und gemeinsame Ansätze entwickeln.
Solche Kooperationen sind besonders für Kommunen interessant, die vor ähnlichen wirtschaftlichen oder demografischen Herausforderungen stehen.
Dazu gehören beispielsweise die Modernisierung von Infrastruktur, die Anpassung an klimatische Veränderungen und die langfristige Entwicklung öffentlicher Einrichtungen.
Auch Greifswald beteiligt sich aktiv an der Arbeit der Fachkommissionen.
Weitere internationale Tagungen für 2027 geplant
Die internationale Zusammenarbeit soll im kommenden Jahr in Greifswald fortgesetzt werden.
Nach Angaben der Stadtverwaltung werden 2027 gleich zwei Fachkommissionen der Union der Baltischen Städte in der Hansestadt tagen.
Geplant sind Treffen der Kommissionen für Stadtplanung und Nachhaltigkeit.
Dabei sollen Vertreter verschiedener Mitgliedsstädte Erfahrungen austauschen und über gemeinsame Herausforderungen beraten.
Für Greifswald bedeutet dies eine weitere Gelegenheit, sich als Standort internationaler kommunaler Zusammenarbeit zu präsentieren.
Mit der Aufnahme Demmins wächst zugleich die Beteiligung mecklenburg-vorpommerscher Städte an dem Netzwerk.
Die Vorstandstagung vom 21. bis 23. Oktober unterstreicht damit die Bedeutung regionaler und internationaler Partnerschaften innerhalb des Ostseeraums.