Cottbus eröffnet Kinderschutzambulanz für Opfer von Gewalt und Missbrauch
Kinder und Jugendliche, die Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung erfahren haben, erhalten in Cottbus künftig spezialisierte medizinische und psychologische Unterstützung. Am 4. November wurde die neue Kinderschutzambulanz an der Medizinischen Universität Lausitz eröffnet. Sie soll helfen, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und notwendige Schutzmaßnahmen einzuleiten.
Cottbus. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem hat eine neue Kinderschutzambulanz eröffnet. Die Einrichtung richtet sich an Kinder und Jugendliche, bei denen der Verdacht auf körperliche oder psychische Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch besteht. Am Mittwoch, dem 4. November 2026, wurde die Ambulanz offiziell eröffnet, die künftig eine spezialisierte medizinische und psychologische Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdungen ermöglichen soll.
Das Angebot ist nicht auf Cottbus beschränkt. Auch für betroffene Kinder und Familien aus der umliegenden Lausitz soll die Einrichtung eine wichtige Anlaufstelle sein.
Medizinische und psychologische Hilfe bei Verdachtsfällen
Gewalt und Vernachlässigung hinterlassen nicht immer offensichtlich erkennbare Spuren. Gerade bei Kindern können körperliche Verletzungen, Verhaltensveränderungen oder psychische Belastungen unterschiedliche Ursachen haben.
Die neue Kinderschutzambulanz soll dabei helfen, entsprechende Verdachtsfälle fachlich einzuordnen. Dafür stehen spezialisierte medizinische und psychologische Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Ziel ist es, mögliche Gefährdungen zu erkennen und die notwendigen weiteren Schritte einzuleiten. Dazu gehören insbesondere geeignete Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Kinder und Jugendliche.
Die Einrichtung ergänzt damit die bestehenden Strukturen des Kinderschutzes in Cottbus und der Region.
Oberbürgermeister Tobias Schick fordert gemeinsames Handeln
Bei der Eröffnung betonte Cottbusser Oberbürgermeister Tobias Schick, dass der Schutz von Kindern nicht allein Aufgabe einzelner Behörden oder medizinischer Einrichtungen sei.
„Jedes Kind, das Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch erlebt, ist eines zu viel“, erklärte Schick.
Der Oberbürgermeister verwies auf die gemeinsame Verantwortung, mögliche Gefährdungen ernst zu nehmen und betroffenen Kindern rechtzeitig zu helfen.
Die neue Ambulanz sei ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der Hilfsangebote für Kinder und Familien in Cottbus.
Zugleich würdigte Schick die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem.
Zusammenarbeit zwischen Medizin und Jugendhilfe
Eine wichtige Voraussetzung für wirksamen Kinderschutz ist das Zusammenwirken verschiedener Einrichtungen.
Medizinisches Personal kann Verletzungen und gesundheitliche Auffälligkeiten untersuchen. Psychologische Fachkräfte können mögliche seelische Belastungen einschätzen. Die Jugendhilfe übernimmt ihrerseits Aufgaben bei der Prüfung von Gefährdungen und der Organisation notwendiger Schutzmaßnahmen.
Die neue Ambulanz soll diese Zusammenarbeit unterstützen.
Für die Stadt Cottbus ist die Einrichtung deshalb auch ein Bestandteil des regionalen Kinderschutznetzwerks. Sie soll dazu beitragen, dass medizinische Einschätzungen und weiterführende Hilfen besser ineinandergreifen.
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem übernimmt dabei eine wichtige Rolle als spezialisierter medizinischer Standort.
Neue Anlaufstelle für die gesamte Lausitz
Mit der Eröffnung steht in Cottbus eine zusätzliche Einrichtung zur Verfügung, die sich gezielt mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung beschäftigt.
Davon sollen nicht nur betroffene Kinder und Jugendliche profitieren, sondern auch die Fachkräfte, die mit ihrem Schutz und ihrer Betreuung befasst sind.
Die Stadt setzt darauf, durch die enge Zusammenarbeit zwischen Universität, Jugendhilfe und weiteren Unterstützungsangeboten die Versorgung in der Lausitz zu verbessern.
Konkrete Angaben zu Sprechzeiten, Anmeldeverfahren und Kontaktmöglichkeiten der neuen Kinderschutzambulanz enthält die Mitteilung zur Eröffnung noch nicht.