Grippeschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Impfquote bei Älteren sinkt deutlich
Nur noch 45 Prozent der Menschen ab 60 Jahren sind in Mecklenburg-Vorpommern gegen Influenza geimpft. Zwar liegt das Land damit über dem Bundesdurchschnitt, doch seit der Grippesaison 2020/2021 ist die Impfquote deutlich gesunken. Gesundheitsministerin Stefanie Drese ruft deshalb dazu auf, den Impfschutz vor der Grippewelle aufzufrischen.
Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern lassen sich immer weniger ältere Menschen gegen die Grippe impfen. Während in der Saison 2020/2021 noch knapp 63 Prozent der Menschen ab 60 Jahren eine Influenza-Impfung erhielten, waren es zuletzt nur noch rund 45 Prozent. Damit liegt das Land zwar weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Prozent, doch der anhaltende Rückgang bereitet dem Gesundheitsministerium Sorgen.
Die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) appelliert deshalb an ältere Menschen und andere Risikogruppen, ihren Impfschutz rechtzeitig vor der bevorstehenden Grippewelle zu erneuern. Bei einem Termin mit dem Gesundheitsamt Schwerin ließ sie sich selbst gegen Influenza impfen.
Impfquote seit Jahren rückläufig
Mecklenburg-Vorpommern gehört seit Langem zu den Bundesländern mit einer vergleichsweise hohen Grippeimpfquote bei älteren Menschen. Allerdings ist der Anteil der Geimpften in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.
„Wir liegen seit vielen Jahren konstant über dem Bundesschnitt“, erklärte Drese. Dennoch mache ihr die Entwicklung Sorgen. Seit der Saison 2020/2021 seien die Impfquoten sowohl bundesweit als auch in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich gesunken.
Der Rückgang fällt erheblich aus: Innerhalb weniger Jahre verlor die Impfquote in Mecklenburg-Vorpommern rund 18 Prozentpunkte. Zuletzt ließen sich damit weniger als die Hälfte der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza impfen.
Gerade angesichts des hohen Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung müsse dieser Entwicklung entgegengewirkt werden, erklärte die Ministerin.
Warum die Grippe für ältere Menschen gefährlich werden kann
Eine echte Grippe ist keine gewöhnliche Erkältung. Während viele Erkrankte nach einigen Tagen wieder genesen, kann eine Influenza insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen schwere Komplikationen auslösen.
Dazu gehören unter anderem Lungenentzündungen. Bei besonders schweren Verläufen kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für solche Komplikationen. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippeschutzimpfung insbesondere für Menschen ab 60 Jahren.
Auch Personen mit chronischen Erkrankungen gehören zu den Gruppen, für die eine Impfung empfohlen wird. Das gilt ebenso für Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie für Schwangere mit bestimmten Grunderkrankungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt.
Die Impfung kann das Risiko einer Influenza-Erkrankung und insbesondere schwerer Krankheitsverläufe verringern. Einen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung bietet sie allerdings nicht.
Auch Pflegekräfte und Betreuungspersonen angesprochen
Neben älteren Menschen und chronisch Erkrankten empfiehlt die STIKO die Grippeschutzimpfung auch Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen.
Eine wichtige Rolle spielen zudem Menschen, die beruflich oder privat regelmäßig Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben. Dazu zählen beispielsweise Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen und Personen, die Angehörige betreuen.
Für Menschen mit erhöhtem beruflichem Kontakt zu vielen anderen Personen kann die Impfung ebenfalls sinnvoll sein.
Darüber hinaus gibt es besondere Empfehlungen für Beschäftigte, die engen Kontakt zu bestimmten Tierarten haben. Dazu gehören unter anderem Schweine, Geflügel, Wildvögel und Robben.
Impfschutz benötigt etwa zwei Wochen
Wer sich gegen Influenza impfen lässt, ist nicht unmittelbar danach vollständig geschützt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat.
Deshalb empfiehlt Drese, die Impfung möglichst vor dem Beginn einer größeren Grippewelle vornehmen zu lassen.
Interessierte sollten sich zeitnah in ihrer Hausarztpraxis beraten lassen. Dort kann auch geklärt werden, welcher Impfstoff im jeweiligen Fall geeignet ist.
Neben Hausarztpraxen bieten auch entsprechend ausgestattete Apotheken und Gesundheitsämter Grippeschutzimpfungen an.
Da sich die zirkulierenden Influenzaviren verändern können und der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, wird die Impfung für die entsprechenden Risikogruppen jährlich empfohlen.
Bundesweite Impfaktionswoche im November
Zusätzliche Aufmerksamkeit soll in diesem Jahr eine bundesweite Impfaktionswoche schaffen, zu der das Bundesministerium für Gesundheit erstmals aufruft.
Teil der Aktion ist die bereits etablierte „Lange Nacht des Impfens“ am Donnerstag, dem 12. November 2026.
An diesem Tag sollen zusätzliche Impfangebote den Zugang zur Schutzimpfung erleichtern. Teilnehmende Einrichtungen können über eine interaktive Karte gefunden werden.
Auch eine Anmeldung weiterer Impfstellen ist noch möglich.
Das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern hofft, durch die Aktion insbesondere Menschen zu erreichen, die bislang keinen Impftermin vereinbart haben.
Weiterführende Informationen zur Influenza-Impfung sowie Aufklärungsmaterialien speziell für Menschen ab 60 Jahren stellt das Land auf seinem Impfportal bereit.