Bundesverkehrsministerium bestätigt Einführung

Digitaler Führerschein kommt noch im November 2026 aufs Smartphone

Autofahrer in Deutschland sollen ihren Führerschein noch im November digital auf dem Smartphone nutzen können. Das Bundesverkehrsministerium hat den geplanten Start bestätigt. Die neue Funktion wird in die bestehende i-Kfz-App integriert. Der klassische Kartenführerschein bleibt weiterhin gültig.

Von Anna-Lena Richter 3 Min. Lesezeit

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Ein Smartphone zeigt eine beispielhafte Darstellung des digitalen Führerscheins in der i-Kfz-App. Die Bundesregierung plant, den digitalen Nachweis der Fahrerlaubnis noch im November 2026 einzuführen.
Symbolbild (KI-generiert)

Berlin. Der digitale Führerschein soll in Deutschland noch Ende November 2026 eingeführt werden. Das Bundesverkehrsministerium hat den geplanten Start gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bestätigt. Damit können Autofahrer ihre Fahrerlaubnis künftig zusätzlich auf dem Smartphone nachweisen. Die neue Funktion wird in die bereits verfügbare i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamtes integriert.

Für Millionen Autofahrer bedeutet die Neuerung eine weitere Möglichkeit, wichtige Fahrzeugdokumente digital mitzuführen. Bereits seit November 2025 lässt sich der Fahrzeugschein über die Anwendung auf dem Smartphone speichern und bei Verkehrskontrollen vorzeigen.

Führerschein und Fahrzeugschein künftig in einer App

Die i-Kfz-App wurde am 6. November 2025 eingeführt. Sie ermöglicht bislang die digitale Verwaltung der Zulassungsbescheinigung Teil I, die im Alltag als Fahrzeugschein bezeichnet wird.

Nutzer können mehrere Fahrzeuge hinterlegen und die entsprechenden Dokumente bei Bedarf abrufen. Auch die Weitergabe eines digitalen Fahrzeugscheins an andere berechtigte Personen ist möglich, beispielsweise wenn ein Fahrzeug verliehen wird.

Mit der geplanten Erweiterung soll nun auch der Führerschein hinzukommen. Damit könnten künftig beide Dokumente über dieselbe Anwendung verfügbar sein.

Die App wurde im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums und des Kraftfahrt-Bundesamtes von der Bundesdruckerei entwickelt. Sie steht für Android- und Apple-Smartphones zur Verfügung.

Wer kann den digitalen Führerschein nutzen?

Grundlage für die Einführung ist eine Änderung des Straßenverkehrsrechts, die bereits im Mai 2026 verkündet wurde.

Vorgesehen ist, dass Inhaber eines gültigen deutschen Kartenführerscheins, der ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde, zusätzlich eine digitale Version beantragen können.

Dafür werden ein geeignetes Smartphone und eine elektronische Identifizierung benötigt. Wie der Beantragungsprozess innerhalb der App im Einzelnen ablaufen wird, ist noch nicht abschließend bekannt.

Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen sollen erst dann wirksam werden, wenn die technischen Voraussetzungen für die Ausstellung des digitalen Führerscheins geschaffen sind. Den Zeitpunkt muss das Bundesverkehrsministerium im Bundesgesetzblatt bekannt geben.

Muss der Kartenführerschein abgegeben werden?

Nein. Der bisherige Führerschein im Kartenformat bleibt gültig und kann weiterhin verwendet werden.

Der digitale Führerschein ist als freiwillige Ergänzung vorgesehen. Wer kein Smartphone besitzt oder die neue Funktion nicht verwenden möchte, kann seine Fahrerlaubnis weiterhin mit dem bisherigen Dokument nachweisen.

Auch ein verpflichtender Umstieg auf die digitale Variante ist derzeit nicht vorgesehen.

Für Autofahrer dürfte besonders interessant sein, wie zuverlässig der Nachweis bei Polizeikontrollen funktioniert. Beim bereits eingeführten digitalen Fahrzeugschein kann die Polizei die angezeigten Fahrzeugdaten überprüfen. Ein einfacher Screenshot genügt dabei nicht als sicherer Nachweis.

Wie die technische Prüfung beim digitalen Führerschein konkret aussehen wird, muss das Ministerium noch erläutern.

Gilt der digitale Führerschein auch im Ausland?

Zunächst handelt es sich um ein deutsches Digitalisierungsprojekt. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Nachweis der Fahrerlaubnis im Inland einfacher zu machen.

Ob und unter welchen Voraussetzungen die neue Smartphone-Version bei Verkehrskontrollen im Ausland anerkannt wird, ist für den geplanten Start noch nicht abschließend geklärt.

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte deshalb weiterhin seinen physischen Kartenführerschein mitnehmen. Das gilt insbesondere für Urlaubsreisen und Fahrten durch mehrere europäische Staaten.

Ab 2027 soll die europäische digitale Brieftasche folgen

Die Bundesregierung plant bereits den nächsten Schritt. Anfang 2027 soll der digitale Führerschein zusätzlich in der staatlichen EUDI-Wallet verfügbar sein.

Bei der EUDI-Wallet handelt es sich um eine europäische digitale Brieftasche, in der künftig unterschiedliche persönliche Nachweise gespeichert und bei Bedarf vorgezeigt werden können.

Dazu sollen perspektivisch beispielsweise Identitätsnachweise, Führerscheine, Bildungsabschlüsse und weitere digitale Dokumente gehören.

Die bestehende i-Kfz-App soll trotzdem weitergeführt werden. Nach den Plänen des Bundesverkehrsministeriums werden Führerschein und Fahrzeugschein auch künftig über diese Anwendung verfügbar sein.

Einen genauen Einführungstag im November hat das Ministerium bislang nicht öffentlich genannt. Die angekündigte Bereitstellung steht zudem unter dem Vorbehalt, dass die technischen Voraussetzungen rechtzeitig erfüllt werden.

Themen: DigitalisierungKraftfahrt-BundesamtAutofahrerStraßenverkehrDigitaler FührerscheinI-Kfz-App

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