Landeskriminalamt sucht weitere Geschädigte

Limbach-Oberfrohna: Falsche Goldhändler erbeuten fast 500.000 Euro

Gold weg, Händler verschwunden

Von Emilia Schubert 3 Min. Lesezeit

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Zwei Polizeibeamte stehen vor einem offenbar verlassenen Schmuckgeschäft, während sich Passanten auf dem Gehweg unterhalten. Das Bild illustriert die Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Goldbetrug in Limbach-Oberfrohna, bei dem ein Schaden von knapp 500.000 Euro entstanden sein soll.
Zwei Polizeibeamte stehen vor einem offenbar verlassenen Schmuckgeschäft, während sich Passanten auf dem Gehweg unterhalten. Das Bild illustriert die Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Goldbetrug in Limbach-Oberfrohna, bei dem ein Schaden von knapp 500.000 Euro entstanden sein soll. Foto: Ostdeutsche Zeitung (ODZ)

Ein vermeintlich lukratives Goldgeschäft hat in Limbach-Oberfrohna einen Schaden von knapp 500.000 Euro verursacht. Unbekannte eröffneten Ende September 2026 ein Ladengeschäft in der Innenstadt und versprachen Ankaufspreise deutlich über dem Marktwert. Mehrere Kunden übergaben ihnen Gold und andere Edelmetalle. Das vereinbarte Geld wurde jedoch nie überwiesen. Nach wenigen Tagen verschwanden die Betreiber, das Geschäft war vollständig geräumt.

Inzwischen hat das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) die Ermittlungen übernommen. Nach bisherigen Angaben sind sechs Geschädigte bekannt. Die Ermittler schließen weitere Betroffene nicht aus und bitten die Bevölkerung um Hinweise.

Mit hohen Goldpreisen Kunden angelockt

Am 28. September eröffneten die mutmaßlichen Betrüger in der Moritzstraße 1, unweit des Marktplatzes von Limbach-Oberfrohna, ein Geschäft für den Ankauf von Edelmetallen.

Um Kunden zu gewinnen, schalteten sie Anzeigen in lokalen Zeitungen und ließen Werbeflyer verteilen. Darin versprachen sie Ankaufspreise, die über dem aktuellen Marktwert lagen. Nach einem Medienbericht warben die Betreiber sogar mit einem Aufschlag von 25 Prozent.

Das Angebot sprach Menschen an, die Goldschmuck, Münzen oder Goldbarren verkaufen wollten. Statt einer unmittelbaren Auszahlung stellten die angeblichen Händler eine spätere Überweisung in Aussicht.

Mehrere Kunden vertrauten darauf und übergaben ihre Wertgegenstände.

Als die vereinbarten Zahlungen ausblieben, waren die Betreiber bereits verschwunden.

Mann übergab zwei Goldbarren im sechsstelligen Wert

Einer der Geschädigten war durch eine Zeitungsanzeige auf das Geschäft aufmerksam geworden. Am 30. September brachte er zwei Goldbarren in die Moritzstraße.

Die vermeintlichen Händler versprachen ihm dafür einen sechsstelligen Betrag, der innerhalb weniger Tage auf sein Bankkonto überwiesen werden sollte.

Das Geld traf jedoch nicht ein.

Als der Mann persönlich nachfragen wollte, fand er die Geschäftsräume vollständig geräumt vor. Er erstattete Anzeige bei der Polizei.

Der zunächst bekannt gewordene Einzelfall entwickelte sich zu einem umfangreicheren Ermittlungsverfahren. Nach Angaben des Landeskriminalamtes summiert sich der bisher festgestellte Schaden inzwischen auf knapp eine halbe Million Euro.

Drei Polizisten bei Spurensicherung verletzt

Der Fall nahm bei den ersten Ermittlungen eine weitere ungewöhnliche Wendung.

Nachdem der Geschädigte Anzeige erstattet hatte, untersuchten Polizeibeamte am 1. Oktober die verlassenen Geschäftsräume.

Während der Spurensicherung klagten drei Beamte plötzlich über gesundheitliche Beschwerden. Die Feuerwehr wurde hinzugezogen und stellte fest, dass bestimmte Chemikalien in den Räumen für die Beschwerden verantwortlich waren.

Alle drei Polizisten mussten medizinisch behandelt werden. Zwei von ihnen wurden stationär in ein Krankenhaus aufgenommen.

Weshalb sich die Chemikalien in dem Geschäft befanden und ob sie im Zusammenhang mit dem Betrug eingesetzt wurden, ist öffentlich bislang nicht geklärt.

Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen

Die Polizeidirektion Zwickau hatte bereits am 2. Oktober über den Betrug berichtet. Am 29. Oktober teilte das Landeskriminalamt Sachsen mit, dass es die Ermittlungen übernommen hat.

Die Identität der mutmaßlichen Täter ist weiterhin unbekannt.

Die Ermittler interessieren sich besonders für Beobachtungen im Bereich der Moritzstraße 1 zwischen dem 26. und dem 30. September.

Gesucht werden Menschen, die Angaben zu den damaligen Betreibern, weiteren beteiligten Personen oder auffälligen Fahrzeugen machen können.

Auch Kunden, die Gold oder andere Edelmetalle übergeben und bislang keine Zahlung erhalten haben, sollen sich melden.

Hinweise nimmt das LKA Sachsen unter der Telefonnummer 0371 4994859 entgegen. Die Rufnummer ist montags bis freitags zwischen 7 und 16 Uhr erreichbar.

Polizei warnt vor ungewöhnlich hohen Ankaufspreisen

Der Fall zeigt, wie Betrüger mit einem scheinbar regulären Ladengeschäft Vertrauen gewinnen können.

Die Polizei empfiehlt, bei zeitlich befristeten Goldankaufaktionen besonders vorsichtig zu sein. Hohe Preisversprechen sollten überprüft werden, vor allem wenn ein Anbieter erst seit wenigen Tagen an einem Standort tätig ist.

Vor dem Verkauf wertvoller Gegenstände sollten Kunden die Seriosität des Händlers prüfen und möglichst mehrere Angebote vergleichen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Auszahlung erst Tage nach der Übergabe erfolgen soll. Die Polizei rät ausdrücklich davon ab, unbekannten Personen hochwertige Gegenstände ohne unmittelbare finanzielle Gegenleistung zu überlassen.

Im Fall von Limbach-Oberfrohna dauern die Ermittlungen an. Ob das verschwundene Gold wiedergefunden werden kann und wie viele Menschen insgesamt geschädigt wurden, ist noch offen.

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