Berlin: Geschäftsmann in Transporter getötet – Mordanklage gegen zwei Männer
59-Jähriger verschleppt und getötet
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat zwei Männer im Alter von 32 und 40 Jahren wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Sie sollen am 23. April 2026 einen 59-jährigen Geschäftsmann in Berlin-Waidmannslust überfallen, in einen Transporter gezerrt und während der anschließenden Fahrt getötet haben. Anschließend sollen die Beschuldigten den Leichnam in einem Waldstück westlich der Hauptstadt vergraben haben.
Hinter der Tat soll ein Streit über offene Geldforderungen aus einer früheren Geschäftsbeziehung gestanden haben. Beide Männer befinden sich seit Mai in Untersuchungshaft. Das Landgericht Berlin muss nun entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt.
Streit zwischen ehemaligen Geschäftspartnern
Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte sich der 40-jährige Beschuldigte mit dem späteren Opfer, dem Geschäftsmann Ismet K., über ausstehende Forderungen gestritten.
Der ältere Angeklagte soll daraufhin beschlossen haben, den Konflikt gewaltsam zu beenden. Nach Darstellung der Ermittler gewann er einen 32-Jährigen dafür, ihn bei der geplanten Tötung zu unterstützen.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Männer am 23. April ihrem Opfer unbemerkt bis zu dessen Wohnung im Berliner Ortsteil Waidmannslust folgten.
Gegen Mittag sollen sie den 59-Jährigen angegriffen und durch Schläge bewusstlos gemacht haben. Anschließend hätten sie ihn in ein Fahrzeug gebracht und seien davongefahren.
Opfer soll während der Fahrt gestorben sein
Nach Darstellung der Anklage setzte der 40-Jährige die Gewalt gegen den bereits überwältigten Mann im Fahrzeug fort.
Er soll wiederholt auf den Kopf und den Hals des 59-Jährigen eingeschlagen haben. Das Opfer erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass es starb.
Die Polizei suchte nach dem Verschwinden des Geschäftsmannes öffentlich nach Zeugen. Von besonderem Interesse war ein weißer Transporter, der zur Tatzeit in Waidmannslust beobachtet worden sein soll.
Die Ermittlungen führten schließlich zu den beiden Beschuldigten.
Ob und in welchem Umfang die Angeklagten die Vorwürfe bestreiten, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Leichnam in einem Wald bei Dallgow-Döberitz vergraben
Die mutmaßlichen Täter sollen nach der Tötung mit dem Leichnam nach Brandenburg gefahren sein.
In einem Waldstück bei Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland hätten sie wenige Stunden nach dem Überfall eine Grube ausgehoben und den Toten darin vergraben.
Der 40-jährige Beschuldigte wurde am 12. Mai festgenommen. Gegen ihn erging ein Haftbefehl, anschließend kam er in Untersuchungshaft.
Sein mutmaßlicher Komplize wurde am 29. Mai festgenommen und befindet sich ebenfalls in Untersuchungshaft.
Staatsanwaltschaft geht von gemeinschaftlichem Mord aus
Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mord. Nach den veröffentlichten Angaben sieht die Staatsanwaltschaft insbesondere die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der 40-Jährige einen geschäftlichen Konflikt durch Selbstjustiz beenden wollte.
Ob sich diese rechtliche Bewertung bestätigt, muss das Gericht klären. Eine Anklage bedeutet noch keinen Schuldspruch.
Das Landgericht Berlin I prüft zunächst, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung des Hauptverfahrens vorliegen. Erst danach kann ein Strafprozess beginnen.
Ein Termin für eine mögliche Hauptverhandlung wurde bislang nicht bekannt gegeben.