Grundstein für neuen LKA-Standort im Technologiepark Ostfalen gelegt

420 Millionen Euro für die Polizei: Sachsen-Anhalt baut hochmodernes Landeskriminalamt in Barleben

Neues Zentrum gegen Kriminalität

Von Elisa Winter 7 Min. Lesezeit

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Thomas Poege, Martin Stichnoth, Dr. Tamara Zieschang, Birgit Specht, Michael Richter, Frank Nase
Thomas Poege, Martin Stichnoth, Dr. Tamara Zieschang, Birgit Specht, Michael Richter, Frank Nase Foto: Peter Gercke

Barleben. Sachsen-Anhalt investiert 420 Millionen Euro in den Neubau seines Landeskriminalamtes. Im Technologiepark Ostfalen in Barleben im Landkreis Börde ist der Grundstein für die neue Behördenzentrale gelegt worden. Auf dem mehr als sieben Hektar großen Gelände entsteht ein moderner Gebäudekomplex, in dem künftig mehr als 700 Beschäftigte arbeiten sollen. Neben Büros sind spezialisierte Kriminaltechniklabore, moderne IT-Infrastruktur und Einrichtungen für die Aus- und Fortbildung vorgesehen. Die Fertigstellung und der Umzug sind für 2029 geplant. Das Vorhaben ist derzeit das größte Bauprojekt der Landespolizei Sachsen-Anhalt.

Neue Zentrale soll Ermittlungsarbeit verbessern

Mit dem Neubau will Sachsen-Anhalt die Arbeitsbedingungen seiner Kriminalpolizei grundlegend modernisieren.

Bislang ist das Landeskriminalamt auf mehrere Gebäude in Magdeburg und Schönebeck verteilt. Diese dezentrale Struktur erschwert die Zusammenarbeit und stößt zunehmend an ihre räumlichen Grenzen.

Künftig sollen die verschiedenen Fachbereiche an einem gemeinsamen Standort zusammenarbeiten.

Die Landesregierung verspricht sich davon kürzere Abstimmungswege, eine bessere technische Ausstattung und effizientere Arbeitsabläufe.

Insbesondere bei der Bekämpfung schwerer und organisierter Kriminalität sind Ermittler auf eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialisten angewiesen.

Dazu gehören kriminaltechnische Untersuchungen, digitale Auswertungen und die Koordination umfangreicher Ermittlungsverfahren.

Der neue Standort soll die Voraussetzungen schaffen, um diese Aufgaben künftig besser miteinander zu verbinden.

Grundsteinlegung mit Innen- und Finanzministerium

An der Grundsteinlegung beteiligten sich nach Angaben des Landes Finanzminister Michael Richter, Innenministerin Tamara Zieschang und LKA-Direktorin Birgit Specht.

Auch der Landrat des Landkreises Börde, Martin Stichnoth, und Barlebens Bürgermeister Frank Nase nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Bauarbeiten laufen bereits seit gut einem Jahr.

Auf dem Gelände sind inzwischen mehrere Gebäudeteile im Bau. Sechs große Baukräne prägen die Baustelle und zeigen die Dimension des Vorhabens.

Für die Umsetzung ist die Immobilien- und Projektmanagementgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IPS) verantwortlich.

Sie realisiert den Neubau im Auftrag des Landes.

Finanzminister Richter verwies darauf, dass zwischen dem ersten Spatenstich und der Grundsteinlegung nur etwa ein Jahr vergangen sei.

Er hob insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Bauverantwortlichen, dem Landkreis Börde, der Gemeinde Barleben und dem Technologiepark Ostfalen hervor.

Warum das bisherige LKA nicht mehr ausreicht

Die Entscheidung für einen Neubau hat eine längere Vorgeschichte.

Das Landeskriminalamt arbeitet bislang an verschiedenen Standorten in der Landeshauptstadt Magdeburg und in Schönebeck.

Die vorhandenen Räume reichen für die Anforderungen der Behörde zunehmend nicht mehr aus.

Hinzu kommt ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere am bisherigen Hauptgebäude in Magdeburg.

Auch die Datenleitungen und technischen Einrichtungen müssen erneuert werden.

Zunächst wurde geprüft, ob sich die vorhandenen Gebäude während des laufenden Betriebs modernisieren lassen.

Diese Möglichkeit wurde jedoch verworfen.

Nach Einschätzung der zuständigen Stellen wäre die Sanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Auch aus Gründen des Arbeitsschutzes galt sie als praktisch kaum umsetzbar.

Daraufhin untersuchte das Amt für Immobilien- und Baumanagement insgesamt 20 mögliche Standorte.

Die Wahl fiel schließlich auf Barleben.

Barleben setzte sich gegen 19 weitere Standorte durch

Für den Technologiepark Ostfalen sprachen mehrere Voraussetzungen.

Der Standort verfügt über eine günstige Verkehrsanbindung und bietet ausreichend Platz für die geplanten Gebäude.

Darüber hinaus lassen sich dort die besonderen Sicherheitsanforderungen erfüllen, die für ein Landeskriminalamt gelten.

Solche Behörden benötigen nicht nur gewöhnliche Verwaltungsräume.

Erforderlich sind unter anderem gesicherte Bereiche für Ermittlungsunterlagen, technische Anlagen, sensible Daten und kriminaltechnische Untersuchungen.

Auch die Zufahrt für Dienstfahrzeuge und die räumliche Trennung unterschiedlicher Funktionsbereiche müssen berücksichtigt werden.

Das mehr als sieben Hektar große Grundstück bietet hierfür die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten.

Für Barleben ist die Ansiedlung zugleich ein bedeutendes öffentliches Bauvorhaben.

Mit mehr als 700 künftigen Arbeitsplätzen wird das Landeskriminalamt zu einer der größeren Einrichtungen am Standort.

Mehr als 20.000 Quadratmeter für die Kriminalpolizei

Der neue Gebäudekomplex soll über mehr als 20.000 Quadratmeter Raumfläche verfügen.

Dort entstehen Arbeitsplätze für gut 700 Bedienstete.

Geplant sind Büros, Besprechungsräume und Einrichtungen für unterschiedliche Fachabteilungen.

Hinzu kommen Räume für Aus- und Fortbildung sowie Sport- und Umkleidebereiche.

Auch Lagerflächen, Garagen und Stellplätze für Dienstfahrzeuge sind vorgesehen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der technischen Infrastruktur.

Das Landeskriminalamt benötigt leistungsfähige IT-Systeme, um umfangreiche Datenbestände zu verarbeiten und Ermittlungen zu unterstützen.

Deshalb soll der Neubau mit moderner Server- und Netzwerktechnik ausgestattet werden.

Auch die Daten- und Telekommunikationsverbindungen werden nach aktuellen technischen Standards eingerichtet.

Damit soll die Behörde langfristig auf die wachsenden Anforderungen digitaler Ermittlungen vorbereitet werden.

3.500 Quadratmeter für kriminaltechnische Labore

Ein wesentlicher Bestandteil des Neubaus sind spezialisierte Laborbereiche.

Auf einer Fläche von etwa 3.500 Quadratmetern sollen EU-zertifizierte Labore entstehen.

Dazu gehören unter anderem ein Chemielabor und ein Biologielabor.

Solche Einrichtungen spielen bei der Untersuchung kriminaltechnischer Spuren eine wichtige Rolle.

In biologischen Laboren können beispielsweise geeignete Spurenmaterialien untersucht werden, die bei der Aufklärung von Straftaten von Bedeutung sind.

Chemische Untersuchungen können unter anderem bei der Analyse unbekannter Substanzen eingesetzt werden.

Die Anforderungen an solche Laborbereiche sind hoch.

Neben geeigneter technischer Ausstattung müssen Sicherheitsvorschriften, Qualitätsstandards und die zuverlässige Dokumentation der Untersuchungen gewährleistet sein.

Mit den neuen Einrichtungen soll die kriminaltechnische Arbeit des Landeskriminalamtes auf eine moderne Grundlage gestellt werden.

Innenministerin erwartet bessere Bedingungen für Ermittler

Innenministerin Tamara Zieschang verbindet mit dem Neubau hohe Erwartungen.

Sie bezeichnete die Zusammenführung der kriminalpolizeilichen Fachbereiche als wesentlichen Fortschritt für die Behörde.

Die Aufgaben der Ermittler seien in den vergangenen Jahren zunehmend komplex geworden.

Dazu tragen unter anderem die Digitalisierung, neue Formen organisierter Kriminalität und die wachsende Bedeutung technischer Beweismittel bei.

Moderne Infrastruktur könne helfen, auf diese Veränderungen zu reagieren.

Die Landesregierung betrachtet den Neubau deshalb nicht ausschließlich als Investition in neue Arbeitsplätze und Gebäude.

Vielmehr soll die Leistungsfähigkeit der gesamten Kriminalpolizei gestärkt werden.

Zieschang betonte bei der Grundsteinlegung, dass das Bauvorhaben langfristig auch der Sicherheit der Bevölkerung dienen solle.

LKA-Direktorin spricht von bundesweit modernster Einrichtung

Auch LKA-Direktorin Birgit Specht begrüßt die Investition.

Nach ihrer Einschätzung soll in Barleben eines der modernsten und leistungsfähigsten Landeskriminalämter Deutschlands entstehen.

Die neuen Gebäude sollen sowohl technisch als auch organisatorisch auf zukünftige Anforderungen vorbereitet sein.

Für die Beschäftigten bedeutet der Umzug vor allem eine Veränderung ihrer bisherigen Arbeitsbedingungen.

Statt auf mehrere Standorte verteilt zu arbeiten, sollen die Fachbereiche künftig räumlich enger zusammenrücken.

Davon verspricht sich die Behördenleitung eine bessere Zusammenarbeit.

Ob die angestrebten Verbesserungen tatsächlich erreicht werden, wird sich nach der Inbetriebnahme im Arbeitsalltag zeigen.

Die baulichen und technischen Voraussetzungen sollen jedenfalls deutlich über denen der bisherigen Liegenschaften liegen.

Großprojekt bringt Aufträge für die Bauwirtschaft

Mit einem Investitionsvolumen von 420 Millionen Euro gehört der LKA-Neubau zu den bedeutenden öffentlichen Bauvorhaben Sachsen-Anhalts.

Auch für die regionale Wirtschaft hat das Projekt eine wichtige Bedeutung.

Die Bauarbeiten schaffen Aufträge für Unternehmen aus unterschiedlichen Gewerken.

Dazu gehören unter anderem Hochbau, technische Gebäudeausrüstung, Elektroinstallation und weitere spezialisierte Bauleistungen.

Thomas Poege, Geschäftsführer der verantwortlichen Immobilien- und Projektmanagementgesellschaft, sieht darin einen wirtschaftlichen Impuls.

Gerade in einer Phase schwieriger Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft seien große öffentliche Investitionen von Bedeutung.

Die IPS setzt bei dem Vorhaben nach eigenen Angaben auch auf moderne digitale Planungs- und Bauverfahren.

Dadurch sollen Bauabläufe besser koordiniert und die künftigen Nutzer frühzeitig in die Gestaltung einbezogen werden.

Umzug des Landeskriminalamtes für 2029 vorgesehen

Bis zur vollständigen Inbetriebnahme bleibt noch einiges zu tun.

Die Gebäude müssen fertiggestellt, technische Einrichtungen installiert und die spezialisierten Laborbereiche ausgestattet werden.

Anschließend sind umfangreiche Prüfungen erforderlich, bevor die Behörde ihren regulären Betrieb aufnehmen kann.

Nach dem derzeitigen Zeitplan soll der Umzug im Jahr 2029 erfolgen.

Damit verbleiben noch mehrere Jahre für den Abschluss des Großprojekts.

Während dieser Zeit muss das Landeskriminalamt seine bisherigen Aufgaben uneingeschränkt weiterführen.

Die laufende Ermittlungsarbeit darf durch den späteren Umzug nicht beeinträchtigt werden.

Besondere Anforderungen dürften dabei an die sichere Übertragung technischer Systeme und den Umgang mit sensiblen Daten gestellt werden.

Barleben wird zum neuen Zentrum der Kriminalpolizei

Mit dem Neubau verändert sich die organisatorische Struktur des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt grundlegend.

Aus mehreren über Magdeburg und Schönebeck verteilten Dienststellen soll eine gemeinsame Behördenzentrale werden.

Auf über 20.000 Quadratmetern entstehen Arbeitsplätze für mehr als 700 Beschäftigte, ergänzt durch moderne Labore und umfangreiche technische Infrastruktur.

Die Investition von 420 Millionen Euro verdeutlicht die langfristige Bedeutung des Projekts.

Für die Gemeinde Barleben bringt der Neubau eine große staatliche Einrichtung in den Technologiepark Ostfalen.

Für die Landespolizei ist er mit der Erwartung verbunden, künftig unter deutlich besseren Bedingungen gegen schwere Kriminalität ermitteln zu können.

Ob der Zeitplan bis 2029 eingehalten wird, bleibt abzuwarten.

Mit der Grundsteinlegung ist jedoch ein weiterer sichtbarer Schritt zur neuen Zentrale des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt erreicht.

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