Rosenpflanzung und neue Sonderausstellung zum Jubiläum im Spreewald

40 Jahre Städtepartnerschaft: Lübben, Neunkirchen und Wolsztyn feiern ihre Freundschaft

Vier Jahrzehnte gelebte Freundschaft

Von Pressemitteilung 6 Min. Lesezeit

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Die Bürgermeister Dominik Tomiak aus Wolsztyn, Jörg Aumann aus Neunkirchen und Jens Richter aus Lübben bei der gemeinsamen Rosenpflanzung zum 40-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft am 24. Oktober 2026.
Die Bürgermeister Dominik Tomiak aus Wolsztyn, Jörg Aumann aus Neunkirchen und Jens Richter aus Lübben bei der gemeinsamen Rosenpflanzung zum 40-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft am 24. Oktober 2026. Foto: ©Stadt Lübben, B. Möbes

Lübben (Spreewald). Eine Rose als Zeichen der Freundschaft, eine Ausstellung über vier Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte und ein Wiedersehen dreier Bürgermeister: Die Stadt Lübben hat am Wochenende das 40-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft mit Neunkirchen im Saarland gefeiert. Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, pflanzten die Bürgermeister von Lübben, Neunkirchen und dem polnischen Wolsztyn gemeinsam eine Strauchrose der Sorte „Eden Rose 85“. Gleichzeitig wurde im Museum Schloss Lübben eine Sonderausstellung eröffnet, die an die Anfänge der Partnerschaft im geteilten Deutschland erinnert. Was 1986 als Verbindung zwischen zwei Städten in Ost und West begann, entwickelte sich nach der Wiedervereinigung zu einem internationalen Netzwerk.

Drei Bürgermeister pflanzen gemeinsam eine Rose

Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen mit einer symbolischen Rosenpflanzung.

Lübbens Bürgermeister Jens Richter, Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann und Wolsztyns Bürgermeister Dominik Tomiak setzten gemeinsam eine Strauchrose der Sorte „Eden Rose 85“.

Die Pflanze soll an die gewachsenen Beziehungen zwischen den drei Städten erinnern.

Die Sorte steht nach Angaben der Stadt symbolisch für Beständigkeit und gemeinsames Wachstum.

Mit der Pflanzung knüpften die Bürgermeister an eine Tradition an, die bereits vor 17 Jahren begonnen hatte.

Schon 2009 war bei einem Treffen der damaligen Stadtoberhäupter eine „Rose ohne Grenzen“ gepflanzt worden.

Damals beteiligten sich Lübbens Bürgermeister Lothar Bretterbauer, Neunkirchens Oberbürgermeister Friedrich Decker und Wolsztyns Bürgermeister Andrzej Rogozinski.

Die neue Rosenpflanzung führt diese Geste mit den heutigen Amtsinhabern fort.

Eine Städtefreundschaft, die noch in der DDR begann

Die Partnerschaft zwischen Lübben und Neunkirchen wurde im November 1986 im Wappensaal des Lübbener Schlosses offiziell besiegelt.

Zu diesem Zeitpunkt war Deutschland noch geteilt.

Lübben lag in der Deutschen Demokratischen Republik, Neunkirchen gehörte zur Bundesrepublik.

Städtepartnerschaften über die innerdeutsche Grenze hinweg waren damals keineswegs selbstverständlich.

Politische Unterschiede, eingeschränkte Reisemöglichkeiten und die staatliche Teilung erschwerten persönliche Begegnungen.

Die Partnerschaft zwischen Lübben und Neunkirchen gehörte zu den frühen Verbindungen dieser Art.

Für Lübben war sie die zweite innerdeutsche Städtepartnerschaft.

Damit entstand bereits vor dem Mauerfall eine Verbindung, die den Austausch zwischen Menschen auf beiden Seiten der deutschen Grenze fördern sollte.

Die offizielle Vereinbarung wurde zu einem Ausgangspunkt für persönliche Kontakte und spätere gemeinsame Projekte.

Aus zwei Städten wurde ein internationales Netzwerk

Nach der deutschen Wiedervereinigung entwickelte sich die Zusammenarbeit weiter.

Im September 1993 schloss Lübben eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Wolsztyn.

Damit erhielt die bisherige Verbindung eine zusätzliche internationale Dimension.

Im Oktober 2010 folgte eine weitere Vereinbarung zwischen Wolsztyn und Neunkirchen.

Seitdem sind alle drei Städte durch offizielle Partnerschaften miteinander verbunden.

Aus der ursprünglichen deutsch-deutschen Städtefreundschaft entwickelte sich somit ein Netzwerk zwischen Brandenburg, dem Saarland und Polen.

Die Zusammenarbeit wird nach Angaben der Stadt Lübben durch gegenseitige Besuche, persönliche Begegnungen und gemeinsame Projekte gepflegt.

Das Jubiläum bietet deshalb nicht nur Gelegenheit, auf die ursprüngliche Partnerschaft zurückzublicken.

Es erinnert auch daran, wie aus einer Verbindung über die frühere innerdeutsche Grenze hinweg eine grenzüberschreitende Freundschaft entstanden ist.

Bürgermeister würdigt persönliche Begegnungen

Für Lübbens Bürgermeister Jens Richter steht bei der Partnerschaft vor allem der menschliche Austausch im Mittelpunkt.

Er betonte während der Feierlichkeiten, dass Städtepartnerschaften nicht allein durch offizielle Vereinbarungen bestehen bleiben.

Entscheidend seien vielmehr die Menschen, die durch Besuche, gemeinsame Veranstaltungen und persönliche Kontakte zur Entwicklung der Beziehungen beitragen.

Die gemeinsame Rosenpflanzung soll diese Verbundenheit sichtbar machen.

Gerade nach vier Jahrzehnten ist die Partnerschaft nach Auffassung der Beteiligten mehr als ein historisches Dokument.

Sie wird weiterhin durch Begegnungen zwischen Bürgern, Vereinen und Vertretern der Kommunen getragen.

Sonderausstellung im Schloss Lübben eröffnet

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumswochenendes war die Eröffnung einer neuen Sonderausstellung im Museum Schloss Lübben.

Unter dem Titel „Freundschaft. 40 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Lübben und Neunkirchen“ wird die Entwicklung der Beziehungen seit 1986 nachgezeichnet.

Die Ausstellung entstand mit Unterstützung des Lübbener Städtepartnerschaftsvereins und des Archivs der Stadt Neunkirchen.

Sie beschäftigt sich mit der Entstehung der Partnerschaft, ihrer Entwicklung nach der Wiedervereinigung und den Verbindungen zum polnischen Wolsztyn.

Die feierliche Eröffnung fand ebenfalls am 24. Oktober statt.

Begleitet wurde sie von einem musikalischen Programm und dem Veranstaltungsformat „Grünes Sofa“.

Besucher können sich damit über ein Kapitel der Lübbener Stadtgeschichte informieren, das eng mit den politischen Veränderungen in Deutschland und Europa verbunden ist.

Begleitbuch dokumentiert vier Jahrzehnte Zusammenarbeit

Zur Sonderausstellung ist auch ein Buch erschienen.

Die Publikation beschäftigt sich mit der Geschichte der Städtepartnerschaft und ergänzt die im Museum gezeigten Inhalte.

Das Buch ist für 14 Euro im Museum Schloss Lübben erhältlich.

Ermöglicht wurde die Veröffentlichung durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Partner.

Dazu gehören der Förderverein des Museums, die Stadt Lübben, der Landkreis Dahme-Spreewald und die Stiftung Dahme-Spreewald der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.

Mit der Publikation sollen Erinnerungen an vier Jahrzehnte Zusammenarbeit dauerhaft bewahrt werden.

Sie bietet zugleich Gelegenheit, die Entwicklung der Städtefreundschaft unabhängig vom Ausstellungsbesuch nachzuvollziehen.

Ausstellung läuft bis Februar 2027

Die Sonderausstellung im Museum Schloss Lübben ist noch bis zum 13. Februar 2027 zu sehen.

Damit haben Einwohner und Besucher des Spreewaldes mehrere Monate Zeit, sich mit der Geschichte der Partnerschaft zu beschäftigen.

Auch in Neunkirchen soll die Ausstellung präsentiert werden.

Damit wird das Jubiläum nicht ausschließlich in Lübben begangen.

Die gemeinsame Präsentation unterstreicht den Anspruch, die Geschichte der Zusammenarbeit in beiden deutschen Partnerstädten sichtbar zu machen.

Gerade die historischen Anfänge in den 1980er-Jahren verdeutlichen, welche Bedeutung kommunale Kontakte trotz der damaligen politischen Teilung gewinnen konnten.

Gegenbesuch in Neunkirchen für November geplant

Die Feierlichkeiten sind mit dem Jubiläumswochenende in Lübben noch nicht abgeschlossen.

Vom 20. bis 22. November 2026 ist ein Gegenbesuch in Neunkirchen vorgesehen.

Daran sollen Vertreter aus Politik, Verwaltung und dem Lübbener Städtepartnerschaftsverein teilnehmen.

Der Besuch soll Gelegenheit bieten, die bestehenden Kontakte weiter zu pflegen und die gemeinsame Geschichte zu würdigen.

Damit wird das Jubiläumsjahr auch im Saarland fortgesetzt.

Für die beteiligten Kommunen ist der persönliche Austausch ein wichtiger Bestandteil ihrer Zusammenarbeit.

Roseninsel erinnert an besondere Gäste der Stadt

Die neue Rosenpflanzung ist zugleich Teil einer längeren Lübbener Tradition.

Bereits seit 2002 werden in der Stadt Rosen gepflanzt, um an besondere Gäste und Begegnungen zu erinnern.

Die Initiative geht auf die Familie Muschick zurück.

Den Anfang machte am 30. Juni 2002 Wolfgang Schmidt, der damalige Büroleiter des Landrates Dahme-Spreewald.

In den folgenden Jahren beteiligten sich zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Gesellschaft, Musik und Sport.

Nach dem Tod von Ferdinand Muschick im Jahr 2021 führten seine Ehefrau Ingetraud und sein Sohn Sylko die Tradition fort.

Im Jahr 2024 übergaben sie diese offiziell an die Stadt Lübben.

Am 30. Juni desselben Jahres wurde die Roseninsel auf die Schlossinsel verlegt.

Dort können Besucher heute rund 70 Rosen entdecken.

Jede Pflanzung erinnert an eine Begegnung oder einen besonderen Anlass in der Geschichte der Stadt.

Städtepartnerschaften als Brücken zwischen Menschen

Die Entwicklung der Partnerschaft zwischen Lübben und Neunkirchen zeigt, welche Bedeutung kommunale Beziehungen über politische Grenzen hinweg haben können.

Als die Verbindung 1986 geschlossen wurde, war eine deutsche Wiedervereinigung noch nicht absehbar.

Vier Jahrzehnte später gehören Begegnungen zwischen den Partnerstädten zum selbstverständlichen Bestandteil ihrer Zusammenarbeit.

Mit Wolsztyn kam nach 1990 außerdem eine europäische Perspektive hinzu.

Aus einer innerdeutschen Verbindung wurde ein grenzüberschreitendes Netzwerk.

Die gemeinsame Rosenpflanzung und die Ausstellung im Schloss Lübben erinnern daran, dass solche Partnerschaften über Generationen hinweg wachsen können.

Für die Stadt Lübben ist das 40-jährige Jubiläum deshalb nicht allein ein Rückblick auf die Vergangenheit.

Es ist zugleich ein Zeichen dafür, dass die Beziehungen zwischen den drei Partnerstädten auch künftig gepflegt werden sollen.

Themen: StadtgeschichteLübbenSpreewaldStädtepartnerschaftMuseum Schloss LübbenDeutsche TeilungNeunkirchenSuchmaschine & KennzeichnungWolsztynRoseninselDeutsch-polnische Freundschaft## Adresse

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