140.000 Euro für Rostocker Start-up: MVpreneur Day bringt 400 Menschen aus Forschung und Wirtschaft zusammen
Rund 400 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gründerszene haben sich beim MVpreneur Day in Rostock getroffen. Im Mittelpunkt standen innovative Geschäftsideen, Künstliche Intelligenz und die wirtschaftliche Nutzung wissenschaftlicher Forschung. Drei Gründungsteams wurden ausgezeichnet, eines erhielt eine Förderzusage über rund 140.000 Euro.
Rostock. Wissenschaftliche Forschung soll nicht nur neue Erkenntnisse liefern, sondern auch Unternehmen, Technologien und Arbeitsplätze hervorbringen. Wie dieser Transfer gelingen kann, stand am 4. November 2026 im Mittelpunkt der MVpreneur Day Transfer Edition in Rostock. Rund 400 Menschen aus Wissenschaft, Gründerszene, Wirtschaft und Verwaltung kamen zusammen, um neue Geschäftsideen vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und Kooperationen anzustoßen.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der Universität Rostock, der Universität Rostock Service GmbH und dem Unisphere Innovation Campus. Drei Veranstaltungsformate, ein Gründerwettbewerb und die Vergabe eines EXIST-Gründungsstipendiums bildeten das Programm.
Forschung soll schneller in der Wirtschaft ankommen
Den Auftakt machte das Research Impact Forum, bei dem die wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Mittelpunkt stand.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Universitätsrektorin Prof. Elizabeth Prommer, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank, dem Dekan der Universitätsmedizin Rostock Prof. Bernd Krause und Prorektorin Dr. Sybille Bachmann.
Krause betonte, dass Wissenschaftler bereits bei der Beantragung von Fördermitteln berücksichtigen sollten, wie ihre Forschungsergebnisse später praktisch genutzt werden können.
Neben Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion bot ein sogenannter Markt der Möglichkeiten Gelegenheit, mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern ins Gespräch zu kommen.
Ziel war es, aus wissenschaftlichen Ideen konkrete Kooperationen und wirtschaftlich nutzbare Entwicklungen entstehen zu lassen.
Start-ups treffen Investoren und Unternehmen
Im anschließenden Start-up / Alumni Summit standen die Finanzierung und Weiterentwicklung junger Unternehmen im Mittelpunkt.
Dabei ging es insbesondere um Venture Capital, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sowie die Möglichkeiten internationaler Expansion.
Gründungsteams konnten ihre Geschäftsideen mit Investoren und erfahrenen Unternehmern diskutieren.
Parallel dazu fand der TechTable MV+ statt, den die Initiative „Rostock Digital!“ organisierte.
Hier beschäftigten sich die Teilnehmer mit Künstlicher Intelligenz, digitaler Souveränität und der Entwicklung der Digitalwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass sich wirtschaftliche Innovation längst nicht mehr auf einzelne Branchen beschränkt. Digitale Technologien beeinflussen sowohl industrielle Prozesse als auch Dienstleistungen, Verwaltung und Forschung.
Rostocker Gründungsteam gewinnt 4.000 Euro Beratungsbudget
Ein Höhepunkt des MVpreneur Day war der Pitch Contest am Abend.
Die teilnehmenden Gründer hatten jeweils nur 90 Sekunden Zeit, um ihre Geschäftsideen vorzustellen und das Publikum zu überzeugen.
Den Hauptpreis gewann Dr. Peter Sponholz mit seinem Projekt Nexus Carbon vom Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT).
Das Institut ist ein An-Institut der Universität Rostock und beschäftigt sich mit katalytischen Verfahren und chemischen Forschungsfragen.
Für Nexus Carbon gab es ein vom Beratungsunternehmen ECOVIS gestiftetes Beratungsbudget im Wert von 4.000 Euro.
Der Publikumspreis ging an Lili Altrichter, Studentin der Universität Rostock, und ihr Team Titan-Netzstrukturen.
Über die Vergabe entschieden die Zuschauer durch ihren Applaus. Die Lautstärke wurde während des Wettbewerbs gemessen.
Beide Projekte werden vom Zentrum für Entrepreneurship der Universität Rostock begleitet.
140.000 Euro Förderung für regulation.wise
Eine besonders bedeutende finanzielle Unterstützung erhielt das Gründungsteam regulation.wise.
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger überreichte den Zuwendungsbescheid für ein EXIST-Gründungsstipendium in Höhe von rund 140.000 Euro.
Die Förderzusage ging an Dr. med. Janina Ihbe und Elizabeth Zimmermann.
Wissenschaftlich betreut wird das Team von Prof. Dr. Samuel Tomczyk von der Universitätsmedizin Rostock.
Das EXIST-Gründungsstipendium ist ein Förderprogramm des Bundes, das innovative Gründungsvorhaben aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt.
Die Förderung soll es Gründungsteams ermöglichen, ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung zu schaffen.
Auch regulation.wise erhält Unterstützung durch das Zentrum für Entrepreneurship der Universität Rostock.
Damit wurden beim MVpreneur Day insgesamt drei Gründungsteams besonders hervorgehoben.
Rostock will Forschung und Unternehmertum enger verbinden
Zum Abschluss der Veranstaltung sprach Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unter dem Titel „City meets Innovation“ über die Bedeutung von Unternehmensgründungen für die Stadtentwicklung.
Für Rostock sind wissenschaftliche Ausgründungen ein wichtiger Ansatz, um neue wirtschaftliche Tätigkeitsfelder zu erschließen und qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten.
Die Universität Rostock und die Universitätsmedizin verfügen über Forschungseinrichtungen, aus denen neue Technologien und Dienstleistungen hervorgehen können.
Damit aus wissenschaftlichen Erkenntnissen wirtschaftlich tragfähige Unternehmen werden, benötigen Gründer allerdings häufig mehr als eine gute Idee.
Neben Finanzierungsmöglichkeiten sind Kontakte zu erfahrenen Unternehmern, potenziellen Kunden und geeigneten Kooperationspartnern notwendig.
Genau an dieser Stelle setzte der MVpreneur Day an.
Dr. Martin Setzkorn vom Zentrum für Entrepreneurship zog eine positive Bilanz der Veranstaltung.
Entscheidend für erfolgreichen Wissenstransfer sei, dass Menschen aus Forschung, Wirtschaft und Gründerszene miteinander in Kontakt kommen und gemeinsame Projekte entwickeln.
Mit rund 400 Teilnehmern zeigte die Veranstaltung, dass dafür in Mecklenburg-Vorpommern ein erhebliches Interesse besteht.
Ob aus den neu entstandenen Kontakten langfristig erfolgreiche Unternehmen hervorgehen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Der MVpreneur Day machte jedoch deutlich, welches Potenzial die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und regionaler Wirtschaft für den Innovationsstandort Rostock bietet.