Handwerkskammer würdigt Lebensleistungen und unternehmerisches Engagement

25 Jahre Handwerksmeister: Rund 100 Jubilare in Potsdam mit Silbernem Meisterbrief geehrt

Rund 100 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister aus 19 Gewerken haben am Samstag in Potsdam ihren Silbernen Meisterbrief erhalten. Seit ihrer Meisterprüfung im Jahr 2001 haben sie Betriebe aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und Nachwuchs ausgebildet. Bei der Feier ging es auch um eine der größten Zukunftsfragen des brandenburgischen Handwerks: die Unternehmensnachfolge.

Von Paul Berger 4 Min. Lesezeit

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Ehrung der Silbermeisterinnen in Potsdam. Von rechts nach links: Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Brandenburgs Ministerin Hanka Mittelstädt, drei ausgezeichnete Silbermeisterinnen aus dem Friseurhandwerk sowie Schauspieler und Autor Alexander Schubert.
Ehrung der Silbermeisterinnen in Potsdam. Von rechts nach links: Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Brandenburgs Ministerin Hanka Mittelstädt, drei ausgezeichnete Silbermeisterinnen aus dem Friseurhandwerk sowie Schauspieler und Autor Alexander Schubert. Foto: Handwerkskammer Potsdam

Potsdam. Ein Vierteljahrhundert Verantwortung für Betriebe, Beschäftigte und Auszubildende: Rund 100 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister sind am Samstag, dem 7. November 2026, in der Potsdamer Schinkelhalle für ihre 25-jährige Meisterschaft ausgezeichnet worden. Die Handwerkskammer Potsdam überreichte ihnen den Silbernen Meisterbrief und würdigte damit ihre beruflichen Leistungen sowie ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Brandenburgs.

Im Jahr 2001 hatten insgesamt 309 Frauen und Männer ihre Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Potsdam erfolgreich abgelegt. Die nun Geehrten vertreten 19 unterschiedliche Gewerke – vom Bäcker- und Fleischerhandwerk über Elektrotechnik und Metallbau bis hin zu Friseurhandwerk, Augenoptik und Zahntechnik.

Eine Generation, die Brandenburgs Wirtschaft mitgestaltet hat

Die vergangenen 25 Jahre waren für viele Handwerksbetriebe von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Neue Technologien, steigende Anforderungen an die Ausbildung, wirtschaftliche Krisen und ein wachsender Fachkräftebedarf stellten Unternehmer und Beschäftigte immer wieder vor Herausforderungen.

Zahlreiche Silbermeisterinnen und Silbermeister gründeten nach ihrer Meisterprüfung eigene Betriebe oder führten bestehende Familienunternehmen weiter. Sie schufen Arbeitsplätze, bildeten junge Menschen aus und investierten in ihre Unternehmen.

Andere übernahmen als angestellte Meister Verantwortung in Werkstätten und Betrieben.

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, würdigte das Engagement der Jubilare und erinnerte daran, dass insbesondere die Entscheidung zur Selbstständigkeit mit wirtschaftlichen Risiken verbunden sei.

Viele der Geehrten hätten ihre Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt, sich immer wieder neu orientiert und damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Landes geleistet.

Wüst betonte zugleich die Bedeutung des lebenslangen Lernens. Technologische Veränderungen und neue Anforderungen machten es notwendig, vorhandenes Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Schauspieler Alexander Schubert hält Festrede

Ein besonderer Gast der Veranstaltung war der aus Potsdam-Mittelmark stammende Schauspieler und Autor Alexander Schubert.

In seiner Festrede hob er hervor, wie selbstverständlich die Menschen täglich die Leistungen des Handwerks in Anspruch nehmen, ohne sich dessen immer bewusst zu sein.

Ob Wohnhäuser, Fahrzeuge, Lebensmittel oder Reparaturen – hinter zahlreichen Dingen des Alltags stehe handwerkliche Arbeit.

Schubert erinnerte daran, dass Handwerker nicht nur Produkte herstellen oder Dienstleistungen anbieten, sondern einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität leisten.

Seine Rede richtete sich ausdrücklich an die Meisterinnen und Meister, deren berufliches Können und persönliche Verantwortung häufig über Jahrzehnte hinweg gefragt sind.

Auch die Familien der Jubilare wurden während der Feier gewürdigt. Sie hätten die beruflichen Wege der Geehrten begleitet und gerade bei selbstständigen Handwerksmeistern häufig einen wichtigen Rückhalt geboten.

Betriebsnachfolge wird zur entscheidenden Herausforderung

Neben den Auszeichnungen stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele der Geehrten in den kommenden Jahren unmittelbar betreffen wird: die Übergabe ihrer Betriebe an eine neue Generation.

Zahlreiche Unternehmer der Silbermeistergeneration stehen vor der Frage, wer ihr Lebenswerk fortführen soll.

Die Betriebsnachfolge gehört zu den wichtigen Herausforderungen des Handwerks in Brandenburg. Ohne geeignete Nachfolger droht selbst wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen langfristig die Schließung.

Damit könnten nicht nur Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze verloren gehen, sondern auch handwerkliches Fachwissen und etablierte regionale Versorgungsstrukturen.

Die Handwerkskammer Potsdam unterstützt Betriebsinhaber deshalb bei der Vorbereitung und Umsetzung von Unternehmensnachfolgen.

Dabei begleitet sie sowohl Unternehmer, die ihren Betrieb übergeben möchten, als auch Interessenten, die eine bestehende Firma übernehmen wollen.

Gerade für junge Handwerksmeister kann die Übernahme eines etablierten Unternehmens eine Alternative zur Neugründung darstellen.

Jubilare aus sieben brandenburgischen Regionen

Die Silbermeisterinnen und Silbermeister kamen aus dem gesamten Kammerbezirk sowie aus weiteren Bundesländern.

Besonders stark vertreten waren die Landkreise Oberhavel, Potsdam-Mittelmark und Havelland mit jeweils 16 Geehrten.

Aus Ostprignitz-Ruppin nahmen elf Jubilare teil, aus Teltow-Fläming neun und aus der Prignitz acht. Vier Silbermeisterinnen und Silbermeister kamen aus Potsdam.

Die Ausgezeichneten vertreten insgesamt 19 Gewerke. Dazu gehören unter anderem Dachdecker, Kraftfahrzeugtechniker, Maurer, Maler und Lackierer, Tischler, Zimmerer, Schornsteinfeger sowie Installateure und Heizungsbauer.

Die große berufliche Vielfalt machte deutlich, wie breit das Handwerk in Brandenburg aufgestellt ist.

Rund 17.500 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk

Die Handwerkskammer Potsdam vertritt nach eigenen Angaben rund 17.500 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 71.800 Beschäftigten in über 125 Gewerken.

Zum Kammerbezirk gehören die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz und Teltow-Fläming sowie die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel.

Neben der Interessenvertretung unterstützt die Kammer ihre Mitglieder bei wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Fragen.

Am Bildungs- und Innovationscampus Handwerk in Götz bietet sie zudem Weiterbildungsmaßnahmen und überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen an.

Die Silbermeisterfeier verdeutlichte damit auch die langfristige Bedeutung beruflicher Qualifikationen. Der Meisterbrief steht nicht nur für fachliche Kenntnisse, sondern eröffnet Möglichkeiten zur Selbstständigkeit, zur Ausbildung junger Menschen und zur Übernahme unternehmerischer Verantwortung.

Für die rund 100 Geehrten war der Festakt deshalb nicht nur ein Rückblick auf 25 erfolgreiche Berufsjahre. Er war zugleich eine Anerkennung für ihren Anteil an der Entwicklung des brandenburgischen Handwerks und eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, dieses Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

Themen: BrandenburgHandwerkBetriebsnachfolgeHandwerkskammer PotsdamSilberner MeisterbriefRobert WüstAlexander SchubertMeisterprüfung

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