Insolventer Haushaltsdiscounter verkleinert sein Filialnetz um etwa ein Drittel

Mäc Geiz schließt rund 60 Filialen – 850 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Der insolvente Discounter Mäc Geiz steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Rund 60 der bislang 183 Filialen sollen geschlossen werden. Welche Städte betroffen sind, ist noch unbekannt. Immerhin sollen 123 Standorte und rund 850 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Im Dezember müssen die Gläubiger über den Sanierungsplan entscheiden.

Von Andreas Feldmann 4 Min. Lesezeit

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Blick auf den Eingangsbereich einer Mäc-Geiz-Filiale mit dem markanten Firmenlogo und Werbeplakaten. Die insolvente Handelskette plant die Schließung von rund 60 ihrer bundesweit 183 Filialen.
Blick auf den Eingangsbereich einer Mäc-Geiz-Filiale mit dem markanten Firmenlogo und Werbeplakaten. Die insolvente Handelskette plant die Schließung von rund 60 ihrer bundesweit 183 Filialen. Foto: Facebook/Mäc Geiz

Landsberg. Der insolvente Haushaltsdiscounter Mäc Geiz will im Zuge seiner Sanierung rund 60 Filialen in Deutschland schließen. Wie am Freitag, 6. November 2026, bekannt wurde, sollen 123 der zuletzt 183 Standorte erhalten bleiben, während das Unternehmen zugleich versucht, rund 850 Arbeitsplätze zu sichern und den wirtschaftlich angeschlagenen Geschäftsbetrieb dauerhaft zu stabilisieren.

Für zahlreiche Beschäftigte und Kunden beginnt damit eine Phase der Unsicherheit. Welche Filialen geschlossen werden sollen, hat das Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben.

Jede dritte Filiale soll verschwinden

Mit der geplanten Schließung von rund 60 Geschäften würde Mäc Geiz sein Filialnetz um fast ein Drittel verkleinern.

Besonders in kleineren und mittleren Städten hat die Handelskette eine hohe Bedeutung als Anbieter günstiger Haushaltswaren, Schreibwaren, Drogerieartikel und anderer Non-Food-Produkte.

Die bevorstehende Neuordnung könnte deshalb nicht nur die Beschäftigten treffen. Auch die Einzelhandelslandschaft in den betroffenen Innenstädten und Einkaufszentren dürfte sich verändern.

Welche ostdeutschen Standorte möglicherweise zur Schließung vorgesehen sind, ist derzeit offen.

Eine verbindliche Liste der betroffenen Filialen wurde nach bisherigem Kenntnisstand nicht veröffentlicht.

Damit lässt sich aktuell auch nicht seriös sagen, welche einzelnen Städte ihren Mäc-Geiz-Markt verlieren werden.

Rund 850 Arbeitsplätze sollen gesichert werden

Der Sanierungsplan sieht vor, einen Großteil des Geschäftsbetriebs weiterzuführen.

Nach Unternehmensangaben könnten rund 850 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Im Frühjahr 2026 beschäftigte Mäc Geiz noch knapp 1.200 Menschen.

Wie viele Beschäftigte durch die geplanten Standortschließungen tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren werden, ist bislang nicht beziffert worden.

Die Zahlen lassen sich auch deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichen, weil sich der Personalbestand während eines Insolvenzverfahrens bereits verändert haben kann.

Fest steht dagegen, dass das Dienstleistungs- und Logistikzentrum am Unternehmenssitz in Landsberg im Saalekreis bestehen bleiben soll.

Der Standort ist für die Warenversorgung und die organisatorischen Abläufe des Filialnetzes von besonderer Bedeutung.

Insolvenzverfahren läuft seit dem Frühjahr

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Discounters sind bereits seit mehreren Monaten bekannt.

Im Mai 2026 beantragte die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Als wesentlichen Grund für die wirtschaftliche Krise nannte das Unternehmen die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Anfang August wurde das Eigenverwaltungsverfahren beim Amtsgericht Halle eröffnet.

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen im Amt. Sie führt den Betrieb unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters weiter und versucht, das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen.

Anders als bei einer sofortigen Betriebsschließung besteht damit grundsätzlich die Möglichkeit, große Teile des Unternehmens fortzuführen.

Gläubiger entscheiden im Dezember über Sanierungsplan

Über die Zukunft von Mäc Geiz soll voraussichtlich im Dezember entschieden werden.

Dann ist eine Abstimmung der Gläubiger über den vorgelegten Sanierungsplan vorgesehen.

Der Plan soll die Grundlage dafür schaffen, das Unternehmen zu entschulden und eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung zu ermöglichen.

Die angekündigten Schließungen sind dabei ein wesentlicher Bestandteil der Neuordnung.

Die endgültige Umsetzung hängt jedoch auch von den weiteren Entscheidungen im Insolvenzverfahren ab.

Geschäftsführer Rüdiger Grommes zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen mit einem verkleinerten Filialnetz und einem überarbeiteten Sortiment erfolgreich weitergeführt werden kann.

Geplant sind unter anderem neue Produkte und zusätzliche Sortimentsbereiche.

Konkurrenz durch Action, Tedi und Woolworth

Mäc Geiz bewegt sich in einem umkämpften Markt.

Mitbewerber wie Action, Tedi und Woolworth bieten ebenfalls ein breites Sortiment preisgünstiger Haushalts-, Deko- und Alltagsprodukte an.

Die Konkurrenz erstreckt sich längst nicht mehr ausschließlich auf klassische Sonderpostenmärkte. Auch größere Handelsketten und Onlineanbieter werben um preisbewusste Kunden.

Für Mäc Geiz kommt hinzu, dass sich die Kaufgewohnheiten vieler Verbraucher verändert haben.

Zwar bleibt die Nachfrage nach günstigen Produkten grundsätzlich vorhanden. Doch auch preisorientierte Händler müssen ausreichend Umsatz erwirtschaften, um Mieten, Personal, Logistik und Warenbeschaffung zu finanzieren.

Der geplante Rückzug aus rund 60 Märkten zeigt, dass das bisherige Filialnetz unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen nicht vollständig erhalten werden soll.

Ostdeutsche Städte warten auf Klarheit

Besonders aufmerksam dürften die Entwicklungen in den ostdeutschen Bundesländern verfolgt werden, in denen Mäc Geiz mit zahlreichen Geschäften vertreten ist.

Für die Beschäftigten geht es um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Kommunen und Vermieter müssen sich möglicherweise mit weiteren leerstehenden Einzelhandelsflächen auseinandersetzen.

Noch ist allerdings nicht bekannt, welche konkreten Standorte auf der Schließungsliste stehen.

Auch die Frage, ob einzelne Filialen möglicherweise durch veränderte Mietverträge oder andere Maßnahmen erhalten werden können, ist bislang nicht beantwortet.

Mit einer Entscheidung der Gläubiger im Dezember könnte sich die weitere Perspektive der Handelskette konkretisieren.

Bis dahin bleibt offen, wie groß die Auswirkungen des Sanierungsplans auf den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und den weiteren Bundesländern tatsächlich sein werden.

Themen: Sachsen-AnhaltSaalekreisArbeitsplätzeEinzelhandelInsolvenzMäc-GeizFilialschließungenLandsbergSanierungsplan

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