Rostocker Professorin Nicole Wrage-Mönnig in Klimaschutzbeirat berufen
Die Rostocker Professorin Nicole Wrage-Mönnig ist in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz berufen worden. Die Grünlandforscherin bringt ihre Expertise zu Biodiversität, nachhaltiger Landwirtschaft und widerstandsfähigen Ökosystemen in die Beratung der Bundesregierung ein.
Rostock. Professorin Dr. Nicole Wrage-Mönnig von der Universität Rostock ist neues Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz (WBNK). Die Wissenschaftlerin erhielt am Freitag, 6. November 2026, ihre Berufungsurkunde von der Parlamentarischen Staatssekretärin Bettina Hagedorn und wird künftig das Bundesumweltministerium bei Fragen zum Schutz natürlicher Ökosysteme beraten.
Mit ihrer Berufung übernimmt Wrage-Mönnig die Aufgaben von Professorin Dr. Vicky Temperton, die aus dem Gremium ausscheidet. Im Mittelpunkt ihrer künftigen Tätigkeit stehen die biologische Vielfalt und eine nachhaltige Bewirtschaftung von Grünlandflächen.
Wissenschaftliche Beratung für den natürlichen Klimaschutz
Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz begleitet die Umsetzung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Das Programm verfolgt das Ziel, natürliche Ökosysteme zu schützen und ihre Fähigkeit zu stärken, Kohlenstoff zu speichern und sich an veränderte Klimabedingungen anzupassen.
Der Beirat unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit wissenschaftlichen Einschätzungen und Empfehlungen.
Dabei spielen insbesondere Wälder, Moore, Gewässer und Grünlandflächen eine wichtige Rolle. Sie bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und erfüllen zugleich wesentliche Funktionen für den Klima- und Umweltschutz.
Anke Herold, Co-Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats, begrüßt die Berufung der Rostocker Wissenschaftlerin.
„Wir freuen uns sehr, Nicole Wrage-Mönnig im Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz begrüßen zu dürfen. Ihre Expertise zur Bedeutung pflanzlicher Vielfalt und zur Widerstandsfähigkeit von Grünlandökosystemen ist eine wertvolle Ergänzung für unsere Arbeit.“
Gerade Grünland verdeutliche die enge Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Nutzung, biologischer Vielfalt und Klimaschutz. Von der neuen Beirätin erhoffe sich das Gremium wichtige Impulse für die weitere Entwicklung des natürlichen Klimaschutzes.
Forschung zur Widerstandsfähigkeit von Grünland
Nicole Wrage-Mönnig beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Grünland nachhaltig bewirtschaftet werden kann, ohne seine ökologischen Funktionen zu beeinträchtigen.
Zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn untersuchte sie insbesondere Nährstoffverluste und Fragen der Düngung. Seit 2005 konzentriert sie sich verstärkt auf die Bedeutung pflanzlicher Vielfalt in Grünlandökosystemen.
Ihre Forschung untersucht unter anderem, wie unterschiedliche Pflanzengemeinschaften Wasser und Nährstoffe aufnehmen und nutzen. Von besonderem Interesse ist dabei, welchen Einfluss die Artenzusammensetzung auf die Produktivität und die Widerstandsfähigkeit von Grünlandflächen hat.
Diese Erkenntnisse sind für die Landwirtschaft ebenso bedeutsam wie für den Naturschutz. Angesichts zunehmender Trockenperioden und klimatischer Veränderungen stellt sich die Frage, wie landwirtschaftlich genutzte Flächen langfristig leistungsfähig und ökologisch stabil bleiben können.
Seit 2014 Professorin an der Universität Rostock
Die Biologin habilitierte sich 2012 an der Universität Göttingen. Im August 2014 übernahm sie die Professur für Grünland und Futterbauwissenschaften an der Universität Rostock.
Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Wrage-Mönnig auch in der Hochschulleitung. Seit 2023 ist sie Prorektorin für Forschung, Talententwicklung und Chancengleichheit.
Mit ihrer Berufung in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz erhält die Universität Rostock zusätzliche Präsenz in einem bundespolitisch wichtigen wissenschaftlichen Beratungsgremium.
Beirat würdigt Arbeit der bisherigen Wissenschaftlerin
Die neu berufene Professorin folgt auf die Ökologin Vicky Temperton. Diese hatte sich im Beirat insbesondere mit Biodiversität, Ökosystemfunktionen und Renaturierungsfragen beschäftigt.
Matthias Drösler, ebenfalls Co-Vorsitzender des WBNK, würdigte ihren Beitrag zur bisherigen Arbeit.
„Bei Vicky Temperton bedanken wir uns insbesondere für ihre Arbeit an dem noch unveröffentlichten WBNK-Gutachten zum Dauergrünland und ihre wertvollen fachlichen Impulse als Ökologin.“
Das Gutachten zum Dauergrünland ist bislang nicht veröffentlicht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesen Flächen bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil der Beiratsarbeit.
Mit Nicole Wrage-Mönnig gewinnt das Gremium eine Wissenschaftlerin, die landwirtschaftliche Praxis, Pflanzenvielfalt und ökologische Widerstandsfähigkeit miteinander verbindet. Ihre Forschungsergebnisse sollen künftig dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die politischen Entscheidungen zum natürlichen Klimaschutz einzubeziehen.