Rostock: Erste 18 Pflegefachkräfte schließen Bachelorstudium Intensivpflege ab
Neue Qualifikationen für die Intensivpflege
An der Universitätsmedizin Rostock haben erstmals 18 Pflegefachkräfte den Bachelorstudiengang Intensivpflege erfolgreich abgeschlossen. Die Absolventinnen und Absolventen erhielten am 29. Oktober 2026 bei einer feierlichen Veranstaltung in der Aula der Universität Rostock ihre Zeugnisse. Sie stammen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und absolvierten das Studium neben ihrer beruflichen Tätigkeit. Sechs von ihnen arbeiten an der Universitätsmedizin Rostock.
Mit dem ersten Abschlussjahrgang erreicht die Hochschule einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau akademischer Bildungsangebote für erfahrene Pflegekräfte. Der 2022 gestartete Studiengang soll wissenschaftliche Erkenntnisse stärker mit der praktischen Versorgung schwerkranker Menschen verbinden.
Berufsbegleitendes Studium für erfahrene Pflegekräfte
Der Bachelorstudiengang Intensivpflege richtet sich gezielt an Pflegefachkräfte, die bereits über Berufserfahrung verfügen und sich wissenschaftlich weiterqualifizieren möchten.
Im Mittelpunkt stehen die besonderen Anforderungen bei der Versorgung kritisch kranker Patientinnen und Patienten.
Dazu gehören die Vertiefung pflegewissenschaftlicher Kenntnisse, die Anwendung aktueller Forschungsergebnisse und die Weiterentwicklung pflegerischer Arbeitsabläufe.
Die Studierenden sollen lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur zu verstehen, sondern auch in ihrer täglichen Arbeit anzuwenden.
Gerade auf Intensivstationen, wo Menschen häufig unter lebensbedrohlichen Erkrankungen leiden und eine engmaschige Versorgung benötigen, sind fundierte Fachkenntnisse besonders wichtig.
Das Studium soll deshalb einen Beitrag dazu leisten, die Qualität der pflegerischen Versorgung langfristig weiterzuentwickeln.
Monatliche Blockwochen ermöglichen Studium neben dem Beruf
Eine Besonderheit des Rostocker Studiengangs ist seine berufsbegleitende Organisation.
Die Lehrveranstaltungen wurden in monatlichen Blockwochen durchgeführt. Dadurch konnten die Teilnehmer weiterhin in ihren Krankenhäusern und anderen Einrichtungen arbeiten.
Für Pflegefachkräfte mit einer bereits abgeschlossenen Fachweiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege bestand außerdem die Möglichkeit, bestimmte Vorleistungen anerkennen zu lassen.
Dadurch konnte sich die reguläre Studiendauer verkürzen.
Dieses Modell ermöglicht es insbesondere berufserfahrenen Pflegekräften, einen akademischen Abschluss zu erwerben, ohne ihre Tätigkeit vollständig unterbrechen zu müssen.
Wie hoch der zeitliche Aufwand für die einzelnen Absolventen war, teilte die Universitätsmedizin nicht mit.
Studiengangsleiterin würdigt Leistung der Absolventen
Professorin Anna-Henrikje Seidlein, Professorin für Pflegewissenschaft und Leiterin des Studiengangs, sieht im ersten Abschlussjahrgang einen wichtigen Erfolg für die akademische Pflegequalifizierung.
„Mit dem ersten Abschlussjahrgang wird sichtbar, welches Potenzial in der akademischen Qualifizierung erfahrener Pflegefachpersonen steckt“, erklärte sie.
Die Absolventen verbänden ihre langjährige berufliche Erfahrung mit zusätzlichen wissenschaftlichen Kompetenzen.
Besonders beeindruckt zeigte sich Seidlein davon, dass alle 18 Teilnehmer ihr Studium erfolgreich neben ihrer beruflichen Tätigkeit abgeschlossen haben.
Sie sieht darin eine wichtige Grundlage, um wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in den Pflegealltag einzubringen und bestehende Abläufe weiterzuentwickeln.
Universitätsmedizin will Pflegewissenschaft und Praxis verbinden
Auch Professor Bernd Krause, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, würdigte die Absolventen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des ersten Jahrgangs erreiche die akademische Pflegeausbildung einen bedeutenden Entwicklungsschritt.
Die Zeugnisübergabe sei nicht nur eine Anerkennung der persönlichen Leistungen, sondern stehe zugleich für neue Bildungswege innerhalb des Pflegeberufs.
Der Studiengang verbindet nach Angaben der Universitätsmedizin die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Intensivpflege und die konkreten Anforderungen des Berufsalltags.
Damit sollen erfahrene Pflegefachkräfte zusätzliche Möglichkeiten erhalten, sich fachlich weiterzuentwickeln und neue Erkenntnisse in ihre Einrichtungen einzubringen.
Zwei weitere Jahrgänge studieren bereits in Rostock
Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Jahrgangs wird das Studienangebot fortgesetzt.
Derzeit befinden sich zwei weitere Gruppen im Bachelorstudiengang Intensivpflege.
Sie sollen ihr Studium planmäßig in den Jahren 2027 beziehungsweise 2028 abschließen.
Damit entwickelt sich der Studiengang zu einem dauerhaften Bestandteil der akademischen Pflegeausbildung an der Universitätsmedizin Rostock.
Die Hochschule setzt dabei auf die Verbindung von Berufserfahrung, wissenschaftlicher Qualifikation und praktischer Anwendung.
Neue Perspektiven für die Pflege in Mecklenburg-Vorpommern
Die akademische Weiterqualifizierung erfahrener Pflegekräfte gewinnt angesichts der Anforderungen im Gesundheitswesen an Bedeutung.
Insbesondere die Intensivpflege stellt hohe Anforderungen an medizinisches Wissen, praktische Fähigkeiten und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen.
Ein berufsbegleitendes Studium bietet Pflegefachkräften die Möglichkeit, zusätzliche Kompetenzen zu erwerben und sich intensiver mit wissenschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
Der erste Abschlussjahrgang in Rostock zeigt, dass ein solches Studienmodell auch neben einer bestehenden Berufstätigkeit erfolgreich absolviert werden kann.
Ob die Absolventen künftig neue Aufgaben in ihren Einrichtungen übernehmen oder sich beruflich verändern, geht aus der Mitteilung der Universitätsmedizin nicht hervor.
Für die Hochschule steht zunächst der erfolgreiche Abschluss der ersten 18 Studierenden im Mittelpunkt. Mit zwei weiteren Jahrgängen soll der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden.