Polizeiruf 110 aus Rostock: Neuer Fall führt in die Abgründe der Zwangsprostitution
Ein Mordfall bringt das Ermittlerteam an seine Grenzen
Ein grausamer Leichenfund, ein mutmaßlich kriminelles Netzwerk und persönliche Konflikte innerhalb der Polizei: Der neue Rostocker „Polizeiruf 110“ mit dem Titel „Sie haben Namen“ führt die Ermittlerinnen Katrin König und Melly Böwe in die Welt der Zwangsprostitution. Der Fernsehkrimi läuft am heutigen Sonntag, 1. November 2026, um 20.15 Uhr im Ersten. Die Folge behandelt nicht nur einen Mordfall, sondern auch die Frage, wie Menschen durch Gewalt, Abhängigkeit und Einschüchterung ausgebeutet werden.
Nach mehr als einem Jahr kehrt das Rostocker Ermittlerteam mit einem neuen Fall zurück. Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann spielen erneut die beiden Kommissarinnen, deren Zusammenarbeit durch persönliche Erfahrungen und Konflikte belastet wird.
Eine unbekannte Tote führt ins Rostocker Rotlichtmilieu
Am Anfang der Geschichte steht der Fund einer jungen Frauenleiche. Eine Anglerin entdeckt den Körper außerhalb Rostocks am Wasser.
Die Ermittlerinnen vermuten, dass die Tote aus Osteuropa stammt und möglicherweise noch minderjährig war. Ihr Name ist zunächst unbekannt. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass sie vor ihrem Tod schwer misshandelt wurde.
Katrin König und Melly Böwe versuchen herauszufinden, wer die junge Frau war und unter welchen Umständen sie ums Leben kam.
Ihre Nachforschungen führen sie zu einer Feriensiedlung, die dem ehemaligen Kampfsportler und heutigen Unternehmer Heiko Mischke gehört.
Mischke betreibt Geschäfte im Rotlichtmilieu und gerät zunehmend in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Gespielt wird er von Sönke Möhring.
Die Kommissarinnen stoßen auf ein Umfeld, in dem Frauen offenbar unter Druck gesetzt, bedroht und ausgebeutet werden.
Die Ermittlungen werden zur persönlichen Belastungsprobe
Während sich der Mordfall entwickelt, geraten auch die privaten Konflikte der Ermittlerinnen in den Vordergrund.
Besonders Melly Böwe wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Der Staatsanwalt Jan Jürgens, gespielt von Thorsten Merten, war bereits in einer früheren Folge aufgetreten.
Die Geschichte greift einen schweren sexuellen Übergriff auf, den Böwe als Jugendliche erlitten hat. Die erneute Begegnung mit Jürgens belastet die Kommissarin und erschwert ihre Arbeit.
Auch Katrin König hat mit ungelösten persönlichen Fragen zu kämpfen. Die Rückkehr ihres Vaters hat alte Konflikte aufbrechen lassen.
Innerhalb des Polizeiteams herrscht ebenfalls keine Ruhe. Der nach einer Verletzung verbitterte Volker Thiesler hadert mit seinen Kollegen.
Polizist Pöschel wiederum entwickelt Gefühle für eine Frau aus dem Prostitutionsmilieu. Diese Beziehung bringt ihn in einen Konflikt zwischen seinen persönlichen Empfindungen und den laufenden Ermittlungen.
Neuer Krimi setzt auf eine düstere Geschichte
Anders als klassische Fernsehkrimis, die sich hauptsächlich auf die Aufklärung eines einzelnen Verbrechens konzentrieren, verbindet „Sie haben Namen“ mehrere Handlungsstränge.
Der Mord an der unbekannten Frau steht im Zentrum. Gleichzeitig rücken die Mechanismen sexueller Ausbeutung und die persönlichen Grenzen der Ermittler in den Vordergrund.
Der Film zeigt Gewalt und deren Folgen in einer deutlichen, teilweise bedrückenden Darstellung.
In seiner Besprechung hebt der NDR hervor, dass die unterschiedlichen Geschichten zunächst sehr umfangreich wirken, sich zum Ende hin jedoch zu einem zusammenhängenden Bild verbinden.
Die Folge richtet den Blick auch auf Menschen, deren Schicksale im kriminellen Umfeld häufig verborgen bleiben. Schon der Titel „Sie haben Namen“ verweist auf den Anspruch, den betroffenen Frauen ihre individuelle Geschichte zurückzugeben.
Lina Beckmann und Anneke Kim Sarnau erneut gemeinsam vor der Kamera
Die Hauptrollen übernehmen Anneke Kim Sarnau als Katrin König und Lina Beckmann als Melly Böwe.
Zum weiteren Ensemble gehören unter anderem Sönke Möhring, Thorsten Merten, Andreas Guenther und Anastasiia Mazhara.
Mazhara spielt Natasha, eine junge Frau, die im Verlauf der Ermittlungen eine wichtige Rolle einnimmt.
Das Drehbuch stammt von Florian Oeller. Regie führte Franziska Schlotterer.
Die Rostocker „Polizeiruf“-Filme zeichnen sich seit Jahren dadurch aus, dass sie die persönlichen Entwicklungen ihrer Figuren über mehrere Folgen hinweg weitererzählen.
Auch der neue Fall setzt dieses Konzept fort. Einige Konflikte knüpfen unmittelbar an frühere Ereignisse an. Wer die vorherige Rostocker Episode kennt, kann deshalb bestimmte Zusammenhänge besser einordnen.
Polizeiruf 110 heute um 20.15 Uhr im Ersten
Die Erstausstrahlung von „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ findet am Sonntag, 1. November 2026, um 20.15 Uhr im Ersten statt.
Die rund 88 Minuten lange Folge ist bereits seit Freitag, 30. Oktober, in der ARD-Mediathek verfügbar.
Für Zuschauer, die den Krimi am Sonntagabend nicht sehen können, ist außerdem eine nächtliche Wiederholung am Dienstag, 3. November, vorgesehen.
Mit dem neuen Fall erhält die traditionsreiche Krimireihe erneut einen Schauplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Anders als bei vielen konventionellen Mordermittlungen steht dabei nicht allein die Suche nach einem Täter im Mittelpunkt.
Der Film beschäftigt sich auch mit der Frage, welchen Folgen Menschen ausgesetzt sind, wenn sie Gewalt erleben und in kriminelle Abhängigkeitsverhältnisse geraten.