Der historische Hellingkran auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft in Rostock ist akut beschädigt. Am Freitagnachmittag, 23. Oktober 2026, rückte die Feuerwehr zu einem größeren Einsatz aus, nachdem im oberen Bereich des Kranauslegers eine Stütze gebrochen war. Weil die Standsicherheit des markanten gelb-blauen Bauwerks zunächst nicht beurteilt werden konnte, mussten vorsorglich rund 20 Menschen aus einem benachbarten Wohngebäude ihre Wohnungen verlassen. Einsatzkräfte prüfen, wie die Konstruktion gesichert werden kann.
Beschädigte Stütze löst Feuerwehreinsatz aus
Am historischen Hellingkran in Rostock wurde ein schwerer technischer Defekt festgestellt.
Nach ersten Angaben brach im oberen Bereich des Auslegers eine tragende Stütze.
Die Feuerwehr wurde alarmiert, weil unklar war, welche Folgen die Beschädigung für die gesamte Stahlkonstruktion haben könnte.
Besonders problematisch ist die exponierte Lage des hohen Bauwerks.
Wenn tragende Bauteile nachgeben, können weitere Teile der Konstruktion beschädigt werden oder abstürzen.
Für die Einsatzkräfte stand deshalb zunächst die Sicherung des umliegenden Bereichs im Mittelpunkt.
Rund 20 Menschen müssen Wohnungen verlassen
Vorsorglich wurde ein benachbartes Wohngebäude evakuiert.
Etwa 20 Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.
Sie konnten sich zunächst im nahegelegenen Neptun-Einkaufszentrum aufhalten.
Die Stadt bemühte sich um eine vorübergehende Unterbringung.
Wie lange die Betroffenen ihre Wohnungen nicht nutzen können, war am Freitagabend noch offen.
Entscheidend dürfte sein, wann Fachleute die Tragfähigkeit der Konstruktion zuverlässig beurteilen und geeignete Sicherungsmaßnahmen umsetzen können.
Feuerwehr erwägt Abstützung mit mobilem Kran
Zu den ersten Überlegungen der Einsatzleitung gehörte es, den beschädigten Hellingkran mithilfe eines mobilen Kranes abzustützen.
Damit könnte verhindert werden, dass sich die beschädigte Konstruktion unkontrolliert weiter verformt.
Eine solche Maßnahme muss jedoch sorgfältig geplant werden.
Die zusätzlichen Belastungen durch eine Abstützung dürfen die beschädigten Bauteile nicht weiter gefährden.
Einsatzleiter Ralf Gesk vom Rostocker Amt für Brand- und Katastrophenschutz verwies zudem auf ungünstige Wetterbedingungen.
Insbesondere stärkerer Wind kann bei einer vorgeschädigten hohen Stahlkonstruktion ein zusätzliches Risiko darstellen.
Ob und in welcher Form die Sicherungsmaßnahmen bereits abgeschlossen werden konnten, war zunächst nicht bestätigt.
Historischer Kran ist seit Jahren außer Betrieb
Der rund 50 Jahre alte Hellingkran gehört zu den auffälligen Bauwerken im Bereich der früheren Neptunwerft.
Seine gelb-blaue Konstruktion erinnert an die Geschichte des Schiffbaus in Rostock.
Der Kran wird seit längerer Zeit nicht mehr industriell genutzt.
Seit 2016 kümmert sich ein Förderverein um eine alternative Verwendung des Bauwerks.
Dabei entstanden ungewöhnliche touristische Angebote.
Im Inneren des Krans wurden Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. Außerdem konnten Paare dort heiraten.
Der ehemalige Industriekran entwickelte sich damit zu einem besonderen Ort zwischen technischer Geschichte und touristischer Nutzung.
Technisches Denkmal vor ungewisser Zukunft
Die Beschädigung wirft Fragen zum Zustand und zur weiteren Nutzung des Bauwerks auf.
Bei älteren Stahlkonstruktionen können Korrosion, Materialermüdung und jahrelange Witterungseinflüsse eine Rolle spielen.
Ob solche Faktoren den Schaden am Rostocker Hellingkran verursacht haben, ist bislang nicht festgestellt.
Dafür sind technische Untersuchungen erforderlich.
Auch eine mögliche Reparatur dürfte davon abhängen, welche Bauteile betroffen sind und ob die Tragfähigkeit der gesamten Konstruktion wiederhergestellt werden kann.
Über Kosten und langfristige Konsequenzen liegen noch keine belastbaren Angaben vor.
Sicherheit hat zunächst Vorrang
Für die Einsatzkräfte bleibt die unmittelbare Gefahrenabwehr entscheidend.
Die beschädigte Konstruktion muss so gesichert werden, dass weder Anwohner noch Passanten gefährdet werden.
Erst anschließend lässt sich klären, welche Reparaturen notwendig und wirtschaftlich möglich sind.
Der Fall zeigt zugleich, welche besonderen Anforderungen historische Industrieanlagen stellen, wenn sie nach dem Ende ihrer ursprünglichen Nutzung als touristische oder kulturelle Orte erhalten bleiben sollen.
Für Rostock geht es nun zunächst darum, die Gefahr zu beseitigen und den evakuierten Bewohnern eine sichere Rückkehr zu ermöglichen.