Fernwärme der Zukunft

Neustrelitz setzt auf Erdwärme: Stadtwerke dürfen nach Geothermie suchen

Die Stadtwerke Neustrelitz haben die bergrechtliche Erlaubnis zur Suche nach Erdwärme erhalten. Das Untersuchungsgebiet umfasst mehr als 38 Quadratkilometer. Beim Tag der offenen Tür am 26. September erfahren Besucher, wie Geothermie künftig zur Fernwärmeversorgung beitragen könnte.

Von Henrik Clausen 2 Min. Lesezeit

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Stadtwerke Neustrelitz planen die Nutzung von Geothermie für die künftige Fernwärmeversorgung der Stadt.
Stadtwerke Neustrelitz planen die Nutzung von Geothermie für die künftige Fernwärmeversorgung der Stadt. Foto: Stadtwerke Neustrelitz GmbH

NEUSTRELITZ. Wärme aus mehreren hundert Metern Tiefe könnte künftig einen wichtigen Beitrag zur Fernwärmeversorgung in Neustrelitz leisten. Die Stadtwerke sind bei ihren Geothermie-Plänen jetzt einen entscheidenden Schritt weiter.

Das Bergamt Stralsund hat dem kommunalen Unternehmen die bergrechtliche Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme im Feld „Strelitz“ erteilt. Der Bescheid sei nach Prüfung und Beteiligung zahlreicher öffentlicher Stellen und Träger öffentlicher Belange rechtskräftig erlassen worden, teilte Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke mit.

Mehr als 38 Quadratkilometer großes Suchgebiet

Die Erlaubnis umfasst ein Gebiet von mehr als 38 Quadratkilometern und erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet von Neustrelitz. Bestehende Rechte Dritter sind davon ausgenommen.

Die Stadtwerke wollen ihre Untersuchungen insbesondere auf das Gebiet neben dem Biomasseheizkraftwerk konzentrieren. Die Aufsuchungserlaubnis gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2028. Partner des Vorhabens ist die Geothermie Neubrandenburg GmbH, kurz GTN.

Noch keine Genehmigung für Tiefbohrungen

Die jetzt erteilte Erlaubnis bedeutet allerdings noch nicht, dass unmittelbar gebohrt werden darf.

Nach dem Bundesberggesetz gilt Erdwärme ab einer Tiefe von 400 Metern als bergfreier Bodenschatz. Das Aufsuchungsrecht legt zunächst fest, wer innerhalb eines bestimmten Gebietes nach Erdwärme suchen und diese untersuchen darf.

Für spätere technische Arbeiten an der Oberfläche oder tatsächliche Tiefbohrungen sind zusätzliche Betriebspläne und weitere behördliche Genehmigungen notwendig.

Erdwärme soll Fernwärme ergänzen

Die Stadtwerke hatten ihren Transformationsplan für die künftige Wärmeversorgung bereits im November 2024 vorgestellt. Ziel ist es, künftig stärker auf regional verfügbare Energiequellen zu setzen.

Dabei rückt Geothermie in den Mittelpunkt. Unterirdisches Thermalwasser beziehungsweise Sole könnte Wärme aus tiefen Erdschichten aufnehmen und diese für das Neustrelitzer Fernwärmenetz nutzbar machen.

Ob die Voraussetzungen dafür tatsächlich geeignet sind, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen.

Stadtwerke zeigen ihre Pläne beim Tag der offenen Tür

Wie das Vorhaben funktionieren soll, können sich Interessierte am Samstag, 26. September, von 10 bis 14 Uhr erklären lassen.

Zum 35-jährigen Bestehen der Stadtwerke findet am Technikum in der Wilhelm-Stolte-Straße ein Tag der offenen Tür statt. Besucher können sich dort unter anderem über Technik und Ladeinfrastruktur informieren. Für Familien sind außerdem verschiedene Angebote vorgesehen.

Ein Bus-Shuttle verbindet das Technikum mit dem Landeszentrum für erneuerbare Energien, kurz Leea.

Dort wollen Experten der GTN erklären, welche Temperaturen in tiefen Erdschichten herrschen, wie Thermalwasser genutzt werden kann und ob die dort vorhandene Wärme ausreichen könnte, um Gebäude in Neustrelitz mit Fernwärme zu versorgen.

35 Jahre Stadtwerke Neustrelitz

Der Tag der offenen Tür steht zugleich im Zeichen des 35-jährigen Bestehens der Stadtwerke Neustrelitz.

Neben Informationen über die Energieversorgung der Zukunft soll es ein Familienprogramm mit Hüpfburg, Seifenblasen, Glücksrad und weiteren Angeboten geben. Die Geothermie-Pläne bilden dabei einen Schwerpunkt des Tages.

Themen: EnergiewendeFernwärmeNeustrelitzStadtwerke NeustrelitzGeothermieErdwärme

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