Angekündigte Werksschließung bleibt eines der größten Wirtschaftsthemen der Stadt

160 Arbeitsplätze unter Druck: Mühlhausen kämpft weiter um Zukunft des Valeo-Standorts

Die Zukunft des Valeo-Standorts bleibt für Mühlhausen von erheblicher Bedeutung. Der Automobilzulieferer hatte die Schließung des Werkes angekündigt. Rund 160 Beschäftigte sind betroffen. Stadt, Land und Wirtschaftsförderung hatten daraufhin gemeinsam Gespräche mit Unternehmensführung und Betriebsrat aufgenommen.

Von Stefan Neubert 1 Min. Lesezeit

Teilen

Kaum ein Unternehmensentscheid beschäftigt Mühlhausen 2026 wirtschaftlich so stark wie die angekündigte Schließung des Valeo-Standorts. Rund 160 Beschäftigte sind von den Konzernplänen betroffen. Die Stadt hatte unmittelbar nach Bekanntwerden Unterstützung zugesagt und Gespräche auf mehreren politischen Ebenen angestoßen.

Stadt brachte Land und Unternehmen an einen Tisch

Bereits im Januar trafen sich Vertreter der Stadt, der Thüringer Landesregierung, der Landesentwicklungsgesellschaft, der Geschäftsführung und des Betriebsrates im Mühlhäuser Rathaus.

Beteiligt waren unter anderem Arbeits- und Wirtschaftsvertreter des Landes.

Damit wurde der Versuch unternommen, nicht nur über Sozialpläne zu sprechen, sondern Möglichkeiten für Standort und Beschäftigte auszuloten.

Standort produziert nicht ausschließlich für Verbrenner

Für Mühlhausen ist besonders bitter, dass das Werk nach Darstellung der Stadt auch Produkte außerhalb klassischer Verbrennertechnik herstellt.

Die Schwierigkeiten lassen sich deshalb nicht einfach auf den Wechsel zur Elektromobilität reduzieren.

Globaler Wettbewerb, Kostendruck und Veränderungen innerhalb der internationalen Automobilzulieferindustrie treffen auch Standorte, die bereits breiter aufgestellt sind.

160 Stellen sind für Mittelstadt erheblich

In einer Metropole wäre ein Werk mit 160 Beschäftigten vergleichsweise klein.

Für einen Standort wie Mühlhausen haben solche Arbeitsplätze jedoch deutlich mehr Gewicht.

Sie sichern Einkommen, Kaufkraft und industrielle Wertschöpfung und betreffen zusätzlich Familien und Zulieferer.

Suche nach Perspektiven bleibt entscheidend

Die Stadt hatte unter anderem angekündigt, den Standort und die Beschäftigten aktiv zu unterstützen.

Damit bleibt die Frage offen, ob industrielle Nutzung, ein Investor oder andere Beschäftigungsperspektiven gesichert werden können.

Die Valeo-Entscheidung ist deshalb längst mehr als eine einzelne Unternehmensmeldung – sie ist ein Test dafür, wie widerstandsfähig der Industriestandort Mühlhausen gegenüber dem Umbau der Automobilbranche ist.

Quellen

Stadt Mühlhausen – gemeinsamer Einsatz für den Valeo-Standort und rund 160 Beschäftigte.

Stadt Mühlhausen – Gespräch zwischen Stadt, Thüringer Landesregierung, Unternehmen und Betriebsrat.

###

Themen: IndustrieAutomobilindustrieArbeitsplätzeWirtschaftMühlhausenValeo

Teilen

Lesen Sie als Nächstes

Produktion soll 2027 enden – Tesla setzt künftig auf autonome Robotaxis Tesla stellt Cybertruck ein: Elon Musks Elektro-Pick-up wird zum Verkaufsflop Tesla zieht die Konsequenzen aus enttäuschenden Verkaufszahlen: Elon Musk hat das Produktionsende des Cybertrucks für 2027 angekündigt. Der futuristische Elektro-Pick-up sollte jährlich 250.000 Käufer finden, verfehlte dieses Ziel jedoch deutlich. Stattdessen will der US-Autobauer seine Fabrik in Texas für die Produktion autonomer Cybercabs nutzen.

Ihre Meinung

Schreiben Sie uns einen Leserbrief an leserbriefe@ostdeutsche-zeitung.de. Bitte mit vollständigem Namen und Anschrift; veröffentlicht werden nur Name und Wohnort.

Meistgelesen

Wirtschaft

Alle Beiträge