417 Millionen Euro für die Strecke

Erfurt. Die Bahnverbindung zwischen Erfurt und Nordhausen steht vor einem grundlegenden Umbau.

Von 2028 bis 2030 sollen die noch ausstehenden rund 54 Kilometer zwischen Sondershausen und Erfurt Nord umfassend modernisiert werden.

Das gesamte Ausbauprojekt wird mit rund 417 Millionen Euro veranschlagt.

Der Freistaat Thüringen beteiligt sich zusätzlich mit 10,3 Millionen Euro Landesmitteln.

62.000 neue Schwellen

Die Arbeiten gehen weit über eine normale Streckensanierung hinaus.

Geplant sind mehrere Dutzend Kilometer neue Schienen sowie rund 62.000 neue Bahnschwellen.

Zusätzlich werden 34 Weichen erneuert oder neu eingebaut.

Auch Teile des Unterbaus müssen modernisiert werden.

Hinzu kommen Bahnübergänge, Eisenbahnbrücken und weitere technische Anlagen entlang der Strecke.

Alte Stellwerke verschwinden

Besonders deutlich wird die Modernisierung bei der Sicherungs- und Steuerungstechnik.

Auf der Strecke existieren teilweise noch mechanische und elektromechanische Stellwerke.

Sie sollen vollständig durch moderne Technik ersetzt werden.

Insgesamt entstehen acht elektronische Stellwerke.

Dadurch sollen Zugbewegungen zuverlässiger gesteuert und Betriebsstörungen reduziert werden.

Zehn Bahnhöfe werden erneuert

Auch Fahrgäste werden die Veränderungen unmittelbar sehen.

Insgesamt werden zehn Bahnhöfe modernisiert:

Niederspier, Wasserthaleben, Greußen, Gangloffsömmern, Straußfurt, Ringleben-Gebesee, Walschleben, Kühnhausen, Erfurt-Gispersleben und Erfurt Nord.

Die neuen Bahnsteige werden 55 Zentimeter hoch und 120 Meter lang.

Beleuchtung und taktile Leitsysteme werden ebenfalls erneuert.

Die Stationen sollen weitgehend barrierefrei nutzbar werden.

Drei Bauabschnitte

Der Umbau erfolgt nicht auf der gesamten Strecke gleichzeitig.

Zunächst ist von Juli 2028 bis Oktober 2029 der Abschnitt zwischen Sondershausen und Greußen vorgesehen.

Danach folgen die Abschnitte Greußen–Kühnhausen und Kühnhausen–Erfurt Nord.

Die vollständige Inbetriebnahme der erneuerten Strecke ist für 2030 geplant.

Batteriezüge sollen kommen

Das Projekt bereitet die Strecke zugleich auf neue Züge vor.

Auf dem Abschnitt Straußfurt–Erfurt Nord sollen künftig batterieelektrische Fahrzeuge eingesetzt werden.

Der Betriebsbeginn ist ab Dezember 2028 vorgesehen.

Die neuen Züge sollen mehr Sitzplätze sowie barrierefreie Einstiege bieten.

Geplant sind außerdem WLAN, Videoüberwachung und großflächige elektronische Fahrgastinformationen.

Für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen sollen separate Bereiche zur Verfügung stehen.

Wichtige Verbindung für Nordthüringen

Die Strecke verbindet zahlreiche kleinere Städte und Gemeinden mit der Landeshauptstadt Erfurt und dem Raum Nordhausen.

Die Modernisierung soll deshalb nicht nur den Komfort verbessern.

Das eigentliche Ziel ist ein stabilerer und leistungsfähigerer Regionalverkehr.

Mit neuen Stellwerken, erneuerten Gleisen und modernisierten Bahnhöfen wird die technische Infrastruktur auf großen Teilen der Verbindung praktisch neu aufgebaut.

Reisende brauchen Geduld

Bis alles fertig ist, dauert es allerdings noch mehrere Jahre.

Der große Bauabschnitt beginnt erst 2028.

Die Gesamtinbetriebnahme ist für 2030 vorgesehen.

Dann soll eine der wichtigsten Bahnverbindungen Nordthüringens technisch weitgehend erneuert sein.