Der RE3 zwischen Berlin und Stralsund ist an Sommerwochenenden stark ausgelastet. Reisende mit Fahrrädern und Gepäck geraten besonders schnell an Grenzen, weil die Kapazitäten auf der Ostseeachse regelmäßig ausgeschöpft sind.

RE3 Berlin–Stralsund wird am Wochenende zum Nadelöhr

Die Verbindung gehört zu den wichtigsten Regionalstrecken zwischen der Hauptstadt und der Ostseeküste. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bezeichnet die zweistündliche Direktverbindung nach Stralsund ausdrücklich als besonders beliebt bei Ausflüglern.

Zwischen Berlin und Angermünde fährt der RE3 stündlich. Von Angermünde geht es derzeit im Wechsel weiter nach Stralsund oder Schwedt. Der zusätzliche RE30 verdichtet die Verbindung nach Stralsund, verlangt jedoch bei einem Teil der Fahrten einen Umstieg in Angermünde.

Wie angespannt die Lage in der Sommersaison werden kann, beschreibt selbst die Tourist-Information Angermünde. Sie weist darauf hin, dass die Züge Richtung Stralsund insbesondere an Wochenenden und Feiertagen stark ausgelastet sind. Fahrgästen mit Ziel Chorin oder Angermünde wird deshalb empfohlen, nach Möglichkeit auf RE3-Züge aus Richtung Schwedt auszuweichen.

Fahrräder verschärfen Platzproblem im RE3

Neben klassischen Urlaubsreisenden nutzen viele Radfahrer die Verbindung. Gerade in der Ferienzeit treffen deshalb große Mengen Gepäck, Kinderwagen und Fahrräder auf begrenzte Mehrzweckflächen.

Am Samstag wurde das Problem zwischen Eberswalde und Angermünde erneut sichtbar. Besonders für Reisende mit Fahrrädern und größerem Gepäck wurde es eng.

Dass das kein Einzelproblem ist, zeigen auch Stellungnahmen aus der Uckermark. Dort wird das Fahrgastaufkommen auf der Achse Berlin–Stralsund während Ferien, Feiertagen und Wochenenden als enorm beschrieben. Teilweise seien Kapazitätsgrenzen erreicht.

RE3 soll ab Dezember 2026 stündlich direkt fahren

Eine deutliche Verbesserung ist mit dem Fahrplanwechsel im Dezember vorgesehen. Dann soll der RE3 stündlich ohne Umstieg zwischen Stralsund, Angermünde, Berlin und Lutherstadt Wittenberg verkehren.

DB Regio hat dafür zwölf neue fünfteilige Doppelstockzüge vom Typ KISS bestellt. Jeder Zug soll 575 Sitzplätze bieten und damit mehr Kapazität als die bislang eingesetzten Fahrzeuge schaffen. Wegen Verzögerungen bei der Auslieferung ist zum Start zunächst teilweise ein Ersatzkonzept mit vorhandenen Doppelstockzügen vorgesehen.

Ostsee-Bahnverkehr bleibt bis dahin Belastungsprobe

Für den laufenden Sommer ändert das wenig. Wer mit Fahrrad und Gepäck an einem sonnigen Wochenende Richtung Ostsee fahren möchte, muss weiterhin mit sehr vollen Zügen rechnen.

Der Erfolg des Deutschlandtickets und die touristische Nachfrage zeigen dabei ein grundsätzliches Problem: Mehr Menschen nutzen die Schiene für Ausflüge und Urlaubsreisen, doch die vorhandenen Fahrzeuge können diese Nachfrage an Spitzentagen nur begrenzt auffangen.

Ab Dezember soll sich die Situation strukturell verbessern. Bis dahin bleibt der RE3 auf dem Weg an die Ostsee eine der sichtbarsten Belastungsproben für den Regionalverkehr im Nordosten.

Quelle: Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, Deutsche Bahn, Tourismusverein Angermünde, rbb Brandenburg aktuell