Angriff während der Kontrolle

In einem Zug von Halle nach Erfurt ist es am Sonntagabend zu einem Angriff auf eine Zugbegleiterin gekommen.

Nach Angaben der Bundespolizei wurde die Notfallleitstelle der Bahn gegen 20.20 Uhr über den Vorfall informiert.

Der 27-jährige Reisende soll während einer Kontrolle unvermittelt auf die Zugbegleiterin losgegangen sein und unter anderem versucht haben, sie anzuspringen.

Sicherheitsmitarbeiter greifen ein

Zwei Mitarbeiter der Bahnsicherheit, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, bemerkten den Angriff und griffen ein.

Sie versperrten dem Mann den Ausgang und hielten ihn zurück.

Dabei kam es zu einem kurzen Gerangel.

Nach Angaben der Bundespolizei soll der 27-Jährige dabei mit Tritten und Schlägen Treffer erzielt haben.

Den Sicherheitskräften gelang es schließlich, den Mann zu überwältigen und zu fesseln.

Übergabe an Polizei in Merseburg

Bundes- und Landespolizei fuhren daraufhin zum nächsten Halt des Zuges in Merseburg.

Dort übergaben die Sicherheitsmitarbeiter den gefesselten Mann an die Einsatzkräfte.

Die Bundespolizei stellte seine Identität fest und belehrte ihn.

Gegen den 27-jährigen Deutschen wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und verhetzender Beleidigung gefertigt.

Weitere Einzelheiten zu möglichen Verletzungen der Zugbegleiterin oder der Sicherheitsmitarbeiter wurden zunächst nicht bekannt.

Gewalt gegen Bahnbeschäftigte bleibt großes Problem

Der Vorfall reiht sich in eine hohe Zahl von Angriffen gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn ein.

Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierte DB Regio bundesweit 989 Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

781 Fälle wurden als einfache Körperverletzung wie Schubsen, Greifen oder Bespucken eingeordnet. Hinzu kamen 185 versuchte Körperverletzungen und 22 Fälle schwerer Körperverletzung.

Die Deutsche Bahn reagiert deshalb mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Dazu gehören Bodycams, verpflichtende Deeskalationsschulungen und neue Schutzkonzepte für Beschäftigte mit Kundenkontakt.

Seit Anfang Oktober läuft zudem ein Pilotprojekt, bei dem Bodycams von Zugbegleitern erstmals auch Ton aufzeichnen können.

Mehr Schutz für Beschäftigte gefordert

Die steigende Zahl der Übergriffe beschäftigt Bahn, Gewerkschaften und Politik seit Monaten.

Besonders Ticketkontrollen gelten als Situationen, in denen Konflikte schnell eskalieren können.

Der Fall auf der Strecke Halle–Erfurt zeigt erneut, wie unvermittelt Beschäftigte mit körperlicher Gewalt konfrontiert werden können.

Dass sich in diesem Fall zwei Sicherheitsmitarbeiter unmittelbar in der Nähe befanden, dürfte entscheidend dazu beigetragen haben, den Angreifer schnell zu stoppen.