Weniger Züge ab Dezember
Für Bahnreisende in Sachsen bringt der Fahrplanwechsel am 13. Dezember spürbare Einschnitte.
Der Verkehrsverbund Oberelbe muss sein Zugangebot reduzieren. Hintergrund sind deutlich gestiegene Preise für die Nutzung von Gleisen und Bahnhöfen.
Allein für 2026 entstehen dem Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen zusätzliche Kosten von rund 8,8 Millionen Euro. Für 2027 rechnet der Verband sogar mit einer Mehrbelastung von mehr als 14 Millionen Euro.
Da diese zusätzlichen Ausgaben nicht vollständig durch höhere Zuschüsse ausgeglichen werden, sollen bestellte Zugleistungen reduziert werden.
S-Bahn S3 und RB45 betroffen
Konkret sollen im Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe unter anderem Fahrten der S-Bahn-Linie S3 und der Regionalbahn RB45 wegfallen.
Die S3 verbindet unter anderem Dresden mit Tharandt und Freiberg. Nach den bisherigen Planungen sollen einzelne Leistungen künftig nur noch bis Tharandt verkehren.
Auch bei weiteren Verbindungen stehen Einschnitte im Raum.
Diskutiert werden unter anderem Veränderungen bei der RB71 zwischen Pirna und Sebnitz sowie bei den S-Bahn-Linien S1 und S2 im Raum Dresden.
Mittelsachsen ebenfalls unter Druck
Nicht nur der Raum Dresden ist betroffen.
Auch der Verkehrsverbund Mittelsachsen muss auf gestiegene Kosten reagieren. Dort entstehen zusätzliche Belastungen von mehreren Millionen Euro.
Betroffen sein können unter anderem Regionalbahnlinien und Verbindungen der City-Bahn.
Besonders Verbindungen mit geringerer Auslastung an Wochenenden, Feiertagen und während der Ferien stehen unter Druck.
Ursache sind deutlich höhere Trassenpreise
Auslöser der Kürzungen sind neue Preise für die Nutzung der Eisenbahninfrastruktur.
Die Trassenpreise für S-Bahnen und Regionalzüge sind 2026 um rund neun Prozent gestiegen.
Für 2027 ist eine weitere Erhöhung beantragt.
Damit müssen Verkehrsverbünde für dieselben Zugleistungen erheblich mehr Geld ausgeben, ohne dass automatisch zusätzliche Einnahmen zur Verfügung stehen.
Kritik an Entwicklung im Nahverkehr
Die Kürzungen stehen im Widerspruch zu den politischen Zielen, mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen.
Verkehrsverbünde betonen, dass sie ihr Angebot eigentlich ausbauen wollten. Ohne zusätzliche Mittel von Land oder Bund seien Einsparungen jedoch kaum vermeidbar.
Für Fahrgäste bedeutet das: Der Fahrplanwechsel im Dezember könnte auf mehreren Strecken weniger Verbindungen und längere Wartezeiten bringen.