Die Getreideernte liegt sechs Prozent über dem Vorjahreswert, doch viele Höfe erzielen kaum Gewinne, weil Diesel, Dünger und Saatgut teuer bleiben.

Brandenburg erntet mehr Getreide

Brandenburgs Landwirtschaftsbetriebe haben 2026 rund 2,3 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. Die Erntemenge liegt etwa sechs Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Sie erreicht damit ungefähr den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Die Bauern ernteten beim Weizen durchschnittlich 6,2 Tonnen je Hektar. Die Gerste brachte 6,6 Tonnen und der Roggen 4,3 Tonnen je Hektar. Regional fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus.

Hohe Kosten belasten Brandenburgs Bauern

Die höheren Erntemengen führen bei vielen Landwirtschaftsbetrieben nicht zu besseren Ergebnissen. Hohe Ausgaben für Diesel, Dünger und Saatgut belasten die Höfe. Gleichzeitig bleiben die Erzeugerpreise auf einem niedrigen Niveau.

Bauernpräsident Henrik Wendorff warnt vor roten Zahlen. Besonders reine Ackerbaubetriebe könnten ihre laufenden Kosten kaum decken. Eine durchschnittliche Ernte reiche für viele Unternehmen nicht mehr aus.

Raps wird zum Sorgenkind der Ernte

Der Winterraps zählt zu den Verlierern des Erntejahres. Der durchschnittliche Ertrag sank von 2,7 auf 2,1 Tonnen je Hektar. Trockenheit, hohe Temperaturen und starker Schädlingsbefall beeinträchtigten die Pflanzen.

Auch die Spargelbetriebe melden Rückgänge. Sie ernteten rund 18.500 Tonnen und damit sieben bis zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die Trockenheit erschwerte vor allem den Anbau auf sandigen Böden.

Erdbeeren und Kirschen legen deutlich zu

Deutlich besser entwickelte sich die Erdbeerernte. Brandenburgs Betriebe holten rund 940 Tonnen Freilanderdbeeren von den Feldern. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 43 Prozent.

Die Süßkirschen erreichten nach zwei schwachen Jahren wieder ein besseres Ergebnis. Insgesamt wurden rund 438 Tonnen geerntet. Bei Heidelbeeren erwartet der Gartenbauverband zufriedenstellende Mengen.

Landwirte fordern verlässliche Förderung

Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt sieht die Höfe durch Wetterextreme und steigende Kosten unter Druck. Sie fordert eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. Betriebe könnten damit Gewinne aus guten Jahren für spätere Krisen zurücklegen.

Das Land will außerdem Blüh- und Ackerrandstreifen weiter fördern. Eine neue Richtlinie unterstützt Agroforstsysteme mit Baum- und Strauchreihen auf landwirtschaftlichen Flächen. Änderungen beim Wassernutzungsentgelt sollen für Landwirtschaftsbetriebe erst 2028 wirksam werden.

Quelle: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg; Landesbauernverband Brandenburg; Gartenbauverband Berlin-Brandenburg; Erntebilanz vom 27. August 2026