Brandenburg hat im Jahr 2025 insgesamt 317 Waldbrände registriert. Die Feuer betrafen eine Fläche von 252,26 Hektar, wobei ein einzelner Großbrand bei Jüterbog mehr als die Hälfte der gesamten Brandfläche ausmachte.
Waldbrände in Brandenburg blieben meist klein
Die meisten Waldbrände konnten früh erkannt und auf kleine Flächen begrenzt werden. Vier Feuer überschritten eine Größe von zehn Hektar. Drei dieser Großbrände ereigneten sich auf Flächen, die wegen möglicher Kampfmittelbelastungen als besonders gefährlich gelten.
Die größten regionalen Schwerpunkte lagen in den Landkreisen Elbe-Elster, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark. Eine auffällige Häufung von Bränden gab es am 1. Juli 2025.
In der Babbener Heide im Landkreis Elbe-Elster mussten Einsatzkräfte die Ortslage Kleinbahren vorsorglich evakuieren. Die Feuerwehr konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern.
Der Waldbrandbericht erfasst ausschließlich Brände auf Waldflächen im Sinne des Brandenburgischen Waldgesetzes. Feuer auf Wiesen, Heideflächen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen fließen nicht in die Statistik ein.
Großbrand bei Jüterbog prägt die Bilanz
Der größte Waldbrand des Jahres ereignete sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. Dort brannten 141 Hektar eines Birkenbestandes. Als Ursache nennt der Bericht die Selbstentzündung alter Munition.
Auch bei Treuenbrietzen entstand ein größerer Brand auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände. Dort waren zwölf Hektar eines jungen Aspenbestandes betroffen. Gemeinsam entfielen auf die beiden Brände 153 Hektar.
Insgesamt löste alte Munition zehn Waldbrände aus. Diese Feuer betrafen zusammen rund 154 Hektar und damit etwa 62 Prozent der ausgewerteten Brandfläche. Die Kampfmittelbelastung erschwert die Löscharbeiten, weil Einsatzkräfte gefährdete Bereiche häufig nicht unmittelbar betreten können.
Für die detaillierte statistische Auswertung berücksichtigt der Bericht 305 Brände auf 247,24 Hektar. Zwölf weitere Feuer im Bundeswald mit insgesamt 5,02 Hektar wurden wegen fehlender Angaben zu Ursache und Lage nicht in die vertiefende Analyse aufgenommen. Daraus erklärt sich die Abweichung zur Gesamtzahl von 317 Waldbränden.
Fahrlässigkeit bleibt häufigste bekannte Ursache
Bei 105 der 305 näher untersuchten Waldbrände blieb die Ursache ungeklärt. Unter den bekannten Ursachen dominierte menschliches Verhalten.
Fahrlässigkeit löste demnach 128 Waldbrände auf insgesamt 52 Hektar aus. Weitere 47 Feuer auf elf Hektar gingen auf vorsätzliche Brandstiftung zurück. Natürliche Ursachen spielten eine deutlich kleinere Rolle. Blitzschläge verursachten 15 Brände auf knapp drei Hektar.
Die meisten Feuer traten zwischen April und Juli auf. In der ersten Julihälfte registrierten die Behörden 57 Waldbrände auf insgesamt 193 Hektar. Die Einsatzdauer reichte von 15 Minuten bis zu mehr als acht Tagen. Im Durchschnitt waren die Einsatzkräfte 4,4 Stunden gebunden.
Innenminister Jan Redmann dankte den überwiegend freiwilligen Feuerwehren für ihren Einsatz. Die frühe Erkennung und die technische Ausstattung hätten dazu beigetragen, den Großteil der Feuer schnell einzudämmen.
Brandenburg investiert 12,8 Millionen Euro
Das Land investierte 2025 insgesamt 12,8 Millionen Euro in den abwehrenden Waldbrandschutz. Mit dem Geld wurden unter anderem 42 Fahrzeuge und 16 Anhänger mit Werkzeugen zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden beschafft.
Zur neuen Sondertechnik gehören außerdem ferngesteuerte Räum- und Löschroboter. Die Fahrzeuge werden zentral bei der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz vorgehalten.
Die Roboter kamen im Sommer 2025 erstmals bei Löscharbeiten zum Einsatz. Sie unterstützten die Feuerwehren bei einem Brand in Potsdam-Mittelmark und in der munitionsbelasteten Gohrischheide an der Grenze zu Sachsen.
Der Landesbetrieb Forst errichtete außerdem 90 neue Löschwasserentnahmestellen im Privatwald. Das automatische Überwachungssystem „Fire Watch“ ermöglicht eine flächendeckende Früherkennung von Rauchentwicklungen.
Klimawandel verschärft die Waldbrandgefahr
Brandenburg gehört bundesweit zu den Ländern mit dem höchsten Waldbrandrisiko. Besonders gefährdet sind junge und dicht stehende Kiefernbestände. Trockenheit, geringe Bodenfeuchte und sinkende Grundwasserstände erhöhen die Brandgefahr zusätzlich.
Das Land setzt deshalb auf einen langfristigen Umbau der Wälder. Kiefernreinbestände sollen schrittweise durch strukturreiche Mischwälder ersetzt werden. Naturverjüngung und die Aussaat von Laubholz sollen die Widerstandsfähigkeit der Wälder verbessern.
Eine zentrale Rolle übernimmt das Waldbrandkompetenzzentrum Brandenburg. Es entwickelt Konzepte und Standards, vernetzt Feuerwehren, Forstverwaltung und Wissenschaft und unterstützt die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern.
Quelle: [Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg – Waldbrandbericht Brandenburg 2025](https://mik.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Waldbrandbericht_Land_BB_2025_web.pdf)