Brandenburg will den Justizvollzug stärken, und ein neues Programm soll die Landesverwaltung modernisieren, wenn das Kabinett die geplanten Maßnahmen auf den Weg bringt.

Die Landesregierung befasst sich am Dienstag mit zwei umfangreichen Reformvorhaben. Ein Maßnahmenpaket soll die Arbeit in den brandenburgischen Gefängnissen sicherer und attraktiver machen.

Parallel beginnt das Programm „IMPULS“. Damit will das Land seine Verwaltung an den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel und neue digitale Anforderungen anpassen.

Bedienstete sollen besser geschützt werden

Das Paket für den Justizvollzug setzt einen Schwerpunkt auf die Sicherheit der Beschäftigten. Der tägliche Dienst in den Gefängnissen stellt hohe Anforderungen an Personal, Organisation und technische Ausstattung.

Justizminister Benjamin Grimm will die zentralen Maßnahmen nach der Kabinettssitzung vorstellen. Die Landesregierung hat bislang noch keine detaillierte Kostenaufstellung veröffentlicht.

Neben dem Schutz der Bediensteten geht es um die Gewinnung und Bindung von Personal. Brandenburg konkurriert dabei mit anderen öffentlichen Arbeitgebern und der Privatwirtschaft um geeignete Fachkräfte.

Kampagne wirbt für Gefängnisberufe

Eine neue Kampagne in sozialen Netzwerken soll die Berufe im Justizvollzug bekannter machen. Das Land will damit insbesondere jüngere Bewerber erreichen.

Der Justizvollzug benötigt unterschiedliche Berufsgruppen. Neben Vollzugsbeamten arbeiten dort unter anderem Sozialarbeiter, Psychologen, medizinische Fachkräfte und Verwaltungsbeschäftigte.

Die Personalgewinnung entscheidet darüber, ob Gefängnisse ihre Sicherheits-, Betreuungs- und Resozialisierungsaufgaben erfüllen können. Unbesetzte Stellen erhöhen die Belastung der vorhandenen Beschäftigten.

IMPULS soll Verwaltung modernisieren

Das zweite Vorhaben betrifft die gesamte Landesverwaltung. Innenminister Jan Redmann und Finanzminister Daniel Keller wollen die Bausteine des IMPULS-Programms präsentieren.

Brandenburg muss in den kommenden Jahren zahlreiche altersbedingte Abgänge ausgleichen. Gleichzeitig erwarten Bürger und Unternehmen schnellere digitale Verfahren und verständliche Zuständigkeiten.

Das Programm soll deshalb Personalplanung, Digitalisierung und Bürokratieabbau miteinander verbinden. Welche Behörden zuerst Veränderungen umsetzen und wie hoch die notwendigen Investitionen ausfallen, soll nach der Kabinettssitzung genauer erläutert werden.

Kabinett stellt Ergebnisse vor

Die Landesregierung will am Dienstagnachmittag über ihre Beschlüsse informieren. Erst danach steht fest, welche Maßnahmen unmittelbar beginnen und welche Schritte weitere politische Entscheidungen benötigen.

Für den Justizvollzug und die Verwaltung folgt anschließend der entscheidende Teil. Die angekündigten Reformen müssen in konkrete Stellen, verlässliche Abläufe und spürbar schnellere Verfahren übersetzt werden.

Quelle: Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Ankündigung zur Kabinettssitzung vom 24. August 2026