An der Technischen Universität Chemnitz soll ein neuer Reinraum für rund 68 Millionen Euro entstehen. Der Neubau soll Forschung und Technologietransfer stärken, wenn die Europäische Kommission der Finanzierung zustimmt.
Neuer Reinraum für die TU Chemnitz
Der Freistaat Sachsen will mit der Investition die Forschungsinfrastruktur am Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien ausbauen. Die geplante Anlage soll Forschung und Technologieentwicklung in der nachhaltigen Mikroelektronik und Sensortechnik ermöglichen.
Für das rund 68 Millionen Euro teure Gebäude sollen bislang nicht abgeflossene Fördermittel der Europäischen Union eingesetzt werden. Die Finanzierung steht deshalb noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Europäischen Kommission.
Forschung an Mikroelektronik und Sensoren
Der Reinraum soll neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Mikrochips, Sensoren und nanoskaligen Komponenten schaffen. Weitere Forschungsbereiche sind Quantentechnologien, neuromorphe Systeme und Photonik.
Die Universität will die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen vertiefen. Der Neubau soll wissenschaftliche Ergebnisse schneller in industrielle Anwendungen überführen.
TU-Rektor Gerd Strohmeier bezeichnet die geplante Investition als wichtigen Schritt für die Kernkompetenz „Materialien und intelligente Systeme“. Sie stärke zugleich den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Südwestsachsen.
Zentrum arbeitet mit zahlreichen Partnern
Das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien gehört nach Angaben der Universität zu den international führenden Einrichtungen für Mikrosystemtechnik und Nanotechnologien. Es arbeitet mit mehr als 120 deutschen und 49 europäischen Partnern zusammen.
Die Forschung konzentriert sich unter anderem auf kleinere und leistungsfähigere Systeme. Weitere Schwerpunkte sind Energieeffizienz, ein geringerer Ressourceneinsatz und die Verbindung mikro- und nanoskaliger Bauteile.
Mehr als 300 Arbeitsplätze im Blick
Mikroelektronik bildet eine technische Grundlage für künstliche Intelligenz, Medizintechnik, autonome Systeme sowie moderne Energie- und Mobilitätslösungen. Die TU Chemnitz sieht den geplanten Reinraum deshalb als strategische Investition in den industriellen Wandel.
Nach Angaben der Universität kann das Vorhaben dazu beitragen, mehr als 300 hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Sachsen zu sichern und auszubauen. Die Investition ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets des Freistaates für Wissenschaft und Forschung in Südwestsachsen.
Dazu gehören 79 europäisch geförderte Forschungsvorhaben im Maschinen- und Anlagenbau mit einem Volumen von mehr als 80 Millionen Euro. In der mittelfristigen Finanzplanung bis 2031 sind weitere Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von über 200 Millionen Euro vorgesehen.
Quelle: Technische Universität Chemnitz; Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus