Brandenburg erweitert den Einsatz künstlicher Intelligenz in seiner Justizverwaltung. Die neue juris KI-Suite soll Beschäftigte bei juristischen Recherchen unterstützen, ohne die fachliche Prüfung und Entscheidung zu ersetzen.
Juris KI-Suite steht Beschäftigten bereit
Beschäftigte des Justiz- und Digitalministeriums sowie der nachgeordneten Behörden können künftig die juris KI-Suite nutzen. Das System bündelt juristische Inhalte in einer gemeinsamen KI-gestützten Rechercheoberfläche.
Die Anwendung verknüpft Rechtsprechung, Gesetzestexte, Kommentare und Fachliteratur. Neben den eigenen Inhalten von juris berücksichtigt sie auch lizenzierte Bestände verschiedener Partnerverlage.
Das Ministerium erwartet dadurch eine schnellere und übersichtlichere Bearbeitung komplexer juristischer Fragen. Die endgültige rechtliche Bewertung bleibt bei den zuständigen Beschäftigten.
Vierwöchiger Test geht Einführung voraus
Vor der Freigabe testeten Mitarbeiter des Ministeriums und seines Geschäftsbereichs die Anwendung vier Wochen lang. Nach Angaben des Ministeriums bewerteten die Teilnehmer die Erprobung positiv.
Sie hoben besonders die strukturierte Aufbereitung juristischer Fragestellungen und die nachvollziehbaren Quellenangaben hervor. Auch die fachliche Qualität der Ergebnisse sei positiv bewertet worden.
Das System greift ausschließlich auf ausgewählte juristische Fachdatenbanken zu. Dadurch soll das Risiko erfundener oder unzuverlässiger Quellen verringert werden.
Grimm will Beschäftigte unterstützen
Justiz- und Digitalminister Benjamin Grimm sieht künstliche Intelligenz als grundlegende Veränderung für die juristische Arbeit. Die Technik solle Beschäftigte unterstützen und nicht ersetzen.
KI-Anwendungen könnten umfangreiche Recherchen beschleunigen und den Zugang zu relevanter Rechtsprechung erleichtern. Dadurch bleibe mehr Zeit für die eigentliche Rechtsanwendung.
Das Ministerium betont zugleich den Datenschutz und die fachliche Verlässlichkeit. Beide Anforderungen sollen den weiteren Einsatz künstlicher Intelligenz in der Justiz bestimmen.
Brandenburg nutzt bereits KAI und Beck-Chat
Die juris KI-Suite ergänzt zwei bereits eingesetzte Anwendungen. Der Assistent KAI unterstützt Richter bei der Recherche zu Klagen über Fluggastrechte.
Diese Unterstützung soll nach Angaben des Ministeriums weiter ausgebaut werden. Daneben steht mit Beck-Chat ein KI-gestütztes Recherchewerkzeug für Inhalte aus der Datenbank des Beck-Verlages zur Verfügung.
Mit den drei Anwendungen will Brandenburg die digitale Arbeitsfähigkeit seiner Justiz stärken. Die Systeme übernehmen Rechercheaufgaben, während die rechtliche Beurteilung weiterhin in menschlicher Verantwortung bleibt.
Quelle: Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg; Pressemitteilung vom 27. August 2026