Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben gewählt. Die Ergebnisse verändern die Mehrheitsverhältnisse in beiden Ländern, weil die bisherigen Regierungsbündnisse ihre parlamentarischen Mehrheiten verlieren.
Berlin: Linke legt 13,4 Prozentpunkte zu
In Berlin erreicht die Linke nach dem vorläufigen Ergebnis 25,7 Prozent der Zweitstimmen und wird damit stärkste Kraft. Bei der Wiederholungswahl 2023 hatte sie noch 12,2 Prozent erhalten. Ihr Stimmenanteil steigt damit um 13,4 Prozentpunkte.
Die CDU folgt mit 18,8 Prozent. Gegenüber 2023 verliert sie 9,5 Prozentpunkte. Die AfD erreicht 16,3 Prozent und gewinnt 7,2 Punkte hinzu. Die Grünen kommen auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,1 Prozent.
Das BSW bleibt mit 4,7 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP erreicht 2,5 Prozent.
Damit gehört die bisherige schwarz-rote Koalition zu den klaren Verlierern der veränderten Mehrheitsverhältnisse: CDU und SPD kommen zusammen nur noch auf 30,9 Prozent der Zweitstimmen. Für die Bildung einer neuen Landesregierung werden deshalb andere parlamentarische Mehrheiten benötigt.
[Grafik einfügen: „Wahlsonntag 2026 – Vorläufige Ergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern“]
Mecklenburg-Vorpommern: AfD erreicht 38,2 Prozent
In Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD mit 38,2 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit 35,5 Prozent.
Damit konzentriert sich ein großer Teil der Stimmen auf zwei Parteien. Zwischen AfD und SPD liegen 2,7 Prozentpunkte. Die Linke erreicht 6,5 Prozent, die Grünen kommen auf 5,7 Prozent und ziehen ebenfalls in den neuen Landtag ein.
Für mehrere andere Parteien endet die Wahl dagegen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Das betrifft neben FDP und BSW vor allem die CDU.
CDU verpasst in MV den Landtag
Die CDU erhält nach dem vorläufigen Landesergebnis 49.629 Zweitstimmen und 4,9 Prozent. Damit bleibt sie knapp unter der für den Einzug in den Landtag erforderlichen Fünf-Prozent-Marke.
Nur wenige Hundert Stimmen dahinter liegt das BSW. Die Partei kommt auf 49.036 Zweitstimmen beziehungsweise 4,8 Prozent. Die FDP erreicht noch 1,0 Prozent.
Für die Zusammensetzung des neuen Landtages hat dieses Ergebnis erhebliche Folgen. Nach der vorläufigen Mandatsberechnung sind nur noch vier Parteien vertreten: Die AfD erhält 32 Sitze, die SPD 29, Linke und Grüne jeweils fünf Sitze. Insgesamt umfasst das Parlament 71 Mandate.
Die absolute Mehrheit liegt damit bei 36 Sitzen.
Wahlbeteiligung steigt in beiden Ländern deutlich
Neben den Verschiebungen zwischen den Parteien gehört die hohe Wahlbeteiligung zu den auffälligen Zahlen des Wahlsonntags.
In Berlin waren 2.487.318 Menschen wahlberechtigt. Davon nahmen 1.846.170 an der Wahl teil. Die Wahlbeteiligung erreicht damit 74,2 Prozent und liegt 11,3 Prozentpunkte höher als bei der Wiederholungswahl 2023.
Noch höher fällt die Beteiligung in Mecklenburg-Vorpommern aus. Von 1.311.294 Wahlberechtigten gaben 1.024.251 Menschen ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 78,1 Prozent.
Mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten beteiligten sich damit im Nordosten an der Entscheidung über den neuen Landtag.
Nach der Wahl beginnt die Suche nach Mehrheiten
In beiden Ländern steht nach der Auszählung nun die Regierungsbildung im Mittelpunkt.
In Berlin kann die bisherige Koalition aus CDU und SPD nicht mit eigener Mehrheit fortgesetzt werden. Die Linke geht als stärkste Partei aus der Wahl hervor, doch auch sie benötigt Partner für eine parlamentarische Mehrheit.
In Mecklenburg-Vorpommern reicht es für die bisherige Regierung aus SPD und Linken ebenfalls nicht mehr. Beide Parteien verfügen nach der vorläufigen Sitzverteilung zusammen über 34 der 71 Mandate. SPD, Linke und Grüne kämen gemeinsam auf 39 Sitze.
Welche Parteien tatsächlich Sondierungs- oder Koalitionsgespräche aufnehmen, entscheiden deren zuständige Gremien. Die rechnerischen Mehrheiten geben deshalb nur wieder, welche Konstellationen im neuen Parlament über genügend Mandate verfügen würden.
Der Wahlsonntag vom 20. September 2026 hinterlässt damit in beiden Ländern veränderte Parlamente: In Berlin steht die Linke mit 25,7 Prozent an der Spitze, in Mecklenburg-Vorpommern die AfD mit 38,2 Prozent. Die Ergebnisse sind vorläufig; die endgültigen Resultate werden von den zuständigen Wahlausschüssen festgestellt.
Quelle: Landeswahlleitung Berlin; Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern. Stand: 21. September 2026.