Neue Infektionen in Afrika

Ebola breitet sich weiter aus: Fast 5.000 Tote im Kongo

Weitere Länder betroffen

Von Sebastian Krüger 3 Min. Lesezeit

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Medizinisches Personal in vollständiger Schutzausrüstung bei der Versorgung einer Patientin in einer provisorischen Behandlungseinrichtung. Das Bild veranschaulicht die besonderen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten wie Ebola.
Medizinisches Personal in vollständiger Schutzausrüstung bei der Versorgung einer Patientin in einer provisorischen Behandlungseinrichtung. Das Bild veranschaulicht die besonderen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten wie Ebola. Foto: WHO (Weltgesundheitsorganisation)

Kinshasa. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich weiter aus. Nach aktuellen Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden bis zum 24. Oktober 2026 insgesamt 9.964 Infektionen bestätigt. 4.851 Erkrankte starben. Inzwischen hat das Virus auch Kenia und Nigeria erreicht. Die Gesundheitsbehörden verstärken die Überwachung von Kontaktpersonen und warnen vor weiteren Ansteckungen.

Fast jeder zweite bestätigte Erkrankte gestorben

Seit Mai 2026 breitet sich das Bundibugyo-Virus, ein Erreger der Ebola-Viruskrankheit, in der Demokratischen Republik Kongo aus. Besonders schwer betroffen sind die östlichen Provinzen Ituri und Nord-Kivu. Dort erschweren unzureichende medizinische Versorgung, bewaffnete Konflikte und schwer zugängliche Siedlungen die Bekämpfung der Epidemie.

Die gemeldeten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Bei nahezu 10.000 bestätigten Infektionen liegt der Anteil der registrierten Todesfälle bei knapp 49 Prozent. Dabei handelt es sich um die Sterblichkeit unter den bestätigten Fällen, nicht um das allgemeine Sterberisiko für die Bevölkerung.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben viele Erkrankte außerhalb medizinischer Einrichtungen. Allein zwischen dem 8. und 20. Oktober wurden 482 weitere Todesfälle erfasst, davon 307 außerhalb von Behandlungszentren.

Besonders problematisch ist die späte Erkennung neuer Erkrankungen. Infizierte können bereits weitere Menschen angesteckt haben, bevor sie isoliert und medizinisch versorgt werden.

Erste Infektionen auch in Kenia und Nigeria

Die Epidemie beschränkt sich inzwischen nicht mehr auf die Demokratische Republik Kongo. Anfang Oktober bestätigte Kenia einen eingeschleppten Ebola-Fall. Der Erkrankte war zuvor aus dem Kongo über Uganda eingereist.

Bis zum 25. Oktober registrierten die kenianischen Behörden neun bestätigte Infektionen und zwei Todesfälle. Sämtliche Fälle stehen nach bisherigen Erkenntnissen mit dem zuerst erkrankten Patienten in Verbindung. Hinweise auf eine darüber hinausgehende Ausbreitung innerhalb der Bevölkerung liegen bislang nicht vor.

Am 20. Oktober meldete auch Nigeria seinen ersten bestätigten Fall. Die betroffene Person war zuvor aus Uganda eingereist. Sie hatte bereits am 7. Oktober Krankheitssymptome entwickelt und sich vier Tage später in ärztliche Behandlung begeben.

Die nigerianischen Behörden identifizierten zunächst 53 Kontaktpersonen. Weitere Untersuchungen sollen klären, wo sich die Patientin infiziert hat und ob zusätzliche Menschen gefährdet sind.

Ebola-Erkrankungen bereits in Europa behandelt

Auch Europa blieb von eingeschleppten Erkrankungen nicht vollständig verschont. Frankreich bestätigte im Juni seinen ersten Ebola-Fall im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch. Betroffen war ein Arzt, der zuvor in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet hatte.

Nach Angaben des ECDC wurden bis Juli insgesamt vier Fälle in Frankreich registriert. Alle betroffenen Personen hatten zuvor im Gesundheitswesen oder in der humanitären Hilfe in den Ausbruchsgebieten gearbeitet.

Bereits im Mai war außerdem ein infizierter US-amerikanischer Arzt zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Er konnte das Krankenhaus nach überstandener Erkrankung wieder verlassen.

Eine anhaltende Übertragung des Virus innerhalb Europas wurde nicht festgestellt.

Wie gefährlich ist Ebola?

Ebola gehört zu den schweren viralen Infektionskrankheiten. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen können zunächst Fieber, starke Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf sind Erbrechen, Durchfall und schwere Organschäden möglich. Blutungen können auftreten, gehören aber nicht bei allen Erkrankten zum Krankheitsbild.

Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter beziehungsweise verstorbener Menschen übertragen. Eine Ansteckung ist auch über entsprechend verunreinigte Gegenstände möglich.

Menschen ohne Symptome gelten nach den bisherigen Erkenntnissen nicht als ansteckend. Erkrankte benötigen möglichst früh eine fachgerechte medizinische Versorgung und müssen isoliert werden, um weitere Übertragungen zu verhindern.

Für die derzeit zirkulierende Bundibugyo-Variante steht bislang kein zugelassener, speziell gegen diesen Erreger wirksamer Impfstoff zur Verfügung. Dies erschwert die Bekämpfung zusätzlich.

WHO sieht globales Risiko weiterhin als gering an

Trotz der steigenden Erkrankungszahlen schätzen internationale Gesundheitsbehörden die unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung in Europa weiterhin als sehr gering ein.

Das ECDC verweist darauf, dass eingeschleppte Erkrankungen durch frühzeitige Diagnostik, Isolation und konsequente Nachverfolgung von Kontaktpersonen eingedämmt werden können.

Auch die WHO empfiehlt derzeit keine allgemeinen Reise- oder Handelsbeschränkungen gegenüber den betroffenen Ländern. Entscheidend seien vielmehr die Stärkung der Gesundheitssysteme, die rechtzeitige Erkennung neuer Fälle und eine engere Zusammenarbeit zwischen den Staaten.

Im Kongo bleibt die Lage dagegen äußerst ernst. Solange zahlreiche Erkrankte erst spät erkannt werden und die medizinische Versorgung in Teilen des Landes eingeschränkt ist, besteht die Gefahr weiterer Infektionsketten.

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