Neuer Epstein-Bericht belastet Trump schwer: Demokraten fordern unabhängige Ermittlungen
Epstein-Affäre holt Trump ein
Washington. Die Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein holt US-Präsident Donald Trump erneut ein. Führende Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses haben am Montag, dem 26. Oktober 2026, einen 53-seitigen Bericht veröffentlicht, der schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten erhebt. Darin behaupten die Autoren, es gebe zunehmende Hinweise auf eine mögliche Beteiligung Trumps an sexuellem Missbrauch im Umfeld Epsteins während der 1990er-Jahre. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin fordert deshalb die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers. Das Weiße Haus weist sämtliche Anschuldigungen zurück. Ein gerichtlicher Nachweis einer Beteiligung Trumps an Epsteins Straftaten liegt nicht vor.
Demokraten legen neuen Bericht über Trump und Epstein vor
Wenige Tage vor den amerikanischen Kongresswahlen wird der Epstein-Komplex erneut zum Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung in Washington.
Mitarbeiter der demokratischen Mitglieder des Justizausschusses im US-Repräsentantenhaus veröffentlichten am Montag einen umfangreichen Bericht über Donald Trumps frühere Verbindungen zu Jeffrey Epstein und den Umgang der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden mit entsprechenden Vorwürfen.
Auf 53 Seiten tragen die Autoren Anschuldigungen, Zeugenaussagen und Informationen aus bereits bekannt gewordenen Unterlagen zusammen.
Sie vertreten die Auffassung, dass die bisherigen Erkenntnisse weitergehende strafrechtliche Untersuchungen rechtfertigen.
Besonders schwer wiegt ihre Behauptung, Hinweise deuteten auf eine aktive Beteiligung Trumps an sexuellem Missbrauch junger Frauen im Umfeld Epsteins während der mittleren und späten 1990er-Jahre hin.
Diese Darstellung ist eine Schlussfolgerung der demokratischen Ausschussmitarbeiter. Sie wurde bislang weder durch ein Strafgericht bestätigt noch durch eine unabhängige gerichtliche Beweisaufnahme festgestellt.
Fünf Frauen sollen direkte Vorwürfe erhoben haben
Der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss, Jamie Raskin, äußerte sich am Montag öffentlich zu den Anschuldigungen.
Nach seiner Darstellung haben fünf Frauen Trump unmittelbar Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung im Zusammenhang mit Epsteins Anwesenheit beziehungsweise dessen Umfeld vorgeworfen.
Die Erklärung ist eine besonders schwere Anschuldigung gegen den amtierenden Präsidenten.
Für die strafrechtliche Bewertung kommt es jedoch darauf an, welche konkreten Aussagen vorliegen, wann sie gemacht wurden und in welchem Umfang sie unabhängig überprüft werden können.
Eine Anschuldigung ist nicht mit einem erwiesenen Sachverhalt gleichzusetzen.
Ebenso wenig bedeutet die Zusammenstellung mehrerer Aussagen automatisch, dass die erhobenen Vorwürfe strafrechtlich bewiesen sind.
Bislang liegt keine gerichtliche Entscheidung vor, die Trump eine Beteiligung an Epsteins Sexualstraftaten nachweist.
Die Demokraten halten die Vorwürfe dennoch für schwerwiegend genug, um eine unabhängige Untersuchung zu verlangen.
Sonderermittler soll mögliche Beteiligte untersuchen
Im Mittelpunkt der politischen Forderungen steht die Einsetzung eines Sonderermittlers.
Ein solcher Ermittler soll nach Vorstellung der Demokraten nicht ausschließlich mögliche Verfehlungen Donald Trumps prüfen.
Vielmehr müsse die Untersuchung alle Personen einbeziehen, gegen die belastbare Hinweise auf eine Beteiligung an Epsteins kriminellem Netzwerk bestehen.
Damit wollen die demokratischen Ausschussmitglieder erreichen, dass die strafrechtliche Aufarbeitung unabhängig von den politischen Interessen der amtierenden Regierung erfolgt.
Die Forderung richtet sich ausdrücklich an das amerikanische Justizministerium.
Dessen Leitung ist grundsätzlich für die Strafverfolgung auf Bundesebene verantwortlich.
Bei politisch besonders sensiblen Verfahren kann ein Sonderermittler mit bestimmten Aufgaben und Befugnissen eingesetzt werden.
Eine solche Ernennung bedeutet allerdings weder, dass der Beschuldigte schuldig ist, noch dass zwangsläufig eine Anklage erhoben wird.
Sie würde zunächst eine unabhängiger organisierte Untersuchung der Vorwürfe ermöglichen.
Vorwurf gegen das Justizministerium: Werden Informationen zurückgehalten?
Der Bericht beschäftigt sich nicht allein mit Trumps früheren Kontakten zu Epstein.
Die demokratischen Autoren kritisieren auch den Umgang des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI mit den Ermittlungsunterlagen.
Sie werfen den Behörden vor, Informationen unzureichend offengelegt und möglicherweise Beweismaterial zurückgehalten zu haben.
Jamie Raskin behauptet, staatliche Stellen hätten den Präsidenten geschützt, statt die Vorwürfe umfassend untersuchen zu lassen.
Diese Anschuldigung richtet sich unmittelbar gegen die Unabhängigkeit der Strafverfolgungsbehörden.
Bislang ist jedoch nicht gerichtlich festgestellt worden, dass das Justizministerium Beweismittel rechtswidrig unterdrückt hat, um Trump vor strafrechtlichen Konsequenzen zu bewahren.
Die Demokraten verlangen deshalb eine Untersuchung, die auch mögliche Versäumnisse und Entscheidungen innerhalb der Behörden überprüft.
Weißes Haus weist sämtliche Vorwürfe zurück
Die Regierung reagierte noch am Montag auf den Bericht.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, keine der erhobenen Anschuldigungen treffe zu.
Trump sei in Bezug auf die Epstein-Affäre vollständig entlastet worden, teilte sie mit.
Der Präsident hatte schon in früheren Stellungnahmen bestritten, an Epsteins Straftaten beteiligt gewesen zu sein.
Er erklärte außerdem wiederholt, von dessen sexuellem Missbrauch nichts gewusst zu haben.
Seine frühere Bekanntschaft mit Epstein ist allerdings dokumentiert.
Beide bewegten sich zeitweise in gesellschaftlichen Kreisen wohlhabender Unternehmer und prominenter Persönlichkeiten.
Fotos und frühere Berichte belegen persönliche Kontakte.
Aus einer solchen Bekanntschaft allein lässt sich jedoch keine strafrechtliche Beteiligung ableiten.
Die zentrale Frage lautet deshalb, ob über die dokumentierten gesellschaftlichen Verbindungen hinaus belastbare Beweise für ein konkretes strafbares Verhalten vorliegen.
Trump und Epstein kannten sich über Jahre
Jeffrey Epstein war über Jahrzehnte als vermögender Finanzier und gesellschaftlich gut vernetzter Geschäftsmann bekannt.
Er verfügte über Kontakte zu Politikern, Unternehmern, Wissenschaftlern und weiteren prominenten Persönlichkeiten.
Auch Donald Trump gehörte zeitweise zu seinem gesellschaftlichen Umfeld.
Die beiden Männer wurden gemeinsam bei Veranstaltungen gesehen und in früheren Medienberichten miteinander in Verbindung gebracht.
Später distanzierte sich Trump von Epstein.
Der genaue Zeitpunkt und die Hintergründe des Bruchs wurden im Verlauf der öffentlichen Debatte unterschiedlich dargestellt.
Die persönlichen Kontakte bilden einen wichtigen Ausgangspunkt für die erneuten Untersuchungsforderungen.
Entscheidend für eine strafrechtliche Verantwortung wären jedoch konkrete Tathandlungen, Wissen über Straftaten oder eine nachweisbare Beteiligung.
Die demokratischen Ausschussmitarbeiter vertreten die Auffassung, dass frühere Aussagen und Unterlagen Anlass für weitergehende Ermittlungen bieten.
Epstein betrieb ein Netzwerk sexueller Ausbeutung
Der Finanzier Jeffrey Epstein stand über Jahre hinweg im Mittelpunkt schwerer Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung minderjähriger Mädchen.
Bereits 2008 wurde er in Florida nach einer umstrittenen Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft verurteilt.
Er hatte sich im Zusammenhang mit der sexuellen Ausbeutung einer Minderjährigen schuldig bekannt.
Die damalige Einigung wurde später erheblich kritisiert, weil Epstein nur eine vergleichsweise kurze Haftstrafe verbüßen musste.
2019 wurde er erneut festgenommen.
Die Bundesstaatsanwaltschaft warf ihm vor, über Jahre hinweg minderjährige Mädchen sexuell ausgebeutet und weitere Personen in entsprechende Handlungen eingebunden zu haben.
Zu einem Prozess über diese neuen Vorwürfe kam es jedoch nicht mehr.
Epstein starb im August 2019 in einer New Yorker Haftanstalt.
Nach den offiziellen Untersuchungsergebnissen beging er Suizid.
Ghislaine Maxwell verbüßt 20 Jahre Haft
Eine zentrale Figur bei der strafrechtlichen Aufarbeitung war Ghislaine Maxwell.
Die langjährige Vertraute Epsteins wurde 2021 von einem amerikanischen Bundesgericht wegen ihrer Beteiligung an der sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen schuldig gesprochen.
Im Jahr 2022 erhielt sie eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren.
Maxwell spielte nach den Feststellungen des Gerichts eine wichtige Rolle dabei, Mädchen für Epstein zu gewinnen und deren Missbrauch zu ermöglichen.
Die Verurteilung bestätigte, dass Epstein nicht ausschließlich allein handelte.
Sie beantwortete jedoch nicht sämtliche Fragen zu möglichen weiteren Beteiligten oder Mitwissern.
Gerade diese offenen Fragen beschäftigen Betroffene, Ermittler und die Öffentlichkeit bis heute.
Der neue Bericht der Demokraten greift die Forderung auf, auch andere mögliche Verantwortliche genauer zu untersuchen.
Streit über geschwärzte Epstein-Akten
Ein weiterer Schwerpunkt der politischen Auseinandersetzung betrifft die Veröffentlichung von Ermittlungsunterlagen.
Donald Trump hatte während seines Präsidentschaftswahlkampfs zugesagt, für mehr Transparenz bei den Epstein-Akten zu sorgen.
Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus geriet die Regierung jedoch wegen des Umfangs und des Zeitplans der Aktenfreigaben unter Druck.
Erst nach öffentlicher und parlamentarischer Kritik wurden weitere Dokumente zugänglich gemacht.
Auch diese Veröffentlichungen enthielten zahlreiche Schwärzungen.
Solche Unkenntlichmachungen können rechtlich erforderlich sein, insbesondere um die Identität von Opfern sexueller Gewalt, persönliche Daten und laufende Ermittlungen zu schützen.
Kritiker vermuten jedoch, dass darüber hinaus Informationen über mögliche Beteiligte zurückgehalten wurden.
Ob einzelne Schwärzungen tatsächlich unzulässig waren, lässt sich nicht allein aus ihrem Vorhandensein ableiten.
Die demokratischen Ausschussmitglieder verlangen deshalb eine weitergehende parlamentarische Kontrolle der Aktenfreigabe.
Trumps früherer Anwalt leitet inzwischen das Justizministerium
Zusätzliche politische Brisanz erhält die Forderung nach einem Sonderermittler durch die Leitung des Justizministeriums.
Justizminister Todd Blanche hatte Trump früher als Rechtsanwalt vertreten.
Die Demokraten sehen darin einen möglichen Interessenkonflikt bei Ermittlungen, die den Präsidenten persönlich betreffen könnten.
Sie bezweifeln deshalb, dass unter der derzeitigen Führung tatsächlich ein unabhängiger Sonderermittler eingesetzt wird.
Der Bericht geht selbst davon aus, dass eine solche Entscheidung unter den aktuellen politischen Verhältnissen unwahrscheinlich ist.
Die frühere Tätigkeit eines Justizministers als Rechtsanwalt des Präsidenten bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Entscheidungen seiner Behörde rechtswidrig sind.
Für einen konkreten Vorwurf der Einflussnahme müssten entsprechende Handlungen nachgewiesen werden.
Die Demokraten verlangen eine institutionelle Trennung, die aus ihrer Sicht Zweifel an der Unabhängigkeit der Ermittlungen verringern würde.
Veröffentlichung kurz vor den Kongresswahlen
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist politisch bedeutsam.
Am 3. November wählen die Amerikaner ein neues Repräsentantenhaus und einen Teil des Senats.
Die Republikaner verfügen derzeit über knappe Mehrheiten in beiden Parlamentskammern.
Sollten sich die Mehrheitsverhältnisse verändern, könnten auch die parlamentarischen Untersuchungsmöglichkeiten neu verteilt werden.
Ausschüsse des Kongresses verfügen über weitreichende Kontrollbefugnisse.
Sie können Anhörungen durchführen, Unterlagen anfordern und Personen zu bestimmten Sachverhalten befragen.
Die Demokraten betonen deshalb in ihrem Bericht ausdrücklich die Bedeutung der parlamentarischen Kontrolle.
Ob die neuen Vorwürfe zu einem eigenständigen Ermittlungsverfahren führen, hängt allerdings nicht allein vom Wahlausgang ab.
Dafür wären weitere institutionelle und rechtliche Entscheidungen erforderlich.
Was der neue Bericht tatsächlich beweist
Die Veröffentlichung vom 26. Oktober ist ein politisch bedeutsamer Schritt in der fortdauernden Epstein-Affäre.
Sie dokumentiert, dass demokratische Mitglieder des Justizausschusses eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen Trump verlangen.
Der Bericht führt frühere Anschuldigungen zusammen und bewertet sie als zunehmend belastend.
Er ist jedoch kein Gerichtsurteil, keine strafrechtliche Anklage und keine unabhängige Feststellung, dass Trump an Epsteins Verbrechen beteiligt war.
Diese Unterscheidung ist wesentlich.
Die Vorwürfe betreffen schwerste Sexualstraftaten und müssen deshalb besonders sorgfältig geprüft werden.
Gleichzeitig dürfen Anschuldigungen nicht allein deshalb als erwiesen dargestellt werden, weil sie in einem parlamentarischen Bericht aufgeführt sind.
Das Weiße Haus bestreitet sämtliche Vorwürfe.
Die Frage, ob weitere Ermittlungen konkrete neue Beweise ergeben könnten, bleibt offen.
Epstein-Affäre wird erneut zur Belastungsprobe für Washington
Mit der Veröffentlichung des Berichts ist die politische Auseinandersetzung über Jeffrey Epsteins Netzwerk und dessen Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten erneut in den Mittelpunkt gerückt.
Die Demokraten verlangen einen Sonderermittler, der mögliche strafrechtliche Verbindungen umfassend und unabhängig untersucht.
Das Weiße Haus weist die Anschuldigungen gegen den Präsidenten zurück.
Zugleich steht weiterhin die Frage im Raum, ob die bisher veröffentlichten Ermittlungsunterlagen ausreichen, um die Vorgänge vollständig aufzuklären.
Für die Betroffenen von Epsteins Sexualstraftaten ist die Aufarbeitung von besonderer Bedeutung.
Dabei geht es um mögliche Verantwortlichkeiten, die Rolle staatlicher Behörden und den Umgang mit bislang ungeklärten Vorwürfen.
Ob der neue Bericht tatsächlich zu weiteren Ermittlungen führt, steht noch nicht fest.
Er verdeutlicht jedoch, dass die rechtlichen und politischen Fragen rund um Epsteins Netzwerk auch sieben Jahre nach dessen Tod nicht abgeschlossen sind.