Sorbisches National-Ensemble gastiert am 16. November in der Kammerbühne

Tanztheater in Cottbus erinnert an Widerstandskämpferin Maria Grollmuß

Das Ballett des Sorbischen National-Ensembles zeigt am 16. November 2026 das Tanztheaterstück „Für Maria – Mitte der Nacht“ am Staatstheater Cottbus. Die Inszenierung erinnert an die Widerstandskämpferin Maria Grollmuß und verbindet ihre Briefe aus der Gefangenschaft mit Musik von Bohuslav Martinů.

Von Helena Markwardt 3 Min. Lesezeit

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Das Tanztheaterstück „Für Maria – Mitte der Nacht“ des Sorbischen National-Ensembles verbindet Musik von Bohuslav Martinů mit der Lebensgeschichte und den Gefängnisbriefen der Widerstandskämpferin Maria Grollmuß. Am 16. November gastiert die Produktion am Staatstheater Cottbus.
Das Tanztheaterstück „Für Maria – Mitte der Nacht“ des Sorbischen National-Ensembles verbindet Musik von Bohuslav Martinů mit der Lebensgeschichte und den Gefängnisbriefen der Widerstandskämpferin Maria Grollmuß. Am 16. November gastiert die Produktion am Staatstheater Cottbus. Foto: © Martin Pižga / Sorbisches National-Ensemble

Cottbus. Wie bewahrt ein Mensch seine Würde, wenn er Verfolgung, Gewalt und Gefangenschaft ausgesetzt ist? Dieser Frage widmet sich das Tanztheaterstück „Für Maria – Mitte der Nacht“, mit dem das Ballett des Sorbischen National-Ensembles am Montag, 16. November 2026, in der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus gastiert. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr in der Wernerstraße 60.

Im Mittelpunkt steht die sorbische Widerstandskämpferin Dr. Maria Grollmuß. Die Lehrerin, Journalistin und Philosophin widersetzte sich dem Nationalsozialismus und wurde dafür verfolgt. Ihre Haltung und die Erfahrungen ihrer Mitgefangenen bilden die Grundlage für eine Inszenierung über Menschlichkeit, Erinnerung und geistigen Widerstand.

Maria Grollmuß und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Maria Grollmuß gehört zu den Persönlichkeiten der sorbischen Geschichte, deren Lebensweg eng mit dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft verbunden ist.

Die Inszenierung beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie Menschen selbst unter den Bedingungen der Gefangenschaft ihre innere Freiheit bewahren können.

Grollmuß und ihre Mitgefangenen versuchten, der systematischen Entwürdigung durch kulturelle und geistige Selbstbehauptung zu begegnen. Erinnerungen, Musik, Tänze, Märchen und überlieferte Glaubensvorstellungen wurden für sie zu Möglichkeiten, sich gegen die Zerstörung ihrer Persönlichkeit zu wehren.

Das Tanztheater greift diese Erfahrungen auf, ohne sie ausschließlich als historische Ereignisse zu betrachten. Vielmehr fragt die Aufführung danach, welche Bedeutung Menschlichkeit, Zusammenhalt und Widerstandskraft auch in der Gegenwart besitzen.

Briefe aus der Gefangenschaft werden Teil der Aufführung

Eine besondere Rolle spielen die Briefe, die Maria Grollmuß während ihrer Gefangenschaft an ihre Schwester schrieb.

Ausgewählte Fragmente dieser persönlichen Zeugnisse werden in der Inszenierung von der Schauspielerin Gabriela Maria Schmeide gelesen.

Die Briefe ergänzen die tänzerischen Szenen und eröffnen einen unmittelbaren Zugang zu den Gedanken und Erinnerungen der Widerstandskämpferin.

Aus einzelnen Textpassagen entsteht ein vielschichtiges Bild von Angst, Hoffnung, Erinnerung und dem Willen, sich auch unter schwierigsten Bedingungen nicht aufzugeben.

Dabei stehen die historischen Dokumente nicht isoliert neben dem Bühnengeschehen. Sie sind Bestandteil der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Leben und der Haltung von Maria Grollmuß.

Musik von Bohuslav Martinů begleitet die Choreografie

Für die musikalische Gestaltung verwendet die Produktion zwei Werke des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů.

Zum einen erklingt Musik aus dem Ballett „Špalíček“. Das Werk greift Märchenmotive auf und erzählt unter anderem von einem Schuster, dem es gelingt, zerstörerische Mächte zu überlisten.

Die Geschichte steht sinnbildlich für die Fähigkeit des Menschen, sich selbst scheinbar übermächtigen Kräften zu widersetzen.

Den zweiten musikalischen Schwerpunkt bildet Martinůs „Feldmesse“ aus dem Jahr 1939.

Die Komposition entstand vor dem Hintergrund der politischen und militärischen Bedrohungen jener Zeit. In der Aufführung verleiht sie den Erfahrungen von Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnung eine musikalische Ausdrucksform.

Die Verbindung beider Werke schafft einen Wechsel zwischen düsteren Momenten und lebensbejahenden Passagen.

Choreografie von Mia Facchinelli

Die Choreografie stammt von Mia Facchinelli.

Ihr Tanztheater beschäftigt sich mit der inneren Spannung zwischen Verzweiflung und Lebensmut. Die Bewegungssprache soll zeigen, wie Menschen trotz äußerer Bedrängnis an ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstverständnis festhalten.

Nachdenkliche Szenen wechseln sich mit Momenten des Widerstands und der Lebensfreude ab.

Die Aufführung versteht sich zugleich als künstlerische Würdigung jener Menschen, die sich dem Nationalsozialismus widersetzten.

„Für Maria – Mitte der Nacht“ entstand 2021 als TANZLAND-Produktion und wird nun als Gastspiel in Cottbus gezeigt.

Vorstellung am 16. November – Karten erhältlich

Das Gastspiel des Sorbischen National-Ensembles findet am Montag, 16. November 2026, um 19 Uhr in der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus, Wernerstraße 60, statt.

Eintrittskarten sind über den Besucherservice des Staatstheaters im Großen Haus am Schillerplatz 1 erhältlich. Telefonische Auskünfte gibt es unter 0355 7824 242.

Darüber hinaus können Tickets über die Internetseite des Staatstheaters Cottbus gebucht werden.

Mit der Aufführung erhält das Cottbuser Publikum Gelegenheit, sich auf eine ungewöhnliche Weise mit der Geschichte des sorbischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Themen: CottbusSorbische KulturTanztheaterStaatstheater CottbusSorbisches National-EnsembleMaria GrollmußWiderstand gegen den NationalsozialismusBohuslav MartinůMia FacchinelliGabriela Maria Schmeide

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