Historische Rückkehr in die Klosterkirche St. Annen

Kamenz erhält zwei wertvolle Heiligenfiguren nach mehr als 180 Jahren zurück

Zwei spätgotische Holzfiguren kehren nach mehr als 180 Jahren nach Kamenz zurück. Die Darstellungen der Heiligen Hieronymus und Bonaventura befanden sich zuletzt in Museen in Dresden, Meißen und Chemnitz. Am 12. November werden die restaurierten Kunstwerke in der Klosterkirche St. Annen feierlich übergeben.

Von Johannes Falkenberg 3 Min. Lesezeit

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Die spätgotischen Holzfiguren der Heiligen Hieronymus und Bonaventura kehren nach mehr als 180 Jahren in die Klosterkirche St. Annen in Kamenz zurück. Die Kunstwerke stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert und werden am 12. November 2026 offiziell übergeben.
Die spätgotischen Holzfiguren der Heiligen Hieronymus und Bonaventura kehren nach mehr als 180 Jahren in die Klosterkirche St. Annen in Kamenz zurück. Die Kunstwerke stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert und werden am 12. November 2026 offiziell übergeben. Foto: Großmann

Kamenz. Zwei bedeutende Werke der spätgotischen Schnitzkunst kehren nach mehr als 180 Jahren an ihren ursprünglichen Standort zurück. Die Holzfiguren der Heiligen Hieronymus und Bonaventura, die einst zur Ausstattung der Kamenzer Klosterkirche St. Annen gehörten, werden künftig wieder in dem historischen Gotteshaus zu sehen sein. Am Donnerstag, dem 12. November 2026, werden die restaurierten Kunstwerke im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde um 17 Uhr übergeben.

Die beiden Figuren befanden sich zuletzt im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Nach erfolgreichen Verhandlungen werden sie dem Sakralmuseum St. Annen nun als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Kunstwerke stammen aus der Blütezeit des Kamenzer Klosters

Die Geschichte der beiden Heiligenfiguren reicht bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück.

Im Jahr 1512 wurde in Kamenz ein Franziskanerkloster geweiht. Die Ansiedlung der Ordensbrüder war mit Unterstützung des böhmischen und ungarischen Königs Vladislav II. erfolgt.

Die Franziskaner gehörten einem Ordenszweig an, der sich durch eine besonders strenge Auslegung der Ordensregeln auszeichnete.

Die Klosterkirche St. Annen erhielt damals eine aufwendige künstlerische Ausstattung. Fünf spätgotische Schnitzaltäre zeugen noch heute vom hohen handwerklichen und künstlerischen Niveau dieser Zeit.

Zur damaligen Ausstattung gehörten auch die beiden aus Laubholz gefertigten Figuren des heiligen Hieronymus und des heiligen Bonaventura.

Beide Werke gelten als bedeutende Zeugnisse der Oberlausitzer Schnitzkunst. Über mehrere Jahrhunderte verblieben sie in der Klosterkirche.

Von Kamenz über Dresden und Meißen nach Chemnitz

Nach 1842 verließen die beiden Kunstwerke ihren ursprünglichen Standort.

Sie gelangten zunächst nach Dresden, wo der Königlich-Sächsische Altertumsverein sie im Palais im Großen Garten ausstellte.

Im Laufe ihrer weiteren Geschichte kamen die Figuren in den Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Anschließend wurden sie an unterschiedlichen Orten präsentiert. Dazu gehörten die Albrechtsburg in Meißen und zuletzt das Schlossmuseum in Chemnitz.

Damit blieben die Figuren zwar als historische Kunstwerke erhalten, waren aber über Generationen hinweg nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort in Kamenz zu sehen.

Nun endet diese lange Abwesenheit.

Nach ihrer Restaurierung werden die beiden Heiligenfiguren wieder in der Klosterkirche St. Annen aufgestellt.

Dauerleihgabe ergänzt das Sakralmuseum

Die Rückkehr ist das Ergebnis von Verhandlungen mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die beiden Figuren gehen nicht in das Eigentum des Kamenzer Museums über, sondern werden als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Damit können sie dauerhaft in den historischen Zusammenhang ihrer Entstehungszeit eingebunden werden.

Das Sakralmuseum St. Annen verfügt bereits über eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke. Besonders die fünf spätgotischen Schnitzaltäre prägen die Präsentation in der ehemaligen Klosterkirche.

Die Figuren von Hieronymus und Bonaventura ergänzen diese Sammlung um zwei Werke, die ursprünglich für denselben Kirchenraum geschaffen wurden.

Für Besucher wird dadurch ein weiterer Teil der historischen Ausstattung wieder unmittelbar erlebbar.

Öffentliche Übergabe am 12. November

Die offizielle Übergabe findet am Donnerstag, dem 12. November 2026, um 17 Uhr in der Klosterkirche St. Annen statt.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte Bürger und Besucher sind eingeladen, an der Feierstunde teilzunehmen.

Zu den angekündigten Rednern gehört Professor Dr. Holger Jacob-Friesen, Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Mit der Rückkehr der beiden Figuren erhält Kamenz zwei Kunstwerke zurück, die eng mit der religiösen und kulturellen Geschichte der Stadt verbunden sind.

Nach mehr als 180 Jahren können Hieronymus und Bonaventura wieder dort betrachtet werden, wo sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts ihren Platz hatten.

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