Bahnindustrie aus aller Welt kommt nach Berlin
Berlin wird in dieser Woche zum Zentrum der internationalen Bahnindustrie.
Von Dienstag, 22. September, bis Freitag, 25. September, öffnet auf dem Berliner Messegelände die InnoTrans 2026. Die Fachmesse gilt als eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen für Verkehrstechnik.
Mehr als 3.100 Aussteller präsentieren dort ihre neuesten Entwicklungen.
Und die Dimension der diesjährigen Messe ist außergewöhnlich: Insgesamt kündigt die InnoTrans 180 Weltpremieren an.
KI und Roboter ziehen in Bahn und Werkstätten ein
Besonders stark wächst der Bereich Künstliche Intelligenz.
Die Messe nennt KI, Robotik und Automatisierung als zentrale Trends der diesjährigen Ausstellung. Neue Systeme sollen unter anderem Züge überwachen, Gleise kontrollieren, Wartungsarbeiten automatisieren und Energie sparen.
Roboter übernehmen dabei zunehmend Inspektionsaufgaben, während intelligente Softwaresysteme Verkehrsabläufe oder Wartungsintervalle optimieren.
Was vor wenigen Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, wird nach Darstellung der Veranstalter zunehmend Teil des täglichen Bahnbetriebs.
113 Fahrzeuge aus 17 Ländern auf dem Gleisgelände
Besonders spektakulär dürfte erneut das Frei- und Gleisgelände werden.
Dort werden 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern gezeigt. Rund 130 Aussteller präsentieren ihre Züge, Lokomotiven und Schienenfahrzeuge auf etwa 20.000 Quadratmetern.
Darunter befinden sich Hochgeschwindigkeitszüge, Regionalzüge, Güterwagen sowie Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.
Aus Südkorea kommt unter anderem ein moderner Hochgeschwindigkeitszug nach Berlin. Aus China wird erstmals eine Wasserstoff-Brennstoffzellen-Hybridlokomotive präsentiert.
Auch europäische Hersteller wie Siemens Mobility, Stadler, Alstom und CAF zeigen neue Fahrzeuge.
Wasserstoff, Batterie und Hybrid statt Diesel
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Bahnverkehr künftig ohne klassische Dieselmotoren funktionieren kann.
Hersteller zeigen deshalb Fahrzeuge mit Batterie-, Wasserstoff- oder Hybridantrieb. Besonders auf nicht elektrifizierten Strecken gelten solche Systeme als mögliche Alternative zum Dieselbetrieb.
Der Schweizer Hersteller Stadler präsentiert beispielsweise eine wasserstoffbetriebene Schmalspurbahn und einen batteriebetriebenen Regionalzug.
Auch Nachtzugkonzepte spielen auf der Messe eine größere Rolle.
Die internationale Bahnbranche reagiert damit auf steigende Anforderungen an Klimaschutz, Energieverbrauch und Betriebskosten.
Auch autonomer Nahverkehr wird gezeigt
Die InnoTrans ist längst keine reine Zugmesse mehr.
Im Bereich Public Transport präsentieren 414 Aussteller Lösungen für Busse, Straßenbahnen und digitale Mobilitätsangebote.
Dazu gehören autonome Busse und Schienenfahrzeuge, digitale Ticketsysteme, intelligente Verkehrsplanung und barrierefreie Navigationslösungen.
Erstmals bietet die Messe außerdem spezielle Rundgänge zu KI- und Robotiklösungen an.
Mehr als 1.000 Spitzenvertreter bei Eröffnung erwartet
Offiziell eröffnet wird die InnoTrans am Dienstag um 10 Uhr im Palais auf dem Berliner Messegelände.
Mehr als 1.000 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden zur Eröffnungsveranstaltung erwartet.
Zu den angekündigten Teilnehmern gehören EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas, Vertreter der Bundesregierung sowie Spitzenmanager großer Bahnhersteller.
Auch Unternehmen wie Alstom, Siemens Mobility und Škoda sind auf Führungsebene vertreten.
Internationale Konkurrenz wächst
Für die deutsche und europäische Bahnindustrie ist die Messe zugleich Leistungsschau und Wettbewerbsarena.
Hersteller aus China, Südkorea und anderen asiatischen Ländern treten zunehmend offensiv auf dem europäischen Markt auf.
Dass Fahrzeuge aus Asien überhaupt auf dem Berliner Gleisgelände gezeigt werden können, erfordert erhebliche Logistik: Einige Exponate wurden zunächst per Schiff nach Europa transportiert und anschließend über Schiene, Straße oder Binnenschiff nach Berlin gebracht.
Damit zeigt die Messe auch, wie international der Wettbewerb inzwischen geworden ist.
Berlin zeigt vier Tage lang die Mobilität von morgen
Die InnoTrans läuft vom 22. bis 25. September. Von Dienstag bis Donnerstag ist das Messegelände jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag bis 16 Uhr. Zugelassen sind ausschließlich Fachbesucher.
Für Berlin bedeutet die Messe vier Tage mit Unternehmen, Verkehrsministern, Bahnchefs, Ingenieuren und Entscheidern aus aller Welt.
Für die Bahnbranche geht es um weit mehr als neue Züge.
KI, autonome Systeme, Wasserstoff, Batterietechnik und neue Hochgeschwindigkeitszüge zeigen, wie grundlegend sich Mobilität in den kommenden Jahren verändern könnte.
Und für vier Tage findet ein großer Teil dieser Zukunft in Berlin statt.