Großeinsatz rund um Sicherheitskonferenz und Kanzlergespräch

Selenskyj überraschend in Berlin: 3.400 Polizisten sichern Besuch ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Dienstag überraschend nach Berlin gereist. Rund 3.400 zusätzliche Polizeikräfte sichern seinen Besuch und eine internationale Sicherheitskonferenz ab. Im Regierungsviertel, in der City-West und in Lichtenberg kommt es zu umfangreichen Sperrungen.

Von Sebastian Krüger 3 Min. Lesezeit

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Berlin am 3. November 2026. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die weitere Unterstützung der Ukraine und diplomatische Bemühungen um ein Ende des Krieges.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Berlin am 3. November 2026. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die weitere Unterstützung der Ukraine und diplomatische Bemühungen um ein Ende des Krieges. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Berlin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Dienstag, dem 3. November 2026, zu einem zuvor nicht angekündigten Besuch in Berlin eingetroffen. Aus Sicherheitsgründen war die Reise bis zuletzt nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Rund 3.400 zusätzliche Polizeikräfte sind in der Hauptstadt im Einsatz, um den ukrainischen Staatschef und weitere hochrangige Gäste einer internationalen Sicherheitskonferenz zu schützen.

Die Berliner Polizei erhält dafür Unterstützung aus nahezu dem gesamten Bundesgebiet. Schon am Morgen waren Teile der Innenstadt abgesperrt, bewaffnete Beamte sicherten Zufahrtsstraßen und öffentliche Plätze. Besonders betroffen sind das Regierungsviertel, die City-West und der Bezirk Lichtenberg.

Bewaffnete Einsatzkräfte und Scharfschützen im Regierungsviertel

Für den Besuch gelten besonders hohe Sicherheitsanforderungen. Neben regulären Polizeieinheiten sind auch Spezialeinsatzkommandos im Einsatz. An mehreren Stellen wurden Scharfschützen zur Absicherung positioniert.

Im Regierungsviertel waren bereits am Vormittag Straßen gesperrt und Absperrgitter aufgestellt worden. Polizisten kontrollierten die Zugänge, während weitere Kräfte die Umgebung überwachten.

Die Sicherheitsmaßnahmen beschränken sich nicht auf den Straßenverkehr. Auch Teile der Spree im Regierungsviertel sowie der Luftraum über Berlin werden zeitweise gesperrt.

Der Besuch Selenskyjs war von den Behörden zunächst nicht ausdrücklich bestätigt worden. Die Polizei hatte am Montag lediglich angekündigt, dass mehrere Staatsgäste zur Berlin Security Conference erwartet würden.

Selenskyj trifft Bundeskanzler Friedrich Merz

Im Mittelpunkt des Besuchs steht ein Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Beide wollen über die weitere Unterstützung der Ukraine und die bevorstehenden Gespräche über eine mögliche Beendigung des Krieges beraten.

Nach Angaben Selenskyjs gehören die ukrainische Flugabwehr und die Hilfe für die durch russische Angriffe beschädigte Energieversorgung zu den Themen des Treffens.

Die Reise findet wenige Tage vor neuen, von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern statt. Diese sind für den 10. und 11. November in Abu Dhabi vorgesehen.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. Die Bundesregierung hat weitere militärische und wirtschaftliche Hilfen angekündigt und setzt sich für europäische Sicherheitsgarantien im Falle einer Friedensvereinbarung ein.

Massive Einschränkungen für Autofahrer und Fahrgäste

Der Polizeieinsatz hat erhebliche Folgen für den Verkehr in Berlin. Besonders betroffen sind die Bereiche rund um den Kurfürstendamm, den Bahnhof Zoologischer Garten und das Regierungsviertel.

In der City-West wurden unter anderem Sperrungen im Bereich der Hardenbergstraße, Budapester Straße, Kantstraße und am Breitscheidplatz eingerichtet. Auch rund um die Landsberger Allee in Lichtenberg kommt es zu Einschränkungen.

Die U-Bahnlinie U5 hält zeitweise nicht am Bahnhof Bundestag. Fahrgäste müssen außerdem mit Änderungen im Busverkehr und möglichen Einschränkungen auf der Ringbahn rechnen.

Mehrere Buslinien können den Bahnhof Zoologischer Garten vorübergehend nicht wie gewohnt bedienen. Betroffen sind unter anderem die Linien 100, 110, 200, 204, 245, 249, M45 und M46.

Die Verkehrsbetriebe und die Polizei empfehlen, betroffene Bereiche möglichst zu umfahren und für notwendige Fahrten zusätzliche Zeit einzuplanen.

Internationale Sicherheitskonferenz mit mehr als 140 Rednern

Parallel zum Besuch Selenskyjs findet in Berlin die Berlin Security Conference statt. Veranstaltungsort ist das Hotel Vienna House by Wyndham Andel’s an der Landsberger Allee in Lichtenberg.

An der Konferenz nehmen Vertreter aus Politik, Streitkräften, Rüstungsindustrie und Wissenschaft teil. Mehr als 140 Redner sollen über aktuelle militärische Bedrohungen, europäische Verteidigungspolitik und die internationale Sicherheitslage diskutieren.

Partnerland der diesjährigen Veranstaltung ist Litauen. Präsident Gitanas Nausėda gehört zu den hochrangigen Gästen.

Im Mittelpunkt der Beratungen stehen insbesondere der Krieg in der Ukraine, die militärische Bedrohung durch Russland und die Frage, wie sich europäische Staaten künftig besser schützen können.

Polizeieinsatz gehört zu den größeren Sicherheitsmaßnahmen des Jahres

Die Dimension des Einsatzes verdeutlicht den Aufwand, den der unangekündigte Besuch des ukrainischen Präsidenten und die internationale Sicherheitskonferenz verursachen.

Allein die zusätzlich eingesetzten 3.400 Polizeikräfte bedeuten eine erhebliche Belastung für die Sicherheitsbehörden. Hinzu kommen organisatorische Maßnahmen zur Absicherung der Verkehrswege, Veranstaltungsorte und Aufenthaltsorte der Staatsgäste.

Wie lange die einzelnen Sperrungen bestehen bleiben, hängt vom Ablauf des Besuchs und der Sicherheitslage ab.

Die Berliner Polizei wird die Maßnahmen voraussichtlich schrittweise zurücknehmen, sobald die geschützten Veranstaltungen und Fahrten beendet sind.

Themen: BerlinFriedrich MerzPolizeieinsatzUkraineWolodymyr SelenskyjBerlin Security ConferenceVerkehrssperrungen

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