Polizei diskutiert in Berlin über neue Bedrohungen und die Zukunft der inneren Sicherheit
Sicherheitsbehörden vor neuen Aufgaben
Berlin. Wie müssen sich Polizei und Sicherheitsbehörden auf neue Bedrohungen vorbereiten? Darüber beraten am Dienstag, 3. November 2026, internationale Polizeivertreter und Sicherheitsexperten beim Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin. Im Mittelpunkt stehen die internationale Zusammenarbeit, veränderte Sicherheitsrisiken und die Zukunft der Polizeiarbeit in demokratischen Staaten.
Der 28. ordentliche Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei findet vom 2. bis 5. November im Estrel Berlin statt. Insgesamt 256 stimmberechtigte Delegierte beraten über die gewerkschaftspolitische Ausrichtung für die kommenden vier Jahre.
Internationale Sicherheitsfragen am Dienstag im Mittelpunkt
Unter dem Titel „Internal Security in Zeitenwende – Facing Threats Together“ findet am Dienstag erstmals ein internationales Begleitformat zum GdP-Bundeskongress statt.
Daran sollen Vertreter ausländischer Polizeigewerkschaften, Institutionen und Sicherheitsexperten teilnehmen.
Die Veranstalter wollen über neue Bedrohungen und Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit sprechen.
Dabei stellt sich insbesondere die Frage, wie Sicherheitsbehörden auf grenzüberschreitende Kriminalität, digitale Angriffsmöglichkeiten und andere veränderte Gefahren reagieren können.
Viele Sicherheitsfragen enden nicht an nationalen Grenzen. Deshalb gewinnt der Austausch zwischen Polizeibehörden und internationalen Partnern an Bedeutung.
Welche konkreten Vorschläge aus dem Treffen hervorgehen, steht vor Veranstaltungsbeginn noch nicht fest.
Personalmangel und Ausstattung beschäftigen die Gewerkschaft
Der Bundeskongress behandelt neben internationalen Fragen auch die Arbeitsbedingungen der Polizeibeschäftigten.
Dazu gehören Personalstärke, technische Ausstattung, Besoldung, Versorgung und tarifpolitische Forderungen.
Auch der Schutz von Einsatzkräften steht auf der Tagesordnung.
Die Gewerkschaft will festlegen, mit welchen politischen Forderungen sie in den kommenden Jahren auftreten wird.
Außerdem steht die Wahl des Geschäftsführenden Bundesvorstands auf dem Programm.
Damit entscheidet der Kongress über die personelle und inhaltliche Ausrichtung einer der wichtigsten Interessenvertretungen der Polizeibeschäftigten in Deutschland.
Ostdeutsche Bundesländer haben eigene Herausforderungen
Auch für die Polizeibehörden in Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind die Diskussionen relevant.
Ländliche Räume stellen andere Anforderungen an die Organisation von Polizeiarbeit als große Städte.
Dazu kommen beispielsweise lange Anfahrtswege, die Verfügbarkeit spezialisierter Einheiten sowie die Zusammenarbeit zwischen Landespolizei, Bundespolizei und benachbarten Staaten.
In den ostdeutschen Grenzregionen spielt insbesondere die Kooperation mit Polen und Tschechien eine wichtige Rolle.
Die Frage, wie ausreichend Personal gewonnen und dauerhaft gehalten werden kann, betrifft die Polizeiarbeit ebenfalls.
Politik und Gewerkschaft beraten über künftige Schwerpunkte
Als Gäste des Bundeskongresses sind unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Hamburgs Innensenator Andy Grote und DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi angekündigt.
Aus Brandenburg nimmt laut Terminankündigung des Landes auch Innenstaatssekretär Jörg Treffke teil.
Die politischen Beratungen sollen zeigen, welche Erwartungen die Gewerkschaft an Bund und Länder richtet.
Ob die Delegierten bereits am Dienstag konkrete neue Beschlüsse zur inneren Sicherheit fassen, bleibt abzuwarten.